Die deutsche Rockmusik verliert einen ihrer prägendsten Gitarristen: Frank Diez ist tot. Der Bluesgitarrist, Komponist und Produzent wurde 75 Jahre alt. Drei Jahrzehnte lang stand er an der Seite von Peter Maffay – und spielte zuvor sogar mit Jimi Hendrix und Chuck Berry.
Wie schlager.de unter Berufung auf den Radiosender hr1 berichtet, ist Frank Diez gestorben. Am 2. November hätte er seinen 76. Geburtstag gefeiert. Nach Angaben des Portals Schlagerprofis, das sich auf das Good Times Magazin und das Umfeld des Musikers beruft, starb er einen Tag vor seinem Geburtstag. Angaben zu Ort und Todesursache gibt es bislang nicht.
Frank Diez: Mehr als 30 Jahre in Peter Maffays Band
Der gebürtige Berliner gehörte 1974 zu den Gründungsmitgliedern der Peter-Maffay-Band und blieb bis 2004 fester Bestandteil der Gruppe. Diez war dabei nicht nur Gitarrist: Er wirkte auch als Produzent an der Musik seines langjährigen Weggefährten mit. Laut Wikipedia ist er unter anderem auf dem Maffay-Album „Und es war Sommer“ (1976) sowie auf mehreren „Tabaluga“-Produktionen zu hören.

Auch nach seinem Ausstieg blieb die Verbindung bestehen. Immer wieder kehrte Diez als „Special Guest“ auf Maffays Bühne zurück:
| Jahr | Station mit Peter Maffay |
|---|---|
| 1974–2004 | Gründungsmitglied, Gitarrist und Produzent der Band |
| 2009 | Gastauftritte bei der Tournee |
| 2018 | „Unplugged“-Konzert in der Kölner Lanxess Arena |
| 2020 | Jubiläumstour |
| 2024 | „Farewell Tour“ |
Zuletzt sorgte Maffay mit seinem neuen Rekord für Schlagzeilen. Eine öffentliche Reaktion des Sängers auf den Tod seines früheren Bandkollegen war bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht bekannt.
Von Jimi Hendrix bis Donna Summer
Auf die Zeit mit Maffay lässt sich die Karriere von Frank Diez allerdings nicht reduzieren. Mit 16 Jahren griff er zur Gitarre, inspiriert von den American Folk Blues Festivals der 1960er-Jahre. Später spielte er bei Sessions und Konzerten mit Jimi Hendrix, Chuck Berry und Little Richard. Im Studio und auf der Bühne arbeitete er außerdem mit vielen weiteren Größen zusammen, darunter:
- Eric Burdon
- John Mayall
- Donna Summer und Giorgio Moroder
- Konstantin Wecker
- Milva
- Udo Lindenberg
Mit Udo Lindenberg nahm er 1979 das Album „Der Detektiv – Rock-Revue II“ mit dem Panikorchester auf. Schlager.de beschreibt seine Verbindung zum Panikrocker als eng, musikalisch wie freundschaftlich.
Seine große Liebe: der Blues
Seine Leidenschaft galt zeitlebens dem Blues. 1986 lernte er den britischen Bassisten Colin Hodgkinson kennen, mit dem er das Electric Blues Duo gründete. Laut Wikipedia spielten die beiden mehr als 1.300 Konzerte und veröffentlichten sieben Tonträger. Dazu kamen Projekte wie die Bärlin Blues Band mit Alex Conti und seine eigene Frank Diez Blues Band. 1998 veröffentlichte er das Lehrbuch „Perfect Bluesguitar“.
Gefragt, wie lange er noch Musik machen wolle, antwortete er 2006 im Interview mit dem Magazin RockTimes:
„So lange es irgendwie geht.“
Frank Diez im Interview mit RockTimes (2006)

Sein Vermächtnis bleibt erhalten
Für sein Lebenswerk wurde Diez laut Schlagerprofis 2025 beim Lahnsteiner Bluesfestival mit dem „Blues-Louis“ geehrt. Gitarren, Original-Bänder, Skizzenbücher und persönliche Aufzeichnungen stellte er der Lippmann+Rau-Stiftung zur Verfügung – sie werden im Musikarchiv in Eisenach verwahrt.
Mit Frank Diez verliert die deutsche Rockmusik einen Musiker, der ihren Sound über Jahrzehnte mitgeprägt hat – oft im Hintergrund, aber immer mit Leidenschaft. Mehr über Maffays aktuelle Pläne lesen Sie in unserem Artikel über seine große Verkündung.