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Roy Black: Sein Sohn wagt einen schweren Neuanfang

30.07.2026, 09:22 Uhr

Über zwei Jahrzehnte lebte Torsten Höllerich, der Sohn von Schlagerlegende Roy Black, fernab der alten Heimat. Jetzt drängt es ihn zurück nach Deutschland – ausgerechnet in einem Alter, in dem andere längst sesshaft sind. Leicht wird der Neustart nicht, denn in seiner Heimat wartet kaum jemand auf ihn, und auch seinen sechsjährigen Sohn muss er zurücklassen.

Wer ist Torsten Höllerich?

Torsten Höllerich wurde in München geboren, als Sohn von Roy Black, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Höllerich hieß und im Oktober 1991 tot in seiner Fischerhütte aufgefunden wurde. Vor mehr als 20 Jahren zog Höllerich nach Kolumbien, heiratete dort seine Frau Maria Fernanda und bekam einen Sohn. Die Ehe ist inzwischen gescheitert, die Scheidung läuft, wie t-online berichtet.

Steckbrief Angabe
Name Torsten Höllerich
Vater Roy Black (bürgerlich Gerhard Höllerich, † Oktober 1991)
Geburtsort München
Alter 50 Jahre (Stand 2026)
Bisheriger Wohnort Kolumbien (seit über 20 Jahren)
Geplanter Wohnort Emden, Niedersachsen
Aktuelle Tätigkeit Übersetzungen und Gelegenheitsjobs
Sohn Dominique (6 Jahre) – bleibt bei der Mutter in Kolumbien

Vom Erbe zum Neuanfang mit 50

Sein Vater hatte ihm einst rund 400.000 D-Mark hinterlassen, umgerechnet etwa 200.000 Euro. Dieses Erbe ist inzwischen aufgebraucht. Seither hält sich Höllerich in Südamerika mit Übersetzungen und Gelegenheitsjobs über Wasser. Im Interview mit der „Bild“-Zeitung kündigte er nun an, dass er komplett von vorn beginnen will.

„Ich fange mit 50 noch einmal komplett bei null an.“

Torsten Höllerich im „Bild“-Interview

Roy Black, Portraitaufnahme von 1990
Roy Black im Mai 1990. Foto: IMAGO / teutopress

Rückkehr nach Deutschland: Ziel Emden

Als neues Zuhause hat Höllerich die niedersächsische Stadt Emden ins Auge gefasst. Dort lebt sein bester Freund, der ihn zunächst bei sich aufnehmen will. Noch in diesem Jahr soll die Rückkehr stattfinden. Auch das Grab seines Vaters, das sich in Deutschland befindet, ist für ihn ein wichtiger Grund für den Schritt.

Wenig Rückhalt in der Familie

Familiären Rückhalt hat Höllerich in Deutschland allerdings kaum. Zu nahen Verwandten besteht seit Jahren fast kein Kontakt mehr:

  • Onkel Walter Höllerich: Betreibt eine Fischzucht in Oberbayern und hat seinen Neffen seit mehr als 35 Jahren nicht gesehen. Er kenne ihn „nur aus der Zeitung oder von seinem Handyfoto, wenn wir mal telefonieren“.
  • Halbschwester Nathalie: Stammt aus Roy Blacks Beziehung mit Carmen Böhning. Sie traf Torsten nur einmal – bei der Beerdigung des gemeinsamen Vaters 1991, als sie noch ein Baby war.

Zur Rückkehr seines Neffen sagte Onkel Walter Höllerich: „Das kommt für mich überraschend, ich muss jetzt mal schauen, wie ich mit der Situation umgehe.“ Nathalie wiederum sei in der Familie ihrer Mutter aufgewachsen und habe offenbar nicht den Wunsch, Kontakt zur Familie Höllerich aufzunehmen.

Roy Black bei Dreharbeiten 1990
Roy Black im Mai 1990 am Rande von Dreharbeiten zu „Ein Schloß am Wörthersee“. Foto: IMAGO / teutopress

Sohn Dominique bleibt in Kolumbien zurück

Besonders schwer wiegt für Höllerich ein Detail seines Neustarts: Sein sechsjähriger Sohn Dominique zieht nicht mit nach Deutschland, sondern bleibt bei seiner Mutter Maria Fernanda in Kolumbien. Im Gespräch mit „Bild“ begründete Höllerich die Entscheidung so:

„Dominique bleibt in seiner vertrauten Umgebung bei seiner Mutter und ihrer Familie. Dort fühlt er sich wohl und kennt alle Menschen. In Deutschland könnte ich ihm im Moment nicht viel bieten.“

Torsten Höllerich im „Bild“-Interview

Höllerich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, getrennt von einem Elternteil aufzuwachsen: Als er neun Jahre alt war, trennten sich seine Eltern Roy Black und Silke Vagts. Er blieb bei der Mutter und sah seinen Vater fortan nur in den Schulferien – behielt aber, wie er betont, eine schöne Kindheit und ein enges Verhältnis zu ihm. Genau das wünscht er sich nun für Dominique. Zum Verhältnis zu seiner Noch-Ehefrau sagte er:

„Wir gehen respektvoll miteinander um und wollen beide das Beste für Dominique.“

Torsten Höllerich im „Bild“-Interview

Dominique wachse in Kolumbien in einem familiären Umfeld bei Mutter, Großeltern, Tanten, Onkeln und Cousins auf – das tröste Höllerich. Kontakt wolle er dennoch so eng wie möglich halten: „Und dank Internet können wir, wann immer er möchte, telefonieren und uns dabei sehen. Natürlich besuchen wir uns auch gegenseitig. Das habe ich meinem Sohn fest versprochen.“ Der Gedanke, seinen Sohn zurückzulassen, mache ihn dennoch „traurig“.

Trotz aller Hürden: Der Blick nach vorn

Trotz der ungewissen Aussichten blickt Torsten Höllerich optimistisch auf seinen Neustart. Die Nähe zum Grab seines Vaters und die Aussicht auf ein neues Kapitel scheinen für ihn schwerer zu wiegen als die Unsicherheit, die die Rückkehr mit sich bringt. Gelingt ihm der finanzielle Neustart in Deutschland, will er künftig auch Dominique aus der Ferne unterstützen.

„Ich weiß, dass das nicht einfach wird, aber ich freue mich auf diesen Neuanfang.“

Torsten Höllerich im „Bild“-Interview

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