Monatelang hat sich Heino gegen eine Wahlwerbung der AfD gewehrt, in der sein Name auftauchte. Jetzt ist der Rechtsstreit beendet: Vor dem Landesgericht Innsbruck haben sich der 87-Jährige und der AfD-Kreisverband Uckermark auf einen Vergleich geeinigt. Die Partei muss zahlen, der verantwortliche Politiker hat sich entschuldigt.
Heino und die AfD: Vergleich vor dem Landesgericht Innsbruck
Wie zuerst die „Märkische Oderzeitung“ und rbb24 berichteten, endet der Streit ohne Urteil. Beide Seiten einigten sich vor dem Landesgericht Innsbruck auf einen Vergleich. Laut rbb24 muss die AfD Uckermark dem Sänger 7.500 Euro zahlen. Heinos Manager Helmut Werner sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von „einem namhaften vierstelligen Betrag“, eine genaue Summe nannte er dort nicht.
Ursprünglich hatte Heino deutlich mehr verlangt: In seiner Klage, die im Juli bekannt wurde, forderte er mindestens 30.000 Euro wegen immateriellen Schadens. Sein Vorwurf: Die AfD habe seine Persönlichkeits- und Markenrechte verletzt.
Was nach bisherigen Berichten feststeht:
- Die AfD Uckermark zahlt Heino laut rbb24 7.500 Euro.
- AfD-Politiker Felix Teichner hat sich bei dem Sänger entschuldigt.
- Eine Unterlassungserklärung der AfD Uckermark lag laut Gericht schon im Juli vor.
- Ein Urteil über die ursprüngliche Forderung gibt es nicht.

„Am Sonntag würde Heino Felix wählen“: So fing alles an
Auslöser war ein Social-Media-Beitrag aus dem April 2026. Vor der Landratswahl im brandenburgischen Landkreis Uckermark schrieb der AfD-Kandidat Felix Teichner: „Am Sonntag würde Heino Felix wählen.“ Dazu kam der Slogan „Blau blüht die Uckermark“ – eine Anspielung auf Heinos Klassiker „Blau blüht der Enzian“.
Heinos Lager reagierte sofort. Manager Helmut Werner stellte klar, dass sich der Sänger so nie geäußert habe, und wurde damals deutlich:
„Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit.“
Heino-Manager Helmut Werner im April 2026 (laut Tiroler Tageszeitung)
Zunächst beantragte Heinos Seite beim Landgericht Neuruppin eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung. In ersten Berichten war sogar von 250.000 Euro Schmerzensgeld die Rede. Teichner selbst bezweifelte damals, dass dem Sänger überhaupt ein Schaden entstanden sei. Die Landratswahl verlor er gegen CDU-Landrätin Karina Dörk. Teichner ist Abgeordneter im brandenburgischen Landtag.
Chronologie des Streits
| Zeitpunkt | Was passierte |
|---|---|
| April 2026 | Teichner wirbt vor der Landratswahl mit Heinos Namen |
| April 2026 | Heinos Seite beantragt beim Landgericht Neuruppin eine einstweilige Verfügung |
| Juli 2026 | Klage am Landesgericht Innsbruck über mindestens 30.000 Euro wird bekannt |
| Oktober 2026 | Vergleich: Die AfD Uckermark zahlt laut rbb24 7.500 Euro, Teichner entschuldigt sich |
Warum Heino in Österreich geklagt hat
Dass der Fall in Tirol verhandelt wurde, hat einen einfachen Grund: Heino lebt in Kitzbühel. Bei der letzten Bundestagswahl hatte er sich nach Angaben seines Managers als CDU-Wähler und Unterstützer von Friedrich Merz zu erkennen gegeben. Für den AfD-Kandidaten hätte er nicht gestimmt. „Das hätte er nicht getan“, sagte Werner im Juli der dpa.
Auch in Österreich sorgte das Thema bereits für Wirbel: Um einen geplanten Auftritt beim Volksfest der FPÖ in Wien gab es Streit, wie Schlagerplanet berichtete. Heino erklärte, er wolle sich „von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen“. Die FPÖ stellte den Ablauf anders dar.

Teichner schweigt, Heinos Manager zieht einen Schlussstrich
Teichner wollte sich gegenüber der dpa nicht zu dem Vergleich äußern. Auch AfD-Landeschef René Springer gab auf Anfrage kein Statement ab. Helmut Werner zeigte sich dagegen zufrieden. Er wertet den Vergleich als „Signal gegen unerlaubte Wahlwerbung“ und als Lehre für alle Parteien. Die AfD-Werbung habe aus seiner Sicht den Nährboden dafür geschaffen, Heino in eine rechte Ecke zu stellen, in die er nicht gehöre.
„Damit ist die Sache für uns erledigt.“
Heino-Manager Helmut Werner über den Vergleich mit der AfD Uckermark (laut t-online)
Für Heino ist das Kapitel AfD damit abgeschlossen. Wie der Rechtsstreit im Sommer ins Rollen kam, lesen Fans in unserem Artikel „Heino: Nach AfD-Wahlwerbung folgt jetzt ein teurer Schritt“. Und auch privat sorgt der Sänger gerade für Schlagzeilen: Heino versteigert mehr als 1.200 Erinnerungsstücke.