Boy George ist für klare Worte bekannt – mit seinem neuesten Song sorgt der Culture-Club-Frontmann jetzt aber für eine der heftigsten Kontroversen seiner Karriere.
Der 65-Jährige veröffentlichte am 27. Juli 2026 einen neuen Song, mit dem er sich unmissverständlich zum Nahost-Konflikt positioniert. Statt über die üblichen Streaming-Dienste teilte er das Lied ausschließlich über seinen Account bei X (ehemals Twitter) – mit der schlichten Bildunterschrift „Shalom“.
Reggae-Song mit klarer politischer Botschaft
„We Will Dance Again“, auf Hebräisch „Od Nirkod“, ist ein Reggae-Track, den Boy George nach eigenen Angaben mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz produziert hat. Der Song bezieht sich direkt auf den 7. Oktober 2023, als die Terrororganisation Hamas das Supernova-Musikfestival in Israel angriff. Bei dem Massaker wurden nach übereinstimmenden Berichten 378 Menschen getötet.
In dem Lied positioniert sich der Sänger klar zum israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen:
„You say genocide, I say war. When you’re attacked, that’s what the army is for.“
Boy George in „We Will Dance Again“ (2026)
Auf Deutsch: „Du sagst Genozid, ich sage Krieg. Wenn man angegriffen wird, ist es dafür da: die Armee.“ Boy George wendet sich in dem Song zudem gegen Kolleginnen und Kollegen, die sich öffentlich mit Palästina solidarisiert haben – er singt von Musikern, die „wie Schafe“ Flaggen schwenken würden. Am Ende wechselt das Lied komplett ins Hebräische.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Songtitel | „We Will Dance Again“ (hebr. „Od Nirkod“) |
| Veröffentlichung | 27. Juli 2026 |
| Plattform | Ausschließlich über X, kein Streaming-Release |
| Genre | Reggae |
| Produktion | Laut Boy George mithilfe Künstlicher Intelligenz |
| Thema | Solidarität mit Israel, Bezug auf den 7. Oktober 2023 |
Scharfe Kritik im Netz
Die Reaktionen auf den Song ließen nicht lange auf sich warten – und fielen überwiegend negativ aus. Zahlreiche Nutzer werfen Boy George vor, mit dem Lied das Leid der Zivilbevölkerung in Gaza auszublenden. Der Nachrichtensender Euronews fasste die Stimmung in den sozialen Netzwerken mit dem Wort „ekelerregend“ zusammen.

Besonders scharf fiel ein Kommentar aus, der in mehreren Medien zitiert wurde:
„Furchtbare Musik, furchtbarer Mensch – du hast jede Sympathie verspielt, die dir noch entgegengebracht wurde, und deiner ohnehin schon toten Karriere ein weiteres Grab geschaufelt.“
Nutzerkommentar auf X
Weitere Reaktionen im Überblick:
- Kritiker werfen Boy George vor, die massive Zerstörung und die zivilen Opfer in Gaza auszublenden.
- Unterstützer wie die britische Initiative „Stop the Hate UK“ bezeichneten ihn als Fürsprecher für „jüdische Lebensfreude“ und dankten ihm öffentlich.
- Auch Prominente wie Disturbed-Sänger David Draiman und die Journalistin Nicole Lampert äußerten sich lobend über den Song.
- Zusätzliche Kritik entzündet sich daran, dass der Track laut Boy George mit KI-Unterstützung entstanden ist.
Boy Georges Verteidigung: „Ich nenne es Pro Peace“
Auf einzelne Kommentare reagierte der Sänger selbst und verteidigte seinen Song mit den Worten, er nenne ihn „pro peace“ statt einseitig pro Israel. Boy George, katholisch aufgewachsen und selbst nicht jüdischen Glaubens, hat sich in der Vergangenheit wiederholt zu seiner Verbundenheit mit jüdischen Freunden geäußert. Bei einem Eurovision-Termin sagte er einmal, er habe „viele, viele jüdische Freunde“, die er seit seinem 15. oder 16. Lebensjahr kenne – ihnen wolle er nicht den Rücken kehren.
Eine international höchst umstrittene Frage
Ob es sich beim israelischen Vorgehen in Gaza um einen Völkermord handelt, ist international umstritten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sowie UN-Berichte haben in der Vergangenheit vor einem Genozid gewarnt oder ihn attestiert; die israelische Regierung und ihre Unterstützer weisen diese Einordnung entschieden zurück und sprechen von einem Verteidigungskrieg gegen den Terror der Hamas. Boy George positioniert sich mit seinem Song eindeutig auf der zweiten Seite der Debatte.
Ob „We Will Dance Again“ dem Sänger tatsächlich neue Sympathien einbringt oder seiner Karriere schadet, wie es Kritiker prophezeien, wird sich zeigen. Fest steht: Mit dem Song hat Boy George eine der größten Kontroversen seiner jüngeren Karriere ausgelöst – und sich einmal mehr als unbequeme Stimme im Popgeschäft positioniert.