Der „ZDF Fernsehgarten“ gilt seit Jahrzehnten als Institution des deutschen Fernsehens. Doch hinter den Kulissen häufen sich die Absagen – und die Gründe dafür sind so vielfältig wie ernüchternd. Was steckt wirklich dahinter?
Die großen Namen bleiben weg
Früher gaben sich im „ZDF Fernsehgarten“ die großen Stars die Klinke in die Hand. Heute erzählt die Gästeliste eine andere Geschichte. Moderatorin Andrea Kiewel (61), die die Sendung seit über zwei Jahrzehnten prägt, muss sich immer häufiger erklären, warum prominente Namen auf der Gästeliste fehlen.
Besonders auffällig: Roland Kaiser (74) war zuletzt 2016 in der Sendung zu sehen – das sind mittlerweile zehn Jahre ohne einen Auftritt der Schlager-Legende auf dem Mainzer Lerchenberg. Auch Matthias Reim (68) meidet die Sonntagsshow konsequent: Sein letzter Auftritt liegt bereits zwölf Jahre zurück.
Zu wenig Gage, zu altbackenes Konzept
Die Gründe für die zunehmenden Absagen sind unterschiedlich – aber deutlich. Roberto Blanco (88) machte keinen Hehl daraus: Für eine Gage von gerade einmal 750 Euro stehe er gar nicht erst auf der Bühne. Auch das ESC-Duo Abor (27) und Tynna (25) sagte kurzfristig ab – für viele Beobachter ein weiteres Warnsignal für den sinkenden Stellenwert der Sendung.
„Ich möchte meine Musik nicht zwischen Kochnischen und Akrobaten präsentieren.“
Matthias Reim über seine Absage beim ZDF Fernsehgarten
Eine Übersicht der prominentesten Absagen zeigt das ganze Ausmaß:
| Künstler | Letzter Auftritt | Grund der Absage |
|---|---|---|
| Roland Kaiser (74) | 2016 | Nicht öffentlich bekannt |
| Matthias Reim (68) | Vor ca. 12 Jahren | Konzeptkritik |
| Roberto Blanco (88) | k. A. | Gage zu gering (750 €) |
| Abor & Tynna | – | Kurzfristige Absage |
Kiewel sieht den TV-Wandel – und reagiert deutlich
Die häufigen Absagen treffen Andrea Kiewel sichtlich. Die Moderatorin, sonst bekannt für ihren Optimismus und ihre Schlagfertigkeit, wählte ungewohnt drastische Worte: „ZumKotzen“, soll sie über die Situation gesagt haben. Gleichzeitig analysiert Kiewel die Lage mit nüchternem Blick und sieht einen grundsätzlichen Wandel im deutschen Fernsehen: Große Musikshows würden immer seltener.
„Giovanni, Flo Silbereisen, Kiwi. Finito“ – mit diesen Worten beschreibt Kiewel die verbliebenen großen TV-Bühnen für Schlagerstars und die langsame Erosion eines Formats, das einmal den Takt der deutschen Musikwelt vorgab. Zwar finden sich weiterhin Künstler, die bereit sind, im Fernsehgarten aufzutreten. Doch die Lücken, die Roland Kaiser, Matthias Reim und Co. hinterlassen, werden immer sichtbarer – und die Frage, ob sich das Format mit sinkenden Gagen und blasser werdendem Konzept noch als attraktive Plattform behaupten kann, bleibt offen.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI