Uncategorized

Emotionale Einblicke: Harald Krassnitzer verliert seine Mutter

08.05.2026, 11:50 Uhr

Harald Krassnitzer spricht offen über den Tod seiner Mutter

Viele Jahre stand Harald Krassnitzer als „Tatort“-Kommissar vor der Kamera und war beruflich immer wieder mit dem Thema Tod konfrontiert. Nun musste der Schauspieler selbst einen schweren persönlichen Abschied erleben.

Wie Krassnitzer der „Bild“-Zeitung erzählte, starb seine Mutter Susanne bereits am 14. Februar im Alter von 95 Jahren. Die letzten Jahre ihres Lebens waren von einer Demenzerkrankung geprägt.

Trotz des Verlusts spricht der österreichische Schauspieler jedoch nicht nur von Trauer – sondern auch von einer besonderen Nähe, die zwischen ihm und seiner Mutter in dieser Zeit entstanden sei.

IMAGO / Future Image

Demenz veränderte ihre Beziehung

Die Krankheit habe ihre Verbindung auf überraschende Weise intensiviert, berichtet Krassnitzer offen.

„Die Beziehung zwischen uns wurde zum Ende hin intensiver als je zuvor.“

Vor allem seine Schwester kümmerte sich um die Pflege der Mutter. Harald Krassnitzer selbst pendelte immer wieder zwischen seinem Wohnort Wuppertal, den Dreharbeiten und Salzburg, wo seine Mutter lebte.

„Meine Schwester hat einen Großteil dieser Arbeit gemacht, weil ich noch relativ intensiv mit Dreharbeiten und all dem Wahnsinn beschäftigt war, den man das Leben nennt. Ich bin bei Drehpausen so oft wie möglich hingefahren“, schilderte der Schauspieler.

Besonders emotional seien für Krassnitzer die Veränderungen gewesen, die die Demenz mit sich brachte. Seine Mutter habe ihn oft nicht mehr als ihren Sohn erkannt.

„Mal war ich für sie mein eigener Vater, mal der Bruder oder der Hund. Bis dann irgendwann am Schluss nur noch eine Person zur Verfügung stand. Und das durfte ich dann sein. Ihr Sohn.“

Vor allem eine bestimmte Geste blieb ihm tief im Gedächtnis.

„Wenn sie mir die Hand gegeben und einfach nicht mehr losgelassen hat, weil sie so fest zugedrückt hat, dass ich mich nicht hätte befreien können. Diese Berührung erzählte etwas.“

Die stille Botschaft dahinter habe für ihn bedeutet:

„Ich bin deine Mutter!“

Krassnitzer erklärt, dass ihn diese Momente zunächst erschreckt hätten, gleichzeitig hätten sie beide aber emotional geöffnet.

IMAGO / APress

Neue Sicht auf Würde und Leben

Durch die Erfahrungen mit seiner Mutter habe sich auch sein Verständnis von Würde grundlegend verändert.

Besonders prägend war für ihn ein gemeinsamer Spaziergang, den seine Schwester organisiert hatte. Sie setzte die Mutter in einen Rollstuhl und fuhr mit ihr durch das Dorf.

Dort beobachtete Krassnitzer einen bewegenden Augenblick:

„Es hat keine 15 Sekunden gedauert und meine Mutter wandte sich der Sonne zu, wie eine Sonnenblume, weil sie die Wärme spürte.“

Auch die Geräusche der Natur habe seine Mutter intensiv wahrgenommen.

Für den Schauspieler wurde dadurch etwas Entscheidendes klar:

„Da wurde mir klar, dass das, was ich unter Würde verstehe, völliger Blödsinn ist. Sie ist noch da. Sie fühlt und lebt im Moment.“

„Eher ein Anfang“ statt ein Ende

Den Tod seiner Mutter beschreibt Harald Krassnitzer heute überraschend versöhnlich. Für ihn sei dieser Abschied nicht nur ein Ende gewesen.

Vielmehr empfinde er die gemeinsame Zeit rückblickend als etwas, das die Familie enger zusammengeschweißt habe. Deshalb spreche er beim Tod seiner Mutter heute „eher von einem Anfang“.

Das Thema Demenz begleitet Harald Krassnitzer derzeit nicht nur privat, sondern auch beruflich.

Am 7. Mai startet sein neuer Kinofilm „Der verlorene Mann“. Darin spielt er gemeinsam mit Dagmar Manzel und August Zirner einen demenzkranken Ehemann, der vergessen hat, dass seine Ehe bereits geschieden wurde.

Eine Rolle, die nach seinen persönlichen Erfahrungen nun eine ganz besondere Bedeutung für ihn haben dürfte.

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Neueste Meldungen