Schlager News

Ikke Hüftgolds WM-Song verärgert seine eigenen Fans

30.06.2026, 10:31 Uhr

Ein KI-Song, der während der Fußball-WM 2026 das Netz im Sturm erobert hat, sorgt nun für mächtig Wirbel – und Ikke Hüftgold steckt mittendrin. Der Ballermann-Star veröffentlichte eine eigene Version des viralen Hits und behauptete, der Song stamme ursprünglich von ihm. Doch seine Fans sehen das ganz anders.

Viraler WM-Hit: Was steckt hinter „Jetzt wird gefickt“?

Wer während der WM 2026 in sozialen Netzwerken unterwegs war, kam kaum an ihr vorbei: „Jetzt wird gefickt“, gesungen von einer Schlagersängerin mit Föhnwelle und Sechzigerjahre-Charme namens Margot Huber – die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Die Figur ist ein KI-Konstrukt; seit 2024 werden unter ihrem Namen am laufenden Band Schlager produziert, ihre Stimme kommt aus dem Rechner.

Der Song ist ein Mischprodukt aus klassischem Songwriting und moderner KI-Technik. Er bringt Spielernamen wie Nick Woltemade, Nico Schlotterbeck, Leroy Sané und Jonathan Tah mit viel Augenzwinkern und teils obszönen Zeilen in einen Schlager-Partysong. Auf Streamingdiensten kommen Millionenaufrufe zusammen, auf Instagram und TikTok wird mitgesungen. Hinter dem Projekt steckt ein Musiker aus der Nähe von Braunschweig, der schon länger KI-Schlager unter dem Pseudonym „Margot Huber“ veröffentlicht.

Ikke Hüftgold mischt sich ein – und behauptet, der Song sei seiner

Dann mischte sich ein bekanntes Gesicht ein: Ikke Hüftgold, bürgerlich Matthias Distel, veröffentlichte eine eigene, entschärfte Fassung des Songs. Laut seinem Management geschah dies „in enger Absprache mit dem Schöpfer von Margot Huber“. Er sei „geschockt und fasziniert zugleich“ gewesen. Die Menschheit habe sich „mit KI ein Monster erschaffen, das keine moralischen Grenzen kennt“.

Auf Instagram ging der 49-Jährige jedoch noch weiter: Er deutete an, der Song stamme ursprünglich von ihm. In einem Post schrieb er, er habe den Track vor sechs Wochen „aus Schamgefühl über KI“ auf dem Margot-Huber-Profil hochgeladen – und lade nun die „Original-Version“ wieder hoch. Damit sorgte er für zusätzliche Verwirrung, denn der bisher genannte Hauptverantwortliche hinter „Margot Huber“ taucht in Ikke Hüftgolds Version nicht mehr in den Credits auf.

View this post on Instagram

Auf den Vorwurf, er wolle schlicht vom Hype des viralen WM-Songs profitieren, antwortete Ikke auf Instagram: „Warum sollte ich für meinen eigenen Song Geld bezahlen und vor allem an wen? Margot braucht doch nur Strom.“

DFB prüft rechtliche Schritte gegen den Originaltrack

Beim DFB löste vor allem die ursprüngliche Margot-Huber-Version Alarmstimmung aus. Der Verband erklärte, man sei „schockiert über den Liedtext und die darin enthaltenen Darstellungen unserer Nationalspieler“. Der Song nutze „das Format eines ‚WM-Songs‘ als Vehikel, um Nationalspieler in einen sehr konkreten sexuellen Kontext zu stellen“. Eine zulässige Satire sei das nicht – die „satirische Verpackung“ heile diese Verletzung nicht.

Laut der Abendzeitung München prüft der DFB rechtliche Schritte und hält sich „alle Maßnahmen offen“. Vergangenen Donnerstag verschwand die Originalversion von den großen Streaming-Plattformen – offiziell im Umlauf ist seither nur noch Ikke Hüftgolds entschärfte Fassung, die laut seinem Management so umgebaut wurde, „dass er keine Persönlichkeitsrechte mehr verletzt, sondern von Satire und der Kunstfreiheit gedeckt ist“.

„Derartige massive Sexualisierungen von einzelnen Personen haben natürlich demütigende und ehrverletzende Wirkung, die jedenfalls aus meiner Sicht niemand hinnehmen muss.“

Susanne Beck, Professorin für Strafrecht, Leibniz Universität Hannover

Strafrechtsprofessorin Susanne Beck von der Leibniz Universität Hannover hält fest, dass Plattformen tätig werden müssten, sobald sie vom beleidigenden Inhalt Kenntnis erlangen. Wo Satire ende und Beleidigung beginne, lasse sich allerdings nur im Einzelfall bestimmen.

Fans reagieren ablehnend – Petition für das Original

Für Ikke Hüftgold geht die Rechnung bisher nicht auf. Auf Social Media reagierte sogar seine eigene Fanbase mit deutlicher Kritik. Viele empfinden seine Version als qualitativ schlechter als die ursprüngliche Margot-Huber-Fassung:

  • „Bin echt Ikke-Fan, aber: Diese Umsetzung ist nicht gut gelungen.“
  • „Wir brauchen das Original wieder zurück.“
  • „Wenn man die Kommentare hier liest, ging der Move ziemlich nach hinten los – und das sehr vorhersehbar.“

Die Stimmung spiegelt sich auch in einer Petition auf Change.org wider: Dort wird unter dem Titel „Rückkehr der Originalversion von ‚Jetzt wird gefickt (WM Song 2026)‘ von Margot Huber“ für die Rückkehr des Originals gesammelt.

 

 

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Neueste Meldungen