Das Landesgericht Innsbruck hat am Donnerstag, 1. Oktober 2026, sein Urteil im neu aufgerollten Betrugsprozess gegen Jimi Blue Ochsenknecht gesprochen. Der 34-Jährige wurde wegen schweren Betrugs zu einer Geldstrafe von 34.500 Euro verurteilt. Hintergrund ist eine Hotelrechnung, die über Jahre offen blieb. Wie viel der Schauspieler und Musiker am Ende tatsächlich noch zahlen muss, ist allerdings eine ganz andere Zahl.
Worum es im Prozess gegen Jimi Blue Ochsenknecht ging
Ende 2021 feierte Jimi Blue Ochsenknecht seinen 30. Geburtstag über mehrere Tage in einem Vier-Sterne-Hotel in Kirchberg bei Kitzbühel. Die Rechnung über knapp 14.000 Euro – laut „Abendzeitung“ exakt 13.827,35 Euro – beglich er über Jahre nicht. Bezahlt wurde sie erst, nachdem er per europäischem Haftbefehl gesucht und Ende Juni 2025 in Hamburg festgenommen worden war. Anschließend wurde er nach Innsbruck überstellt und gegen eine Kaution von 15.000 Euro unter Auflagen freigelassen.
Schon einmal schien die Sache erledigt: Im August 2025 endete der erste Prozess mit einer sogenannten Diversion, also einer Erledigung ohne Urteil, gegen eine Geldbuße von 18.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Beschwerde ein – mit Erfolg. Das Oberlandesgericht Innsbruck hob die Diversion auf, das Verfahren musste neu verhandelt werden.

Ochsenknecht fehlt bei der Urteilsverkündung
Bei der rund einstündigen Verhandlung im Großen Schwurgerichtssaal war Ochsenknecht nicht anwesend – eine Pflicht dazu bestand nicht. Er ließ sich von seinem österreichischen Anwalt Lukas Staffler vertreten. Dieser argumentierte, es habe „keinen Betrugsvorsatz“ gegeben, sein Mandant sei zum Zeitpunkt der Rechnung „solvent“ gewesen. Staffler beantragte einen Freispruch. Laut „Ad-hoc-News“ erklärte der Verteidiger zudem:
„Er übernahm die Verantwortung für sein Handeln, bekannte sich jedoch nicht im Sinne der Anklage schuldig.“
Verteidiger Lukas Staffler, wiedergegeben von Ad-hoc-News
Die Staatsanwältin bezeichnete die Argumente der Verteidigung als „regelrecht absurd“. Die Zahlung sei „nicht einmal nach einem Exekutionstitel des Bezirksgerichts Kitzbühel erfolgt“. Beglichen worden sei der Betrag letztlich „von seiner Ex-Freundin“, so die Anklägerin laut „Südtirol News“.
Auch der Hotelier sagte als Zeuge aus. Er habe auf Ochsenknechts Wort vertraut – hätte er gewusst, dass die Rechnung so lange offen bleibt, hätte es diesen Vertrauensvorschuss nicht gegeben.
Richterin: „Jedenfalls nicht zahlungswillig“
Richterin Heide Maria Paul begründete den Schuldspruch deutlich:
„Ob er an sich zahlungsfähig war, spielt dabei keine große Rolle.“
Richterin Heide Maria Paul, Landesgericht Innsbruck
Der Angeklagte sei „jedenfalls nicht zahlungswillig gewesen“ und habe sich „zum Zeitpunkt der Zahlung der Rechnung im Hotel irgendwie rausgeschwindelt“, so die Richterin. Sie sprach von einem „Täuschungsmanöver“ und verwies auf das Vertrauensverhältnis, das durch die Bekanntschaft des Hoteliers mit Ochsenknechts Mutter bestanden habe.
Der Fall im Überblick
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Ende 2021 | Mehrtägige Feier zum 30. Geburtstag in einem Hotel in Kirchberg (Tirol), Rechnung knapp 14.000 Euro |
| Ende Juni 2025 | Festnahme in Hamburg per europäischem Haftbefehl, danach Überstellung nach Innsbruck |
| August 2025 | Erster Prozess endet mit Diversion gegen 18.000 Euro Geldbuße |
| Danach | Oberlandesgericht Innsbruck hebt die Diversion auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft auf |
| März 2026 | Strafbefehl des Amtsgerichts München über 80 Tagessätze wird rechtskräftig (Restaurantrechnung in Graz) |
| 1. Oktober 2026 | Urteil am Landesgericht Innsbruck: 34.500 Euro Geldstrafe, nicht rechtskräftig |
Nicht der erste Ärger mit der Justiz
Der Münchner Fall spielt auch im Innsbrucker Urteil eine Rolle. Laut „beck-aktuell“ soll Ochsenknecht im März 2022 in Graz eine Rechnung über 1.900 Euro für Essen und Getränke in einem Restaurant und einer Cocktailbar zunächst absichtlich nicht bezahlt haben. Der Strafbefehl über 80 Tagessätze wurde im März 2026 rechtskräftig – Schlagerplanet berichtete damals über den erneuten Strafbefehl.

Privat und beruflich ist der Sohn von Uwe und Natascha Ochsenknecht derzeit vor allem mit der Sky-Doku „Yeliz & Jimi – We Are Family?!“ präsent, deren zweite Staffel im September 2026 startete. Mehr dazu: Yeliz Koc und Jimi Blue: Plan vom zweiten Baby geplatzt sowie Jimi Blue Ochsenknecht: Diese Wendung überrascht alle.
So viel muss Jimi Blue Ochsenknecht wirklich zahlen
Die 34.500 Euro muss Ochsenknecht nicht komplett neu aufbringen. Laut Richterin werden mehrere Posten angerechnet:
- die im ersten Verfahren bereits in Raten bezahlte Geldbuße von 18.000 Euro,
- die vom Amtsgericht München verhängte Geldstrafe,
- die Vorhaft nach seiner Festnahme.
Unterm Strich bleiben laut „Südtirol News“ noch 6.742 Euro zu zahlen, der ORF Tirol spricht von rund 6.500 Euro. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig: Weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung gaben nach der Verkündung eine Erklärung ab.