Sechs Chemotherapien, mehr als 20 Bestrahlungen – und trotzdem spricht Wencke Myhre heute von Glück. Mit 79 Jahren blickt die Schlagerlegende auf ihre Brustkrebserkrankung zurück und überrascht mit einem Satz, der zunächst kaum vorstellbar klingt.
Im Jahr 2010 erhält Wencke Myhre die Diagnose Brustkrebs. Entdeckt wurde er bei einer Routineuntersuchung, im August 2010 machte die Sängerin ihre Erkrankung öffentlich. Laut schlager.de standen ihr damals sechs Chemotherapien und mehr als 20 Bestrahlungen bevor.
Doch statt sich von der Angst lähmen zu lassen, griff die gebürtige Norwegerin zum Stift. Sie schrieb Listen – allerdings nicht mit Sorgen und Befürchtungen, sondern mit Dingen, auf die sie sich freute.
Wencke Myhre: Warum ausgerechnet die Krankheit zur Pause wurde
Gegenüber dem Magazin das neue sagt die Sängerin nun, wie schlager.de berichtet, einen bemerkenswerten Satz:
„Die Chemo war mein größtes Glück.“
Wencke Myhre laut „das neue“
Der Hintergrund: Wencke Myhre steht seit ihrem siebten Lebensjahr auf der Bühne. Ihr erster Auftritt fand 1954 in Oslo statt, gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder. Seitdem bestimmten Auftritte, Interviews, Fotoshootings und unzählige Termine ihren Alltag. Dazu kamen vier Kinder und drei Ehen. Zeit zum Innehalten blieb kaum.
Die Diagnose zwang sie zu einer Pause, die sie sich selbst vermutlich nie genommen hätte. Statt von Termin zu Termin zu hetzen, rückte die Familie in den Mittelpunkt. Schon 2013, bei der Vorstellung ihrer Biografie „Die Wencke“, sprach sie ähnlich über diese Zeit. Damals sagte sie laut t-online über das Jahr ihrer Erkrankung: „Das war mein bestes Jahr.“
Was die Krebszeit für sie bedeutete, lässt sich so zusammenfassen:
- Stillstand statt Dauerstress: erstmals seit Jahrzehnten keine Terminhetze
- Familie im Mittelpunkt: Zeit für Kinder und Enkelkinder
- Vorfreude statt Angst: Listen mit schönen Momenten, die noch vor ihr lagen
- Halt in der Liebe: ihr Partner Anders Eljas an ihrer Seite

„Ohne seine Liebe hätte ich es nicht geschafft“
Besonders wichtig war in dieser Zeit ihr Lebensgefährte Anders Eljas. Der schwedische Musiker und Dirigent, der unter anderem als Keyboarder mit ABBA auf Tournee war und das Musical „Chess“ orchestrierte, lebt seit 2000 mit Wencke Myhre in Norwegen. Über seine Unterstützung sagt sie dankbar: „Ohne seine Liebe hätte ich es nicht geschafft.“
Einen Trauschein braucht das Paar dafür nicht. Heiraten wollen die beiden nicht – für sie funktioniert das gemeinsame Leben so, wie es ist. Wie eng die beiden verbunden sind, zeigte sich auch, als Wencke Myhre um das Leben ihres Partners bangen musste.
| Wencke Myhre im Steckbrief | |
|---|---|
| Geburtsname | Wenche Synnøve Myhre |
| Geboren | 15. Februar 1947 in Oslo-Kjelsås |
| Erster Bühnenauftritt | 1954 in Oslo, mit sieben Jahren |
| Bekannte Hits | „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ (1966), „Ein Hoch der Liebe“ (1968), „Viva Maria“ (1977) |
| Grand Prix | 1968 für Deutschland mit „Ein Hoch der Liebe“, Platz 6 |
| Kinder | Kim, Dan, Fam und Michael |
| Ehen | Torben Friis-Møller, Michael Pfleghar, Arthur Buchardt |
| Partner | Anders Eljas (Musiker, Schweden) |
| Krebsdiagnose | Brustkrebs, 2010 |
| Biografie | „Die Wencke“ (2013) |

Wencke Myhre: „Das Schicksal würfelt blind“
Dass Wencke Myhre heute so gelassen auf ihr Leben blickt, hat viel mit dieser Erfahrung zu tun. Die Erkrankung hat ihr gezeigt, wie wenig sich das Leben planen lässt. Ihre Haltung bringt sie mit einem nachdenklichen Satz auf den Punkt: „Das Schicksal würfelt blind.“
Nicht alles lässt sich kontrollieren – aber man kann entscheiden, wie man mit den Herausforderungen umgeht. Genau das ist ihre Botschaft. Wie sehr sie sich über die Jahrzehnte verändert hat, zeigt auch unser Rückblick Wencke Myhre heute.
Ihr Appell an alle, die ihr zuhören, ist so einfach wie berührend: „Lasst uns diese Zeit gut nutzen und genießen.“