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Schlagermove 2026: Diese Grenze setzt das Bezirksamt

03.07.2026, 13:51 Uhr

Nach dem Harley-Davidson-Treffen und dem umstrittenen Kalkbrenner-Konzert steht auf St. Pauli das nächste XXL-Party-Wochenende bevor. Doch beim Schlagermove gelten klare Grenzen – und die haben eine überraschend lange Vorgeschichte.

Am kommenden Wochenende feiert Hamburg zum zweiten Mal in Folge ein Großevent auf dem Heiligengeistfeld: Nach dem Techno-Konzert von Paul Kalkbrenner steht nun der Schlagermove an. Sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend wird auf St. Pauli gefeiert. Für das Gebiet rund um das Heiligengeistfeld gelten dabei jedoch strikte Lärmschutzregeln, wie das Bezirksamt Hamburg-Mitte auf Anfrage der Redaktion von t-online bestätigte.

So laut darf es am Freitag beim Open Air werden

Den Auftakt macht am Freitag das Schlagermove in Concert Open Air auf dem Heiligengeistfeld. Anders als in den Vorjahren wird in diesem Jahr kein Zelt aufgebaut – gefeiert wird unter freiem Himmel. Für den Veranstalter gelten dabei klare Vorgaben, die im Laufe des Abends schrittweise strenger werden.

Uhrzeit Maximale Lautstärke
ab 18:30 Uhr 70 Dezibel
ab 22:00 Uhr 65 Dezibel
ab 23:00 Uhr bis Veranstaltungsende (1:00 Uhr) 60 Dezibel

Zum Vergleich: Werte um 70 Dezibel werden von den meisten Menschen als laut bis sehr laut empfunden, vergleichbar mit Straßenverkehrslärm. Für einen erholsamen Schlaf empfehlen Experten dagegen einen Geräuschpegel von höchstens 30 bis 35 Dezibel. Bis zu 8.000 Menschen sind für das Open Air zugelassen, der Veranstalter selbst rechnet mit rund 5.000 Gästen.

Symbolbild einer Open-Air-Bühne bei Nacht mit bunten Scheinwerfern
Symbolbild: Open-Air-Stimmung bei einer Party unter freiem Himmel. Foto: KI-generiert / Schlagerplanet

Truck-Party am Samstag: Diese Grenzen gelten nach der Parade

Am Samstag startet traditionell um 15 Uhr die große Truckparade auf dem Heiligengeistfeld und zieht anschließend durch den Stadtteil. Neu ist in diesem Jahr die große Truck-Party im Anschluss: Statt wie bisher von den Lkw herunterzumüssen, können die Feiernden diesmal direkt mit den Trucks aufs Heiligengeistfeld fahren und dort weiterfeiern. Offizieller Start ist bereits 12 Uhr, parallel zur Parade, das Ende ist für Mitternacht angesetzt.

Uhrzeit Maximale Lautstärke
bis 16:00 Uhr 65 Dezibel
16:00 bis 22:00 Uhr 70 Dezibel
22:00 Uhr bis Mitternacht 65 Dezibel
Symbolbild eines geschmückten Trucks bei einer Straßenparade am Tag
Symbolbild: Bunt geschmückte Trucks bei einer Straßenparade. Foto: KI-generiert / Schlagerplanet

„Um den Bedürfnissen der Anwohnenden auch Rechnung zu tragen, wird die Lautstärke ab 23 Uhr und ab 0 Uhr deutlich abgesenkt werden.“

Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Mitte gegenüber t-online

Welche konkrete Lautstärke damit angepeilt wird, verriet die Sprecherin nicht. Sie betonte aber, dass das Lärmschutzkonzept des Veranstalters positiv bewertet worden sei – auch weil dieser die Vorgaben bereits in den vergangenen Jahren zuverlässig eingehalten habe.

Warum ausgerechnet diese Regeln gelten

Die Grundlage für die Lärmgrenzen reicht deutlich weiter zurück, als es auf den ersten Blick scheint: Wie laut Events auf dem Heiligengeistfeld sein dürfen, regelt ein Nutzungskonzept aus dem Jahr 2010 für St. Pauli und das Karoviertel. Es erlaubt an zehn Tagen im Jahr erhöhte Lärmpegel. An drei dieser zehn Tage darf es sogar deutlich lauter werden – dann darf ein Event auch in den Abendstunden die eigentlich zulässige Lärmschutzgrenze überschreiten.

Laut der Bezirksamtssprecherin fällt die Freitagsparty des Schlagermoves in diesem Jahr unter diese besonders lauten drei Tage. Die Truck-Party am Samstag zählt dagegen zur regulären Zehn-Tage-Regelung. Zur Einordnung, welche Termine 2026 bereits auf diese Kontingente angerechnet wurden:

  • Das Konzert von Paul Kalkbrenner am vergangenen Wochenende
  • Die Freitagsparty des Schlagermoves (einer der drei besonders lauten Tage)
  • Die Truck-Party am Samstag

Wird es danach wieder ruhig auf dem Kiez?

Für lärmgeplagte Anwohnerinnen und Anwohner auf St. Pauli gibt es zumindest eine Perspektive: Nach diesem Wochenende dürfte es laut Bezirksamt deutlich ruhiger werden. „Neben dem Konzert am vergangenen Samstag und den beiden Schlagermove-Veranstaltungen wird auch noch das Reeperbahnfestival von den zehn Tagen Gebrauch machen“, so die Sprecherin. Weitere Anträge lägen dem Bezirksamt derzeit nicht vor – der Löwenanteil des jährlichen Lärmkontingents für das Heiligengeistfeld wäre damit für 2026 bereits verplant.

Mehr rund um das Hamburger Kult-Event lest ihr auch hier: Schlagermove 2027: Große Ungewissheit um Hamburg-Termin und Helene Fischer und Schlagermove sorgen für Hamburg-Chaos.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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