Franka Potente (51) wurde mit „Lola rennt“ zum Weltstar und eroberte danach Hollywood – an der Seite von Größen wie Matt Damon, Johnny Depp und Benicio del Toro. Fast 30 Jahre später zieht die Schauspielerin im Interview mit der „Zeit“ ein ernüchterndes Fazit über die Traumfabrik – und offenbart dabei auch Persönliches.
Streaming-Verträge: „Die Streamer zahlen auch nicht gut“
Besonders hart geht Potente mit den Streamingdiensten ins Gericht. Früher hätten Schauspieler durch Tantiemen bei Wiederholungen oft über Jahre gut verdient. Heute sei das anders: Netflix, Apple und Co. würden meist sogenannte Buy-out-Verträge abschließen – eine Einmalzahlung, alle weiteren Rechte blieben für immer bei den Konzernen.
„Die Streamer zahlen auch nicht gut.“
Franka Potente im Interview mit der „Zeit“
Auch ihre eigene Karriere sei von fragwürdigen Methoden geprägt gewesen: Beim Kinohit „Die Bourne Identität“ habe sie keinen Gewerkschaftsvertrag gehabt und deshalb bis heute keine Tantiemen erhalten. Rückblickend ärgert sie sich – die Produktionsfirma habe ihre Unerfahrenheit ausgenutzt.
„Okay, fuck you, I’m out“: Wenn der Respekt fehlt
Viele Schauspieler in Los Angeles seien inzwischen arbeitslos, manche sogar wieder zu ihren Eltern gezogen, weil sie sich das Leben in Kalifornien nicht mehr leisten könnten. Gleichzeitig werde immer weniger in Hollywood gedreht, Produktionen wanderten aus Kostengründen nach Europa oder Kanada ab.
Auch persönlich zog Potente Konsequenzen: Als ihr bei Verhandlungen für eine TV-Serie nicht einmal Hilfe bei der Wohnungssuche angeboten wurde, zog sie die Reißleine.
„Okay, fuck you, I’m out.“
Franka Potente über ihre Reaktion auf schlechte Arbeitsbedingungen
Lieber verzichtet sie auf einen Job, als sich schlecht behandeln zu lassen.
Diese Rollen bereut Franka Potente
- Eine Hauptrolle in der Erfolgsserie „Ally McBeal“, die sie einst ausschlug
- Eine Rolle in der Serie „Alias“
- Ihr Denken von damals: „Ich bin ein Movie-Star, ich mach‘ doch kein Fernsehen“
Ein Fehler, wie sie heute offen zugibt.
Franka Potente privat: Das steckt hinter ihrem Familienleben
Privat lebt die Schauspielerin seit vielen Jahren in Los Angeles. Mit dem amerikanischen Schauspieler Derek Richardson (50), den sie 2012 heiratete, hat sie zwei Töchter. Fast beiläufig kommt im „Zeit“-Gespräch heraus: Das Paar ist seit knapp drei Jahren freundschaftlich getrennt. Gemeinsam kümmern sich beide weiterhin um ihre 15- und 13-jährigen Töchter.
Die Familie steht für Potente ohnehin über allem. Große Hauptrollen seien ihr längst nicht mehr das Wichtigste, wie sie betont.
„Wenn ich ein oder zwei gute Projekte pro Jahr habe, meine Rechnungen bezahlen und mit meinen Kindern in den Urlaub fahren kann: wunderbar.“
Franka Potente über ihre beruflichen Ansprüche
Steckbrief: Franka Potente
| Kategorie | Angabe |
|---|---|
| Geboren | 22. Juli 1974 in Dülmen (51 Jahre) |
| Bekannt durch | „Lola rennt“, „Die Bourne Identität“, „Wish“ |
| Wohnort | Los Angeles, USA |
| Ehemann | Derek Richardson (50), Heirat 2012, seit ca. 3 Jahren freundschaftlich getrennt |
| Kinder | Zwei Töchter (15 und 13 Jahre) |
| Gesundheit | Brustkrebs-Diagnose vor drei Jahren |
Kampf gegen Brustkrebs: „Neue Brüste“ mit trockenem Humor
Auch gesundheitlich musste Potente kämpfen: Vor drei Jahren erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Die Operation habe ihr zwar „neue Brüste“ beschert, wie sie mit typisch trockenem Humor sagt – doch die Erkrankung habe ihr vor allem gezeigt, wie wichtig Gesundheit sei.
Kein Ersatz durch Künstliche Intelligenz
Trotz aller Kritik glaubt Potente nicht, dass Hollywood oder menschliche Schauspieler durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden – Geschichten würden die Menschen immer brauchen. Die goldenen Zeiten der Traumfabrik, in denen Studios mit Geld um sich warfen und Stars mit Luxusgeschenken verwöhnten, seien aus ihrer Sicht aber endgültig vorbei.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI