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Hape Kerkeling: Darum soll er jetzt im Landtag aussagen

15.07.2026, 16:37 Uhr

Hape Kerkeling ist für seine deutliche Haltung gegen die AfD bekannt – jetzt soll der Entertainer im Thüringer Landtag offiziell dazu aussagen. Eingeladen wurde er zu einer brisanten Anhörung, die ein mögliches Verbot der Partei klären soll. Doch ausgerechnet jetzt hält sich der 61-Jährige auffällig bedeckt.

Anhörung im Thüringer Landtag: Darum wird Kerkeling geladen

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) übereinstimmend aus Kreisen des Justizausschusses erfuhr, ist Entertainer Hape Kerkeling zu einer Anhörung zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren im Thüringer Landtag geladen. Zuvor hatte die „Zeit“ darüber berichtet. Der 61-Jährige soll als Anzuhörender beteiligt werden – initiiert wurde die Einladung von der Thüringer Linke-Fraktion.

Die Anhörung soll klären, ob verfassungsfeindliche Positionen innerhalb der Partei nur einzelne Äußerungen sind oder die AfD insgesamt prägen. Das erklärte die Linke-Abgeordnete Katharina König-Preuss bereits im Mai, als der Justizausschuss die Anhörung auf den Weg brachte:

„Die Anhörung soll deshalb klären, ob die verfassungsfeindlichen Positionen nicht nur einzelne Äußerungen sind, sondern die Partei insgesamt prägen.“

Katharina König-Preuss, Landtagsabgeordnete Die Linke

Kerkelings Büro: „Wird sich derzeit nicht äußern“

Obwohl Kerkeling sich in der Vergangenheit mehrfach klar gegen die AfD positioniert hatte, hält er sich zu seiner bevorstehenden Rolle im Landtag zurück. Auf Anfrage teilte sein Büro mit, der Komiker werde sich „zu dieser Angelegenheit derzeit nicht äußern“.

Bekannt wurde Kerkelings Haltung besonders durch seine Rede Mitte April zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Dort sprach der Entertainer über das Schicksal seines Großvaters Hermann Kerkeling, der im KZ als politischer Häftling Zwangsarbeit und Folter erlebte.

Hape Kerkeling hält eine Rede bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald
Hape Kerkeling als Hauptredner bei der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, Weimar, 12.04.2026. Foto: IMAGO / Funke Foto Services (Sascha Fromm)

Öffentliche Anhörung im September – Björn Höcke im Fokus

Nach Angaben der Thüringer Linke-Fraktion läuft zunächst bis Ende August eine schriftliche Anhörung. Für den 30. September ist dann eine öffentliche Anhörung im Landtag geplant, zu der auch Kerkeling geladen wurde. Insgesamt haben die Fraktionen 15 Experten und Redner benannt.

Im Mittelpunkt der Debatte steht der Thüringer AfD-Landesverband unter seinem Vorsitzenden Björn Höcke, der sowohl vom Bundesamt für Verfassungsschutz als auch vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sprach sich zuletzt für ein Verbot des Landesverbands aus.

  • Laut Medienberichten sollen neben Kerkeling unter anderem Verfassungsrechtler aussagen.
  • Auch ein Journalist sowie Vertreter der Gesellschaft für Freiheitsrechte sollen gehört werden.
  • Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland soll unter den Geladenen sein.
Termin Was passiert
Bis Ende August 2026 Schriftliche Anhörung im Justizausschuss
30. September 2026 Öffentliche Anhörung im Thüringer Landtag
15 Experten Von den Fraktionen benannte Redner, darunter Kerkeling

„Die AfD unter Höcke ist schon immer die treibende Kraft hin zum Völkischen gewesen und hat nach dem Parteitag in Erfurt noch an Einfluss gewonnen“, sagte Maier der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Hürden für ein Verbotsverfahren gelten unterdessen als hoch: Einen Antrag beim Bundesverfassungsgericht können ausschließlich Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung stellen – das gilt auch für ein mögliches Teilverbot gegen einen einzelnen Landesverband.

Petition für Bundespräsident Kerkeling knackt neue Marke

Kerkelings öffentliches Engagement gegen die AfD sorgt derweil für zusätzlichen Rückenwind bei seinen Fans: Eine Online-Petition mit dem Titel „Hape Kerkeling als Bundespräsident“ zählte bis Mittwochmorgen bereits rund 137.000 Unterstützer. Ob der Entertainer sich am 30. September tatsächlich öffentlich zur AfD äußert, bleibt bislang offen – sein Büro hält sich weiter bedeckt.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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