Im zarten Alter von zwölf Jahren stand Maria Bonelli erstmals auf einer Bühne und sang bei einem Schulfest „I Will Always Love You“ Whitney Houston. Dass sie nur wenige Jahre später erfolgreiche Schlagersängerin werden würde, hätte das junge Mädchen nicht geahnt. Im Interview mit SchlagerPlanet spricht die Ausnahmekünstlerin über ihre musikalische Vergangenheit, Zukunftswünsche und was die talentierte Sängerin im Leben bewegt.
SchlagerPlanet: Wie bist du zur Musik gekommen?
Maria Bonelli: Eigentlich wurde mir das in die Wiege gelegt. Ich bin in einer recht musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Bruder ist Musiker und war immer der Gitarrenspieler. Meine Mutter war immer die Sängerin zu Hause und damit war sozusagen der musikalische Anfang schon ein bisschen gegeben. Im Alter von zwölf Jahren stand ich dann tatsächlich schon auf der Bühne und wollte einfach immer mehr. Mit 16 wurde ich dann als Künstlerin entdeckt und stand da schon oft auf der Bühne.
SchlagerPlanet: Wieso hast du dich ausgerechnet für die Musikrichtung Schlager entschieden?
Maria Bonelli: Ich bin hier in Deutschland geboren und aufgewachsen. Deswegen bin ich sozusagen ungewollt dazu gekommen. Nachdem ich als Künstlerin entdeckt wurde, gab man mir einen deutschen Song. Ich fand es interessant, weil ich mich immer gerne ausprobiert habe. Die Produzenten fanden meine Interpretation alle so toll, dass ich mich in dem Genre weiter versuchen wollte. Das war mein Start in der Schlagerszene. Aber es war nie gezielt von mir gewollt, dass ich Schlager mache. Mir ist es wichtig, Spaß bei dem zu haben, was ich mache.
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SchlagerPlanet: Hattest du damals schon Vorbilder? Wenn ja, welche?
Maria Bonelli: Ich hatte in jungen Jahren sehr viele Vorbilder, zum Beispiel Céline Dion und Mariah Carey. Das sind immer noch meine Favoriten. Ich finde auch viele italienische Künstler toll, aber das sind keine direkten Vorbilder. Schlagermäßig finde ich Helene Fischer und Maite Kelly ganz total super. Wen ich im deutschen Schlager auch klasse finde, ist Marianne Rosenberg. Sie ist einfach etwas Besonderes und in der Schlagerbranche tatsächlich ein echter Star und für mich ein absolutes Unikat.
SchlagerPlanet: 1997 wurdest du mit dem „Schlagerdiamanten“ als beste Newcomerin ausgezeichnet. Was hat sich seitdem in deinem Leben verändert?
Maria Bonelli: Es waren komplett andere Zeiten und es war eine sehr interessante Zeit, um zu verstehen, was das Musikgeschäft eigentlich bedeutet. Ich habe es unterm Strich sehr genossen. Ich war sehr, sehr viel unterwegs mit namhaften Künstlern. Ich habe diese Erfahrung, die ich dort erleben durfte und konnte, mitgenommen und dafür bin ich sehr dankbar. Und eine Auszeichnung zu bekommen, ist wirklich auch etwas Wunderbares.
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SchlagerPlanet: Wenn du sagst, dass du mit namhaften Künstlern unterwegs warst: Gab es jemals eine musikalische Begegnung, die dich geprägt hat?
Maria Bonelli: Ja, eigentlich schon. Der Hauptdarsteller des Musicals „Gaudi“, Martin Moss. Er ist für mich ein Ausnahmekünstler gewesen. Wir waren sehr viel auf Tournee zusammen. Und er war wirklich mein Vorbild. Er hat es geschafft, Dinge in mir zu erwecken und sie so rauszukitzeln, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie als Künstlerin in mir steckten. Er war definitiv sehr oft an meiner Seite, hat mich viel motiviert und er war wirklich mein größtes Vorbild.
SchlagerPlanet: Auf Instagram hast du einen ganz besonderen Moment mit deinen Fans geteilt. Du warst 1996 auf dem Geburtstag von Tina Turner.
Maria Bonelli: Ja, das war wirklich ein Glücksfall. Das war ungefähr bei meinem Durchbruch in der Schlagerbranche. Ich war überall vertreten, in jedem Fernsehprogramm und und und. Mein damaliger Manager ist sehr eng mit dem Restaurantbesitzer befreundet, in dessen Lokal Tina Turner ihren Geburtstag feiern wollte. Die Aneinanderreihung dieser glücklichen Zufälle führten mich dann dorthin. An diesem Abend herrschte eigentlich ein komplettes Fotoverbot. Aber dann kam der Moment, in dem sie kurz alleine war und ich habe all meinen Mut zusammengenommen und sie trotzdem nach einem Erinnerungsfoto gefragt. Das hat sie dann schnell gemacht und so ist ein gemeinsames Bild entstanden. Wahrscheinlich bin ich die Einzige, die an diesem Abend ein Foto mit ihr machen durfte. Und es war wirklich eine ganz, ganz großartige Sache. Für mich war es ein richtiger Gänsehautmoment.
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SchlagerPlanet: Du hast eine wirklich beeindruckende Schlagerkarriere in Deutschland hingelegt. Was aber kaum jemand weiß: Du warst mal Werbefigur einer McDonald’s-Kampagne. Wie kam es dazu?
Maria Bonelli: Zu Beginn meiner Schlagerkarriere hatte ich noch keine Einnahmen, um konstant über die Runden zu kommen. Deshalb ging ich tatsächlich für eineinhalb Jahre noch parallel bei McDonald’s arbeiten. Da konnte ich flexibel arbeiten und wusste, dass ich Summe X jeden Monat auf jeden Fall auf dem Konto habe, um meine Miete zu zahlen. Irgendwann fotografierte mich ein Paparazzi und plötzlich war ich auf der Titelseite der BILD-Zeitung, die darüber schrieb, dass ich dort arbeite. Das hat natürlich auch McDonald’s mitbekommen. Kurze Zeit später habe ich aufgehört, dort zu arbeiten. Ein paar Jahre später startete McDonald’s eine Kampagne, für die sie recherchierten, welche Mitarbeiter sie hatten, die irgendwann mal im Laufe der Zeit besondere Berufe ausgeübt haben. So wurde unter anderem ich dafür ausgewählt, eines der Werbegesichter für diese Kampagne zu sein. Dann hatte ich ein Fotoshooting, da durfte ich diese ganz tolle McDonald’s Kette tragen. Mein Gesicht war dann nicht nur in den Medien, sondern auch auf Flyern und sogar auf den Papieren, die immer auf das Tablett gelegt werden, zu sehen. Das war eine interessante Erfahrung.
SchlagerPlanet: Auf Instagram teilst du auch gerne eine andere Leidenschaft: das Kochen – und kombinierst das ebenfalls mit der Musik. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ein Koch-Album rauszubringen oder ein eigenes Kochbuch?
Maria Bonelli: Das ist eigentlich mein Vorhaben. Ich koche wirklich sehr, sehr gerne und ich experimentiere auch immer und mache eigene Kreationen. Und ich habe mir immer Gerichte ausgedacht, mit denen ich in meinen Songs in irgendeiner Aussage eine Verbindung dazu schaffe. Künstlerisch finde ich diese Idee total toll. Aber es ist natürlich sehr mühsam, ein Kochvideo zu machen. Da hängen nicht nur produktionstechnische Schnitte dran, sondern auch die richtige Abfolge des Rezeptes. Aber das steht immer noch auf meiner To-do Liste, ein Kochbuch mit meinen Rezepten und passenden Songs herauszubringen.
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SchlagerPlanet: Du hast mit Solaya dein eigenes Label gegründet. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt?
Maria Bonelli: Es sammeln sich im Laufe der Jahre viele Erfahrungen. Man lernt eine ganze Menge dazu. Und als Künstlerin ist es manchmal so, dass du deine Zukunft einfach den Machern überlässt und hoffst, dass sie Dinge für dich umsetzen und es für dich als Künstlerin musikalisch weitergeht. Aber die Zeiten haben sich so verändert, dass Produzenten es selbst schwer haben mit ihren Plattenfirmen. Sie haben auch einen Gang zurückgeschraubt und investieren recht wenig in ihre Artists, was sonst völlig normal war und zu ihrer Arbeit gehörte. Ich hatte für meinen Teil keine Lust mehr, zu warten, dass dahingehend was passiert. Vor allem ist das auch in dem Alter, in dem ich mich befinde, für mich nicht mehr möglich. So habe ich mir vorgenommen, mich selbst um meine musikalische Zukunft zu kümmern. Ich weiß nach über 30 Jahren Erfahrung in der Branche, was ich will und was nicht. Heutzutage gibt es einige Möglichkeiten wie beispielsweise Social Media, sodass man diesen Schritt auch gehen kann. Ich habe mich dafür entschieden und bin sehr glücklich damit.
SchlagerPlanet: Du bist eine echte Frohnatur und strahlst so viel Wärme nach außen. Wie schaffst du es, dein Lächeln und deine positive Energie zu bewahren – vor allem jetzt, wo die Nachrichtenlage eher bedrückend und beunruhigend ist?
Maria Bonelli: Momentan fällt es mir echt schwer, meine Fröhlichkeit nach außen zu tragen, weil es mich schon sehr beunruhigt, was insgesamt hier auf der Welt aktuell passiert. Und ich selber stelle mir dann auch immer wieder die Frage, ob es wichtig wäre, in so einer Situation, in der wir uns befinden, was Fröhliches zu singen und Musik zu machen. Weil Musik ja eigentlich etwas Positives ist, was für gute Laune sorgt und ein bisschen den Alltag erleichtert. Man weiß einfach auch nicht mehr, was richtig ist und was nicht. Wiederum kommt mir dann auch der Gedanke, dass es aber auch nicht korrekt wäre, wenn ich die ganze Zeit in Sorge leben würde. Irgendwie muss es ja trotzdem weitergehen. Man sollte auch an das Gute glauben und die schönen Dinge nicht vergessen. Das heißt, wir müssen irgendwie drüber stehen und gucken, dass alles positiv weitergeht und dass wir weiterhin für Emotionen, Gefühle, die Liebe, die es auf der Welt gibt, nach vorne blicken. Prinzipiell bin ich tatsächlich eine Frohnatur. Ich brauche morgens nach dem Aufstehen zwar eine halbe Stunde zum Wachwerden, aber dann bin ich eigentlich total happy und ein sehr positiver Mensch.
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SchlagerPlanet: Was macht dich glücklich?
Maria Bonelli: Ich glaube, das Glück, das haben wir eigentlich prinzipiell in uns. Manchmal holen wir es aus uns raus. Und manchmal vergessen wir einfach, dass wir es haben. Zusätzlich gibt es eine Sache, bei der ich sage, es macht mich sofort überglücklich und holt alles aus mir heraus: das Meer. Ich habe eine unglaubliche Bindung zum Meer. Und ich brauche es nur zu sehen, zu riechen oder zu hören – und ich bin der glücklichste Mensch auf Erden. Ich brauche nichts. Ich brauche keine Rolex. Ich brauche kein Gold. Ich brauche kein Haus, kein Pferd, kein Nichts. Ich brauche nur das Meer und ich habe das Gefühl, ich bin mit ihm verbunden und mir geht es gut. Es ist was ganz ganz Magisches, etwas ganz Besonderes.
SchlagerPlanet: Hast du noch bestimmte Meilensteine, die du erreichen möchtest?
Maria Bonelli: Ich möchte wieder wie früher auf der Bühne stehen. Ich war wirklich eine Zeit lang sehr viel unterwegs und ich möchte wieder viele Auftritte haben und Konzerte geben. Das wäre mein nächster Meilenstein, den ich unbedingt erreichen möchte. Mit allem anderen bin ich eigentlich recht zufrieden und habe eigentlich schon alles so weit erreicht, was mich glücklich macht.