Stars

Helena Fürst: Was heute aus „Höllena“ geworden ist

17.08.2026, 12:15 Uhr

Sie war eine der lautesten Figuren, die das deutsche Reality-TV je hervorgebracht hat: Helena Fürst kämpfte im Fernsehen für Menschen in Not, zog ins Dschungelcamp und wurde dort zur Reizfigur. Dann verschwand sie – erst leise, dann ganz. Wer heute nach ihr sucht, findet eine Frau, deren Geschichte längst nicht mehr von TV-Shows erzählt wird, sondern von etwas anderem.

Zwischen 2010 und 2015 gehörte Helena Fürst zum festen Personal des deutschen Nachmittagsfernsehens. Als „Kämpferin aus Leidenschaft“ stellte sie sich bei RTL vor Mietern, Schuldnern und Hartz-IV-Empfängern auf – laut und kompromisslos. Elf Jahre später ist von diesem Fernsehleben kaum etwas übrig. Was aus ihr geworden ist, überrascht selbst langjährige Beobachter der Szene.

Helena Fürst: Steckbrief im Überblick

Angabe Detail
Name Helena Fürst
Geboren 11. Februar 1974 in Offenbach am Main
Alter 52 Jahre
Sternzeichen Wassermann
Größe 1,78 m
Ausbildung Staatlich geprüfte Betriebswirtin
Bekannt durch „Helena Fürst – Kämpferin aus Leidenschaft“ (RTL, 2010–2015), „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (2016)
Wohnort Berlin
Familie eine Tochter (geboren 2011)

Vom Fließband ins Jobcenter – und dann ins Fernsehen

Der Weg zur Fernsehbekanntheit war bei Helena Fürst kein klassischer Show-Werdegang. Laut Wikipedia arbeitete die gebürtige Offenbacherin zunächst am Fließband, später als Bürokauffrau und Apothekenhelferin, bevor sie Fallmanagerin in einem kommunalen Jobcenter wurde. Von 2005 bis 2009 war sie als Ermittlerin für die Kreisverwaltung Offenbach im Bereich Sozialleistungsmissbrauch tätig.

Genau dieser Job brachte sie 2008 erstmals vor die Kamera: In der Sat.1-Reihe „Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln“ war sie in ihrer echten beruflichen Rolle zu sehen. Der Sprung ins eigene Format folgte zwei Jahre später.

„Kämpferin aus Leidenschaft“: Der Aufstieg bei RTL

Von 2010 bis 2015 lief bei RTL „Helena Fürst – Kämpferin aus Leidenschaft“. Fünf Staffeln lang trat sie darin als Fürsprecherin für Menschen auf, die sich gegen Behörden, Vermieter oder Arbeitgeber nicht wehren konnten. Das Publikum kannte sie schnell als „Anwältin der Armen“ – eine Zuschreibung, die für Verwirrung sorgte, denn eine juristische Ausbildung als Rechtsanwältin hat Fürst nie absolviert. Ihre Qualifikation ist die einer staatlich geprüften Betriebswirtin.

Ende 2015 veröffentlichte sie zusätzlich einen Lebensratgeber als E-Book: „Der Fürst Code“.

Dschungelcamp 2016: Wie aus Helena „Höllena“ wurde

Der wohl folgenreichste Auftritt ihrer Karriere kam im Januar 2016. Fürst zog in die zehnte Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ – und wurde dort zur Hauptfigur der Staffel, allerdings nicht als Sympathieträgerin. Ihr konfrontativer Stil brachte ihr den Spitznamen „Höllena“ ein und sorgte dafür, dass die Zuschauer sie Abend für Abend in die Dschungelprüfungen wählten.

Am 15. Tag war Schluss. Wie die Abendzeitung München damals berichtete, musste Fürst das Camp verlassen, während Menderes Bağcı, Thorsten Legat und Sophia Wollersheim ins Finale einzogen. Für sie bedeutete das Platz vier – und den größten Bekanntheitsschub ihres Lebens.

Ballermann, Sommerhaus und die Reality-Jahre

Diese Bekanntheit versuchte sie unmittelbar zu nutzen. Im März 2016 kündigte sie eine Karriere als Party-Sängerin an: Gemeinsam mit Ballermann-Sänger Almklausi nahm sie eine Coverversion des Party-Klassikers „Es ist geil, ein Arschloch zu sein“ auf. Parallel war sie bei „Das perfekte Promi-Dinner“ und „Grill den Henssler“ (beide VOX) zu sehen.

Helena Fürst bei einem musikalischen Auftritt in Dresden im Juli 2017
Helena Fürst bei einem musikalischen Auftritt in der Nachtbar Klax in Dresden, 17.07.2017. Foto: IMAGO / Andreas Weihs

Im August 2017 folgte „Das Sommerhaus der Stars“ – gemeinsam mit ihrem damaligen Verlobten, dem Sänger Ennesto Monté. Das Paar trennte sich nach Medienberichten unmittelbar nach den Dreharbeiten. 2019 bot Fürst Coachings für Reality-Teilnehmer an; ihre Begründung damals gegenüber Promiflash: Niemand könne das Experiment Fernsehen besser erklären als jemand, der es selbst durchlaufen habe. 2020 kamen „Like Me – I’m Famous“ (RTL) und „Die Festspiele der Reality Stars“ (Sat.1) hinzu.

Schwere Jahre: Klinik-Aufenthalt und Tumor-Diagnose

Ab 2021 verschoben sich die Schlagzeilen. Im Juni 2021 wurde Fürst nach einem Polizeieinsatz in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – öffentlich sprach sie damals davon, dort „gegen meinen Willen“ festgehalten zu werden. Es war der Beginn einer Phase, in der es kaum noch um TV-Formate ging.

Im Dezember 2023 machte sie über Facebook öffentlich, dass bei ihr ein Hirntumor festgestellt worden war – entdeckt bei einer Routineuntersuchung für eine Fernsehproduktion, wie Promiflash berichtete. Gegen eine Operation entschied sie sich, weil ihr kein Arzt eine gefahrlose Entfernung zusichern konnte. Wenige Tage später zog sie eine vorsichtig positive Zwischenbilanz.

„Mir geht es besser. Einige Beschwerden bleiben, aber ich bin optimistisch!“

Helena Fürst, laut Promiflash, Dezember 2023

Der Rückzug 2022 – der Bruch mit dem Reality-TV

Dazwischen lag der endgültige Bruch mit dem Genre. Im Juli 2022 nahm Fürst an „Das große Promi-Büßen“ (ProSieben) teil, wurde aber nach der zweiten Folge von der Produktion aus der Show genommen – begründet mit anhaltenden Konflikten mit den Mitkandidaten. Fürst wehrte sich öffentlich, drohte der Produktionsfirma mit rechtlichen Schritten; Ermittlungen gegen sie wurden Mitte Juli 2022 eingestellt.

Im September 2022 zog sie dann selbst den Schlussstrich. Auf Facebook schrieb sie nach dem Show-Aus laut desired.de Sätze, die wie ein Abschied klangen:

  • „Wie weit treibt es diese Unterhaltungsbranche noch?“
  • „Macht es gut. Bin raus aus der Öffentlichkeit.“

Es war das letzte Kapitel ihrer Fernsehkarriere. Seither ist Helena Fürst in keinem neuen TV-Format mehr aufgetreten.

Was macht Helena Fürst heute?

Heute, im Sommer 2026, ist Helena Fürst 52 Jahre alt und lebt nach Angaben ihrer Wikipedia-Biografie mit ihrer 2011 geborenen Tochter und ihrer Mutter in Berlin. Ein TV-Comeback gab es nicht – ihr Rückzug von 2022 hat gehalten. Was blieb, ist die direkte Verbindung zu ihrer Community: Fürst kommuniziert seit Jahren fast ausschließlich über soziale Netzwerke, vor allem über Facebook-Beiträge und Livestreams.

Und genau dort spielte sich Anfang 2026 der Moment ab, der die Frage „Was macht sie heute?“ für viele Fans beantwortete – anders als erwartet. Am 2. Januar 2026 streamte Fürst live aus einem Rettungswagen, während sie in eine Klinik gebracht wurde. Auf Nachfragen ihrer Zuschauer erklärte sie im Stream: „Mir geht es sehr gut.“ Erst das Klinikpersonal beendete die Übertragung. Der Vorfall, über den unter anderem Promiflash berichtete, löste in ihrer Community große Besorgnis aus – und eine Debatte darüber, wie viel Nähe ein solcher Livestream aushält.

Aus Sicht der Branche ist der Fall Helena Fürst damit vor allem ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn eine Person zur TV-Figur wird und diese Figur irgendwann größer ist als das Format, das sie erschaffen hat. Der Kampf, für den sie einst bekannt war, findet heute nicht mehr im Fernsehen statt – sondern im Privaten, und dort geht es um ihre Gesundheit.

Mehr zum Thema: Krankenwagen-Livestream sorgt für Entsetzen: Helena Fürst meldet sich plötzlich · Nach Ausraster: Helena Fürst wird aus TV-Show geschmissen · Dschungelcamp: Die schlechtesten Dschungelprüflinge jemals

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Neueste Meldungen