Was als Bericht über eine abgelehnte Einladung begann, hat sich zu einem handfesten juristischen Schlagabtausch entwickelt: Die FPÖ droht der „Bild“-Zeitung mit Klage – und Heinos Manager kontert mit derselben Münze. Beide Seiten beharren auf ihrer Version der Ereignisse.
Das FPÖ-Jubiläum und der Wunsch-Stargast
Am 20. Juni 2026 feierte die österreichische FPÖ ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Volksfest am Wiener Stephansplatz. Als Stargast des Abends trat schließlich Roberto Blanco (89) auf, der vor FPÖ-Bannern seinen Kulthit „Ein bisschen Spaß muss sein“ sang – für eine laut „Bild“ deutlich niedrigere Gage als ursprünglich angepeilt. Denn der eigentliche Wunschkandidat soll ein anderer gewesen sein: Schlagerlegende Heino (87).
Laut einem Bericht der deutschen „Bild“-Zeitung soll die FPÖ Heino für eine Gage von rund 100.000 Euro angefragt haben. Der Sänger habe abgesagt. Gegenüber der „Bild“ erklärte Heino seine Haltung unmissverständlich:
„Ich möchte nicht für die FPÖ auftreten, generell für Parteien nicht. Weil ich mich von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen will. Allerdings sind mir in meinem Publikum alle Menschen willkommen, egal, wen sie wählen.“
Heino gegenüber der „Bild“-Zeitung
Manager Helmut Werner ergänzte: „Wenn Heino diesen Auftritt für die FPÖ gemacht hätte, wäre der Aufschrei groß gewesen. Bei Heino geht man schon im Vorfeld davon aus, dass er politisch nur rechts sein kann, was er definitiv nicht ist.“

FPÖ dreht den Spieß um
Die Freiheitlichen widersprechen der Darstellung der „Bild“ vehement. In einer offiziellen Aussendung erklärte die Partei, die Berichterstattung sei „schlichtweg falsch“. Laut FPÖ habe nicht die Partei Heino angefragt, sondern Heinos Manager Werner habe der FPÖ ein Angebot unterbreitet – und die Partei habe dieses wegen des aus ihrer Sicht „überzogenen und absurden Preises“ abgelehnt.
Die FPÖ hält in ihrer Aussendung unmissverständlich fest: „Nicht Heino hat die FPÖ abblitzen lassen, sondern umgekehrt. Die FPÖ ist dem finanziell überzogenen Angebot von Herrn Werner nicht nähergetreten und hat dieses nicht angenommen.“
Klage-Drohungen von beiden Seiten
Damit eskaliert der Streit weiter. Die FPÖ kündigte an, rechtliche Schritte gegen die „Bild“-Zeitung einzuleiten, sollte diese an ihrer Darstellung festhalten: „Wenn die deutsche ‚Bild‘-Zeitung die Falsch-Behauptung weiterhin verbreitet bzw. andere Medien diese Behauptung weiterverbreiten, wird die FPÖ entsprechende rechtliche Schritte einleiten.“
Doch Manager Werner bleibt bei seiner Version – und droht seinerseits: Sollte die FPÖ weiter behaupten, Heinos Seite habe ein Angebot gemacht, werde man ebenfalls juristisch vorgehen. Seine Erklärung für die Eskalation ist knapp und deutlich: „Sie sind einfach schlechte Verlierer.“
| Aussage | Quelle |
|---|---|
| FPÖ fragte Heino für 100.000 Euro an – er sagte ab | „Bild“-Zeitung / Heino-Manager Werner |
| Heinos Management bot FPÖ einen Auftritt an – FPÖ lehnte wegen überhöhter Gage ab | FPÖ-Aussendung |
| FPÖ droht „Bild“ mit Klage bei weiterer Berichterstattung | FPÖ |
| Werner droht FPÖ mit Klage bei weiteren falschen Behauptungen | Helmut Werner (Heino-Manager) |
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Heino gegen politische Vereinnahmung zur Wehr setzt. Derzeit klagt er bereits gegen einen AfD-Politiker aus Brandenburg, der den Sänger ohne sein Einverständnis für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert hatte. Schmerzensgeld in Höhe von 250.000 Euro hat Heino dabei im Visier. Die Botschaft des 87-Jährigen ist dabei immer dieselbe: Er lässt sich von keiner politischen Partei für deren Zwecke einspannen.
Wessen Version sich am Ende als korrekt erweist – und ob es tatsächlich zu Klagen kommt – wird sich zeigen. Klar ist: Der Name Heino und der Begriff „politische Neutralität“ gehören für den Sänger untrennbar zusammen.
Quellen: heute.at, oe24.at, t-online.de