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Nino de Angelo packt aus: „Boah, ist das alles verlogen“

21.10.2026, 08:03 Uhr

Duette, Umarmungen, Glitzer: Im Fernsehen wirkt die Schlagerwelt wie eine große Familie. Nino de Angelo (62) hat jetzt verraten, was er davon hält – und dabei auch über Roy Black gesprochen, den er als junger Newcomer ganz anders erlebt hat, als ihn das Publikum kannte.

Ausgepackt hat der „Jenseits von Eden“-Sänger im Podcast „Wondermom“ von Natascha Ochsenknecht. Die Folge „Nino de Angelo und das Glücklichsein“ ist bereits am 19. August erschienen, sorgt aber erst jetzt für Schlagzeilen, nachdem unter anderem t-online und die Abendzeitung München darüber berichtet haben.

„Die heile Welt wird vorgegaukelt“

Ob in den großen Samstagabendshows von Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella: Die Stars singen gemeinsam, liegen sich in den Armen und feiern einander. Für Nino de Angelo ist das vor allem eines – Schauspiel. Was wirklich in der Branche los ist, passiere hinter den Kulissen.

„Sagen wir mal so: Ich denke mal, dass die heile Welt halt vorgegaukelt wird. Aber in der Schlagerwelt geht die Post ab – halt hinter verschlossenen Türen und nicht so offensichtlich. Weil man könnte ja ein schlechtes Image bekommen.“

Nino de Angelo im Podcast „Wondermom“ (zitiert nach t-online)

Viele Kollegen seien sehr darauf bedacht, nach außen ein möglichst charismatisches Bild abzugeben. Er selbst habe dieses Spiel nie mitmachen wollen: „Ich bin doch ein Mensch wie jeder andere auch, warum muss ich dann irgendwas vorspielen, nur damit ich beim nächsten Mal wieder viele Platten oder CDs verkaufe?“

Nino de Angelo live auf der Bühne in Görlitz
Nino de Angelo live bei einem Konzert seiner „Vivi la Vita“-Tour, Görlitz, 20.06.2026. Foto: IMAGO / Matthias Wehnert

„Daran sind schon viele Künstler kaputtgegangen“

Wer sich auf Dauer verbiegt, zahlt laut de Angelo einen hohen Preis. „Und daran sind ja auch schon viele Künstler, auch Schlagerkünstler, kaputtgegangen“, sagte er. Als Beispiele nannte er zwei der größten Namen der Schlagergeschichte:

Sänger Lebensdaten Bekannte Hits
Roy Black 25.01.1943 – 09.10.1991 (48 Jahre) „Ganz in Weiß“, „Du bist nicht allein“, „Schön ist es auf der Welt zu sein“
Rex Gildo 02.07.1936 – 26.10.1999 (63 Jahre) „Fiesta Mexicana“, „Marie, der letzte Tanz ist nur für dich“, „Der letzte Sirtaki“

Nino de Angelo über Roy Black: „Ansonsten war der depressiv“

Besonders persönlich wurde de Angelo, als es um Roy Black ging. Als Kind hatte er ihn regelmäßig in der „ZDF-Hitparade“ gesehen, später lernte er ihn selbst kennen. Seine Erinnerung ist zwiegespalten: „Roy Black war echt so ein witziger Mensch – aber erst, wenn er ein paar Bier getrunken hat. Ansonsten war der depressiv.“

Eine Autofahrt zu einer Fernsehsendung hat sich bei ihm eingebrannt. De Angelo saß damals als Newcomer auf dem Rücksitz, als Roy Black telefonierte, schlechte Laune bekam und ankündigte, auf der Autobahn aussteigen zu wollen. Er sei „total irritiert“ gewesen, erzählte de Angelo: „Da habe ich mir dann gedacht: ‚Mensch, jetzt lernst du den kennen, und siehst, wie unglücklich der Mann eigentlich ist.‘“

Roy Black 1990 bei Dreharbeiten am Wörthersee
Roy Black im Mai 1990 am Rande von Dreharbeiten zu „Ein Schloß am Wörthersee“. Foto: IMAGO / teutopress

Neid und Missgunst unter Kollegen

Auch selbst hat Nino de Angelo die Branche als hartes Pflaster erlebt. „Ich habe ja sehr viele Neider gehabt“, sagte er. Dass er trotz seines turbulenten Lebensstils Erfolg hatte, habe manche Kollegen aufgebracht – sie seien „ziemlich angefressen“ gewesen. Was er nach eigener Schilderung erlebt hat:

  • Kollegen nahmen ihm übel, dass er „wild“ lebte und sich nicht an Regeln hielt – und trotzdem Erfolg hatte.
  • Der Vorwurf aus Kollegensicht laut de Angelo: Er schreibe keine Autogramme, während sie selbst drei Stunden lang signierten – und er gehe einfach und habe trotzdem Erfolg.
  • Als es für ihn schlechter lief, habe es kaum Mitgefühl gegeben, stattdessen Sätze wie: „Mit deiner Stimme hätte ich eine Weltkarriere gemacht.“
  • Sein Kommentar dazu: „Alle wussten es immer besser.“

Das alles habe ihm „natürlich auch wehgetan“, räumte der Sänger ein. Seine Stimme und sein Talent seien dabei Teil des Problems gewesen – damit ziehe man eben auch Neid an.

Sein bitteres Fazit über die Schlagerbranche

Am Ende brachte Nino de Angelo seine Sicht auf das Geschäft, in dem er seit über 40 Jahren unterwegs ist, auf einen einzigen Satz: „Boah, ist das alles verlogen.“

Ein Satz mit Gewicht, denn der Sänger denkt ohnehin über das Ende seiner Bühnenkarriere nach. Erst im September hatte er im ARD-Magazin „Brisant“ angekündigt, nur noch wenige Jahre auftreten zu wollen – mehr dazu im Artikel Nino de Angelo: Klartext zu Krankheit und Karriere-Ende. Hintergründe zu seinem geplanten Abschied gibt es außerdem hier: Nino de Angelo: Sein Abschiedsdatum hat einen Haken. Auch privat spricht der Sänger offen über schwierige Kapitel, etwa über den fehlenden Kontakt zu seinem Sohn Domenico.

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