Urs Meier war einmal der wohl meistgehasste Mann Englands – jetzt sitzt der 67-Jährige im Schloss von „Die Verräter“ und muss lernen, wem er überhaupt noch trauen kann. Der Schweizer, der als Schiedsrichter bei der EM 2004 mit einer einzigen Entscheidung eine Welle der Empörung auslöste, wagt sich bei RTL auf völlig neues Terrain. Und ausgerechnet der Mann, der jahrzehntelang unter größtem Druck Entscheidungen treffen musste, macht am Ende eine überraschende Aussage über sein neues Abenteuer.
Steckbrief: Wer ist Urs Meier?
Bevor es um seinen Auftritt bei „Die Verräter“ geht, lohnt sich ein Blick auf die Karriere des Schweizers, der über Jahrzehnte zu den bekanntesten Unparteiischen Europas zählte.
| Kategorie | Angabe |
|---|---|
| Name | Urs Meier |
| Geburtsdatum | 22. Januar 1959 |
| Geburtsort | Zürich, Schweiz |
| Nationalität | Schweizerisch |
| Beruf | Ehemaliger FIFA-Schiedsrichter, TV-Experte, Unternehmer |
| Karriere-Highlights | WM 1998 & 2002, Champions-League-Finale 2002, EM 2004 |
| Karriereende als Schiedsrichter | 11. Dezember 2004 (nach 883 Spielen) |
| Familie | Verheiratet mit Andrea, drei Kinder |
| Wohnort | Andalusien, Spanien |
| Aktuell | Kandidat bei „Die Verräter“ (RTL), Staffel 4, 2026 |
Vom Amateur-Pfiff zur Champions-League-Legende
Seine Karriere begann Urs Meier 1977 als einfacher Amateur-Schiedsrichter in der Schweiz. 1991 erreichte er die höchste Schweizer Spielklasse, die Nationalliga A, ehe er 1994 zum FIFA-Schiedsrichter ernannt wurde. In den folgenden Jahren leitete er einige der bedeutendsten Spiele des Weltfußballs: Bei der WM 1998 pfiff er unter anderem die Partie USA gegen Iran, bei der WM 2002 stand er im Halbfinale zwischen Südkorea und Deutschland auf dem Platz. Höhepunkt seiner Karriere war das Champions-League-Finale 2002 – zudem leitete er fünf Champions-League-Halbfinals in Folge, eine Bestmarke, die seinen Ruf als einer der besten Unparteiischen Europas festigte.

Der Skandal, der ihn weltberühmt machte
International bekannt wurde Urs Meier jedoch nicht durch seine großen Erfolge, sondern durch eine einzige Entscheidung. Im EM-Viertelfinale 2004 zwischen England und Portugal erkannte er in der 89. Minute ein Kopfballtor von Sol Campbell ab, weil John Terry zuvor Portugals Torhüter Ricardo gefoult hatte. England verlor das Spiel anschließend im Elfmeterschießen. Wie Meier Jahre später zugab, hatte er das Foul im Moment der Entscheidung gar nicht direkt gesehen, sondern seinem Instinkt vertraut.
„Ich habe in dieser Nacht kein Foul tatsächlich gesehen – aber ich wusste, dass da eines war. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass etwas an der Szene nicht stimmte.“
Urs Meier über seine Entscheidung beim EM-Viertelfinale 2004
Die Folgen waren gravierend: Englische Boulevardzeitungen veröffentlichten Meiers E-Mail-Adresse, woraufhin er nach eigenen Angaben binnen eines Tages rund 16.000 Nachrichten erhielt – viele davon Beleidigungen und Morddrohungen. Die Schweizer Polizei stellte ihn zeitweise unter Personenschutz. Ein halbes Jahr später, am 11. Dezember 2004, beendete Meier nach 883 Spielen seine aktive Laufbahn als Schiedsrichter.
Leben nach dem Pfiff: TV-Experte, Unternehmer und Familienvater
Nach seinem Rücktritt blieb Urs Meier dem Fußball erhalten. Von Ende 2007 bis Juni 2011 leitete er das Schweizer Schiedsrichterwesen, parallel dazu arbeitete er von 2005 bis 2018 als TV-Experte für das ZDF und analysierte dort Schiedsrichter-Entscheidungen bei Welt- und Europameisterschaften. Heute ist er unter anderem für den Schweizer Sender Blue sowie als Fußballexperte im deutschen Fernsehen im Einsatz. Nebenbei betrieb Meier bis 2010 ein Haushaltswaren-Geschäft im aargauischen Wettingen, ehe er sein eigenes Redner- und Beratungsunternehmen gründete.
Privat ist Urs Meier mit seiner Frau Andrea verheiratet und Vater von drei Kindern, zwei davon aus erster Ehe. Die Familie lebt heute in Andalusien, Spanien. Zur Premiere der neuen „Die Verräter“-Staffel in Köln kam Meier gemeinsam mit seiner Frau und einer seiner Töchter.

Urs Meier bei „Die Verräter“: Vertrauen wird zur Glückssache
Seit dem 3. August 2026 läuft die vierte Staffel von „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ exklusiv auf RTL+, ab dem 17. August 2026 zeigt RTL die Folgen dann auch im linearen Programm, immer um 20:15 Uhr. Moderatorin Sonja Zietlow führt insgesamt 18 Prominente durch das Format – so viele wie nie zuvor. Unter den Kandidaten befinden sich neben Urs Meier auch mehrere Gesichter, über die Schlagerplanet bereits berichtet hat, etwa Marijke Amado und Ralph Morgenstern. Zu gewinnen gibt es ein Preisgeld von bis zu 50.000 Euro.
Auch bei den Spielregeln gibt es eine bislang einmalige Neuerung: Erstmals wählte Zietlow die Verräter öffentlich vor der Gruppe aus, ein zusätzlicher dritter Verräter wurde live per Telefonanruf bestimmt. Als Verräter-Trio stehen bereits Max Kruse, Marijke Amado und Ralph Morgenstern fest – Urs Meier zählt damit vorerst zu den Loyalen, die versuchen müssen, die Täuscher in der Gruppe zu enttarnen. Unter den weiteren 18 Kandidaten der Staffel sind unter anderem:
- Cathy Hummels (Moderatorin und Unternehmerin)
- Hardy Krüger jr. (Schauspieler)
- Tine Wittler (Moderatorin und Einrichtungsexpertin)
- Max Kruse (ehemaliger Fußballprofi)
- Joelina Drews (Sängerin, Tochter von Jürgen Drews)
- Gabriel Kelly („Let’s Dance“-Sieger 2024)
Mit einigen seiner Mitstreiter, darunter Marijke Amado, Hardy Krüger jr. und Ralph Morgenstern, soll Urs Meier während der Dreharbeiten eine enge Verbindung aufgebaut haben.
Schwerer als jedes Fußballspiel: Das sagt Urs Meier selbst
Am Ende ist es ausgerechnet der Mann, der einst unter Polizeischutz gestellt wurde, weil er einer ganzen Nation die Fußball-WM-Träume vermasselte, der die deutlichsten Worte findet. Über die Erfahrung im Schloss der „Verräter“ sagte Meier: „Wow, wow, wow, das war wirklich unglaublich schwer.“ Das gegenseitige Misstrauen am Frühstückstisch, so Meier, habe ein Ausmaß an Verstellung gezeigt, wie er es zuvor nicht kannte.
Selbst mit Blick auf seine frühere Profession fand der Schweizer noch einen Seitenhieb: „Ich habe mir nie den Videoassistenten auf dem Fußballplatz gewünscht – und beim Dreh erst recht nicht.“ Ein Satz, der zeigt: Was Urs Meier bei „Die Verräter“ erlebt hat, hat selbst den Mann überrascht, der einst dem Druck einer ganzen Fußballnation standhielt.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI