Als „Bergdoktor“ steht Hans Sigl für Empathie und Zusammenhalt. Privat hat er vor Jahren einen schweren Schritt gemacht, über den er jetzt ungewöhnlich offen spricht.
Ein Interview über Familie
Im Interview mit dem „Stern“ geht es um die Frage, was für Sigl (57) eine „heile Familie“ ausmacht. Das Bild der heilen Familie, das gerade an Weihnachten gern beschworen wird, sieht er kritisch:
„Jeder hat seine eigene Vorstellung von Familienharmonie. Dieses Bild einer Familie gilt es immer wieder zu hinterfragen.“
Hans Sigl im „Stern“-Interview, laut Schlager.de
Seine eigene Familie beschreibt er als Patchwork-Familie, in der er allen „möglichst viel Freiheit“ lassen wollte. Die Kinder sind längst erwachsen. Dass sie trotzdem gern nach Hause kommen, sei „ein schönes Gefühl“. Mehr dazu: Hans Sigl: Große Überraschung in seiner Patchwork-Familie.
Die Auflösung: Der bewusste Abschied
Sigl hat vor Jahren den Kontakt zu seinen Eltern beendet. Von einem Bruch will er dabei aber nicht sprechen:
„Ich habe nicht mit ihnen gebrochen, sondern mich von ihnen verabschiedet. Zu einer Zeit, in der das notwendig war, weil ich gemerkt habe: Ich muss meinen Weg anders gehen und aus diesem System aussteigen.“
Hans Sigl im „Stern“-Interview, laut Schlager.de
Inzwischen sind beide Elternteile gestorben. Trotzdem denkt Sigl heute mit einem „großen, warmen Gefühl“ an sie. Anderen, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, gibt er diese Gedanken mit:
- „Wenn jemandem eine Beziehung nicht guttut, kann und darf man sich davon lösen.“
- Wichtig sei, „nicht im Zorn zu gehen, sondern versöhnt sagen zu können: Das ist nicht gut für dich und nicht gut für mich“.
- Die Verantwortung für die Gefühle des anderen könne man dabei nicht übernehmen.
Seit fast 20 Jahren spielt Sigl im ZDF den „Dr. Martin Gruber“ in „Der Bergdoktor“, derzeit geht er außerdem mit einem eigenen Weihnachtsprogramm auf Tour. Bereits Anfang des Jahres sagte er im Magazin „Forum“: „Genießt euer Leben und liebt eure Lieben.“
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI