Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bezieht Dieter Hallervorden klar Stellung. Der Schauspieler will mit einer deutlichen Ansage verhindern, was er für sein Heimatland befürchtet.
Deutliche Worte kurz vor der Wahl
Auch mit 90 Jahren ist Dieter „Didi“ Hallervorden kein bisschen leise. Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 hat sich der Schauspieler klar gegen die AfD ausgesprochen, die im Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestuft ist und laut Umfragen aktuell deutlich vor der CDU und allen anderen Parteien liegt.
„Wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kann die AfD bereits mit 40 Prozent die absolute Mehrheit erreichen. Das möchte ich unbedingt verhindern.“
Dieter Hallervorden gegenüber der Deutschen Presse-Agentur
Der Schauspieler, Kabarettist und Sänger wurde in Dessau geboren – mitten in dem Bundesland, um dessen politische Zukunft er sich nun öffentlich sorgt. Einen Tag vor der Landtagswahl feiert Hallervorden übrigens seinen 91. Geburtstag.
Sorge um die Kulturlandschaft
Besonders für die Kunst- und Kulturszene in Sachsen-Anhalt rechnet Hallervorden mit einschneidenden Folgen, sollte die AfD die Landesregierung übernehmen. Der dpa sagte er dazu: „Die AfD fordert von Kunst und Kultur Folgendes ein: ideologische Eindeutigkeit und patriotische Pflichtbekenntnisse.“ Damit sei klar, dass Fördermittel künftig nur noch nach Kriterien des politischen Wohlverhaltens vergeben würden. Die Kulturlandschaft würde seiner Einschätzung nach eintönig, öde und langweilig werden.
Wahlkampfhelfer gegen die AfD

Hallervorden bleibt es nicht bei Worten: Gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden wie „Tatort“-Schauspieler Axel Prahl und Komiker Oliver Kalkofe hat er eine Kampagne ins Leben gerufen, die Wählerinnen und Wählern empfiehlt, ihr Kreuz bei CDU, SPD, FDP, Grünen oder der Linken zu setzen.
Außerdem tourt der Schauspieler gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) durch das Bundesland. An mehreren Abenden diskutieren die beiden öffentlich darüber, was eine lebendige Demokratie braucht und welche Rolle Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt dabei spielen.
- Kampagnen-Partner: Axel Prahl, Oliver Kalkofe
- Wahlempfehlung: CDU, SPD, FDP, Grüne oder Linke
- Tour-Partner: Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)
Nicht ohne eigene Kontroversen
Ganz unumstritten ist Hallervorden selbst dabei nicht. Der Komiker hatte in der Vergangenheit mit teils umstrittenen Auftritten für Debatten gesorgt: Im April 2025 trug er in einer ARD-Jubiläumsshow eine sprachlich abgewandelte Version seines legendären „Palim, Palim!“-Sketches vor, in der auch die Begriffe „Neger“ und „Zigeuner“ vorkamen. Hallervorden wurde daraufhin Rassismus vorgeworfen, wies die Kritik jedoch zurück und sprach von einer Modeerscheinung. Auch die ARD stellte sich hinter ihn und verwies auf den satirischen Kontext des Vortrags.
Während der Corona-Pandemie hatte Hallervorden zudem die strengen Lockdowns infrage gestellt und zeigte sich zunächst skeptisch gegenüber den Impfungen. Als Betreiber eines Privattheaters in Berlin kämpfte er damals für Lockerungen und Ausnahmen für Kulturbetriebe.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
| Thema | Details |
|---|---|
| Landtagswahl Sachsen-Anhalt | 6. September 2026 |
| Hallervordens 91. Geburtstag | 5. September 2026 – einen Tag vor der Wahl |
| AfD in Umfragen | rund 40 Prozent, klar vor der CDU |
| Kampagnen-Partner | Axel Prahl, Oliver Kalkofe |
| Wahlempfehlung | CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke |
Ob Hallervordens deutliche Worte und sein Engagement an der Seite von Sven Schulze tatsächlich etwas an den Umfragewerten ändern, wird sich erst am Wahlabend zeigen. Der Schauspieler selbst macht jedenfalls unmissverständlich klar, worum es ihm geht: eine absolute Mehrheit der AfD in seinem Heimatland zu verhindern.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI