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Rosalie Thomass: Die neue „Tatort“-Kommissarin liebt einen Regisseur

23.10.2026, 10:07 Uhr

Am Sonntag, 25. Oktober 2026, ermittelt sie zum ersten Mal im Franken-„Tatort“: Rosalie Thomass übernimmt als Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber die Nachfolge von Dagmar Manzel. Doch wer ist die Münchnerin, die schon als Teenager mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde? Alter, Herkunft, Karriere, Kinofilme – und der Mann an ihrer Seite: der Steckbrief.

Rosalie Thomass im Steckbrief

Steckbrief Rosalie Thomass
Geboren 14. August 1987
Alter 39 Jahre
Geburtsort München
Wohnort München
Beruf Schauspielerin, Drehbuchautorin
Durchbruch „Polizeiruf 110: Er sollte tot“ (2006)
Familie Großnichte des Filmkomponisten Eugen Thomass
Partner Regisseur Aron Lehmann
Kinder zwei
„Tatort“-Rolle Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber (Franken)
Infografik: Steckbrief von Rosalie Thomass mit Geburtsdatum, Geburtsort, Partner und Tatort-Rolle
Steckbrief Rosalie Thomass: die wichtigsten Fakten zur neuen Franken-„Tatort“-Kommissarin. Grafik: Schlagerplanet

Herkunft: Ein Münchner Kind mit Bühnenblut

Rosalie Thomass wurde am 14. August 1987 in München geboren – und ist der Stadt bis heute treu geblieben. Das künstlerische Talent liegt offenbar in der Familie: Laut Wikipedia ist sie eine Großnichte des Filmkomponisten Eugen Thomass.

Schon als Kind stand sie auf der Bühne. Sie sang im Schulchor, spielte Schultheater und hatte eine Rockband, dazu kamen Modern Dance sowie Klavier- und Flötenunterricht. 1997 sammelte sie erste Theatererfahrungen am Münchner Volkstheater, ab 2001 nahm sie Schauspielunterricht und spielte in der Jugendtheatergruppe der Münchner Kammerspiele. 2003 folgte Gesangsunterricht.

Karriere: Vom Grimme-Preis zum Kinostar

Ihr Filmdebüt gab Thomass 2003 mit dem Kurzfilm „Emily will sterben“. Den Durchbruch brachte 2006 der „Polizeiruf 110: Er sollte tot“ unter der Regie von Dominik Graf. Für ihre Leistung erhielt die damals 19-Jährige unter anderem den Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis als beste Nachwuchsdarstellerin.

Einem großen Publikum wurde sie anschließend mit der „Beste“-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller bekannt. Diese Rollen prägen ihre Karriere:

  • „Beste Zeit“, „Beste Gegend“, „Beste Chance“ (2007, 2008, 2014) – Rosenmüllers bayerische Coming-of-Age-Trilogie
  • „Grüße aus Fukushima“ (2016) – Hauptrolle in Doris Dörries Drama, ausgezeichnet mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Schauspielerin
  • „Eine unerhörte Frau“ (2016) – ausgezeichnetes TV-Drama
  • „Unterleuten – Das zerrissene Dorf“ (2020) – Verfilmung des Juli-Zeh-Romans
  • „Die Känguru-Chroniken“ (2020) und „Die Känguru-Verschwörung“ (2022)
  • „Wäldern“ (2024) – als Lara Glanz in der Mystery-Reihe im Ersten
  • „Mordnacht“ (2024) – als Kommissarin Leonie Winter

Auch im „Tatort“ ist sie keine Unbekannte: Bereits 2009 spielte sie Nebenrollen in den Folgen „Herz aus Eis“ und „Tempelräuber“.

Neu im Franken-„Tatort“: Das ist Emilia Rathgeber

Jetzt der große Schritt: Rosalie Thomass wird Kommissarin im Franken-„Tatort“ des Bayerischen Rundfunks. Sie folgt auf Dagmar Manzel, die als Paula Ringelhahn nach zehn Fällen im Herbst 2024 ausgestiegen war. An ihrer Seite ermittelt weiterhin Fabian Hinrichs als Felix Voss, dazu gehört Eli Wasserscheid als Wanda Goldwasser zum Team.

Ihre Figur Emilia Rathgeber – laut dpa von allen „Emmy“ genannt – kommt aus München zur Nürnberger Kripo. Thomass beschreibt sie im Gespräch mit der dpa so:

„Ich würde sie als einen sehr offenen, neugierigen Menschen bezeichnen. Sie ist eine Person, die nicht so schnell Urteile fällt über Menschen, sondern eher forschend in die Welt guckt und verstehen will.“

Rosalie Thomass über ihre Rolle Emilia Rathgeber (dpa)

Die Kollegen sind schon begeistert. Fabian Hinrichs sagte bei einem Setbesuch laut teleschau über die Zusammenarbeit: „Es ist ein bisschen schöner noch, als ich es mir vorgestellt habe.“ Eli Wasserscheid nannte die Neue „ein Geschenk“.

„Tatort: Gottesgarten“ – Sendetermin und Handlung

Der erste Fall „Gottesgarten“ ist der zwölfte Franken-„Tatort“. Er wurde im Sommer 2025 in Nürnberg und Umgebung gedreht und feierte im Mai 2026 beim Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden Premiere.

  • Sendetermin: Sonntag, 25. Oktober 2026, 20:15 Uhr im Ersten
  • Mediathek: bereits ab Freitag, 23. Oktober 2026, in der ARD-Mediathek
  • Handlung: In einem Nürnberger Stundenhotel wird ein Travestiekünstler getötet. Die Spur führt Rathgeber und Voss ins oberfränkische Dorf Gottesgarten – zu einem nie gesühnten Verbrechen, über das dort kaum jemand sprechen will.

Für Thomass ist der Abend etwas Besonderes. „Es ist mein erster Tatort als Ermittlerin“, sagte sie der dpa und kündigte eine Watchparty an: „Das ist für mich schon eine große Sache.“ Ein zweiter Fall mit dem Titel „Totholz“ ist bereits abgedreht und soll laut teleschau 2027 laufen.

Mehr neue Gesichter im Krimi-Sonntag: Auch Karoline Schuch ist als neue „Tatort“-Psychologin dabei, und Almila Bagriacik wurde durch einen Zufall zum „Tatort“-Star.

Rosalie Thomass bei der Premiere von Lügen über meine Mutter in Köln
Rosalie Thomass bei der NRW-Premiere von „Lügen über meine Mutter“ im Weisshaus Kino, Köln, 05.10.2026. Foto: IMAGO / BREUEL-BILD

Kino 2026: Drehbuchautorin und Hexen-Mama

Der „Tatort“-Start krönt ein volles Jahr. Seit dem 8. Oktober 2026 läuft „Lügen über meine Mutter“ in den Kinos, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniela Dröscher, der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Thomass spielt die Hauptrolle der Mutter Cornelia – und hat laut TV Movie auch das Drehbuch geschrieben.

Junge Kinofans kennen sie zudem als Barbara Blocksberg, die Mutter der kleinen Hexe Bibi, in „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ (Kinostart 11. Dezember 2025). Laut fernsehserien.de ist sie in derselben Rolle auch im Nachfolger „Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise“ zu sehen.

Privat: Ihr Partner führt Regie bei ihren Filmen

Und wer ist der Mann an ihrer Seite? Rosalie Thomass ist mit dem Regisseur Aron Lehmann liiert, die beiden sind laut Joyn bereits seit vielen Jahren ein Paar. Mit ihren zwei gemeinsamen Kindern lebt die Familie in München. Namen und Alter der Kinder hält das Paar aus der Öffentlichkeit heraus.

Rosalie Thomass mit ihrem Partner Aron Lehmann bei einer Filmpremiere in München
Rosalie Thomass mit Partner und Regisseur Aron Lehmann bei der Premiere von „Lügen über meine Mutter“, München, 28.09.2026. Foto: IMAGO / Future Image (N. Kolinz)

Lehmann wurde 1981 in Wuppertal geboren, wuchs im Nördlinger Ries auf und studierte Regie an der Filmuniversität Babelsberg. Bekannt wurde er mit seinem Debüt „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“, für das Thomass 2014 zusammen mit dem Ensemble den Deutschen Schauspielpreis erhielt. Auch bei „Lügen über meine Mutter“ arbeitete das Paar zusammen: Thomass schrieb das Drehbuch, Lehmann führte Regie.

Ihre Freizeit verbringt die Schauspielerin am liebsten in der bayerischen Natur. Im Sommer schwimmt sie in der Isar – wo Wasser ist, muss sie rein, erzählte sie laut Joyn. Ein Detail, das zur neuen Rolle passt: Thomass gilt nach eigener Aussage als schreckhaft und findet viele Spannungsfilme zu grausam. Am Franken-„Tatort“ schätzt sie dagegen, dass er Raum für die menschliche Seite der Geschichten lässt.

Ebenfalls lesenswert: Axel Milberg privat – Ehe, Söhne und sein Leben nach dem „Tatort“.

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