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Andrea Kiewel: DAS sorgt jetzt für eine Überraschung

14.07.2026, 12:45 Uhr

Nach der Rassismus-Debatte um Andrea Kiewel im „ZDF-Fernsehgarten“ hat sich in den vergangenen Tagen einiges getan. Jetzt melden sich in großer Zahl auch die Zuschauer und Leser zu Wort – und ihre Meinung fällt überraschend eindeutig aus.

Der Auslöser: Eine Pokémon-Karte und ein Ausruf

Am Sonntag stand der „ZDF-Fernsehgarten“ unter dem Motto „90er Dance Party“. Beim Vorstellen mehrsprachiger Pokémon-Karten bezeichnete Andrea Kiewel eine japanische Karte zunächst als chinesisch und rief anschließend lachend „Ching Chong Chang“. Die Szene verbreitete sich rasant in sozialen Netzwerken, TikTok-Creator warfen der Moderatorin Alltagsrassismus vor. Auch im Studio reagierten Zuschauer sichtlich irritiert auf den Moment.

ZDF und Kiewel entschuldigen sich

Auf Nachfrage äußerte sich der Sender inzwischen zu den Vorwürfen: „Im ‚ZDF-Fernsehgarten‘ mit dem Motto ’90er Jahre‘ wurde der damals aufkommende ‚Pokémon‘-Trend beleuchtet. Die spontan getätigte Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint.“ Weiter teilte das ZDF mit: „Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.“

Andrea Kiewel während der ZDF-Fernsehgarten-Sendung vom 12. Juli 2026
Andrea Kiewel im ZDF-Fernsehgarten, Mainz, 12.07.2026. Foto: IMAGO / BOBO

Jetzt melden sich die Leser zu Wort

Einem Leseraufruf von t-online folgend haben zahlreiche Leser der Redaktion ihre Meinung zu dem Vorfall geschickt – und auffällig viele stellen sich hinter die Moderatorin.

„Eine derartige Äußerung als ‚rassistisch‘ zu bezeichnen, zeigt wieder einmal, wie überempfindlich unsere Gesellschaft ist. Jegliche Abweichung vom eigenen Weltbild wird sofort als rassistisch, diskriminierend oder im schlimmsten Fall als rechtsextrem verurteilt.“

Peter Buck, Leserzuschrift an t-online

Buck, der eigenen Angaben zufolge kein AfD-Wähler ist, schrieb weiter, so werde jeglicher Diskurs unterbunden: „Eine furchtbare Entwicklung.“ Auch Gerhard Maurer äußerte sich in diese Richtung:

„Wenn aus jeder flapsigen Bemerkung einer Person, die ansonsten tadelloses Wirken zeigt, jedes Mal einen Sturm im Wasserglas entstehen soll, dann haben wir die echten Probleme auf dieser Welt verkannt.“

Gerhard Maurer, Leserzuschrift an t-online

„Weiter so, Kiwi“

Auch Wilfried Sieber erkannte in den Äußerungen Kiewels keinen Rassismus. An die Moderatorin gerichtet schrieb er: „Weiter so, Kiwi. Du brauchst Dich nicht entschuldigen.“

„Was hat das mit Rassismus zu tun?“

Besonders deutlich wurde Leserin Elke Sutor, die die gesamte Debatte für unnötig hält:

„Es gibt so viel Elend und da regt man sich auf, weil jemand chinesische nicht von japanischen Schriftzeichen unterscheiden kann? Das kann ich auch nicht. Und was hat die Bemerkung ‚Ching Chang Chong‘ mit Rassismus zu tun? Würde jeder vor seiner eigenen Haustür kehren, wäre die Welt wahrscheinlich besser dran.“

Elke Sutor, Leserzuschrift an t-online

Nicht alle Zuschauer sehen es so

Ganz anders klingt es bei jenen, die die Debatte ins Rollen gebracht hatten. Der Sammler und TikTok-Creator mr.fujicards hatte die Aussage zuvor scharf kritisiert: „Es ist die Reproduktion von rassistischen Stereotypen, die viele asiatische Menschen tagtäglich erleben. Und so was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sagen, ist ein absolutes No-Go.“ Auch die TikTokerin Thi (thiitrn_) bemängelte, dass die japanische Sprache anders behandelt worden sei als die zuvor gezeigten europäischen Sprachen, die respektvoll vorgestellt wurden.

Andrea Kiewel moderiert den ZDF-Fernsehgarten bei der 90er-Party-Ausgabe
Andrea Kiewel moderiert den ZDF-Fernsehgarten bei der 90er-Party-Ausgabe, Mainz, 12.07.2026. Foto: IMAGO / BOBO

Die Positionen im Überblick

Position Wer Kernaussage
Kritik mr.fujicards (TikTok) „Absolutes No-Go“, Reproduktion rassistischer Stereotype
Kritik Thi / thiitrn_ (TikTok) Ungleichbehandlung von Sprachen als Muster
Verteidigung Peter Buck (Leser) Gesellschaft überempfindlich, kein Rassismus erkennbar
Verteidigung Gerhard Maurer (Leser) „Sturm im Wasserglas“
Verteidigung Wilfried Sieber (Leser) Keine Entschuldigung nötig
Offiziell ZDF Bedauern geäußert, keine rassistische Absicht

Zusammengefasst drehen sich die Wortmeldungen der Leser vor allem um folgende Punkte:

  • Die Aussage sei ein spontaner Versprecher in einer Live-Sendung gewesen, kein bewusster rassistischer Akt.
  • Kiewels „ansonsten tadelloses Wirken“ dürfe nicht durch eine einzelne Bemerkung überschattet werden.
  • Die Empörung stehe in keinem Verhältnis zu „den echten Problemen dieser Welt“.
  • Eine Entschuldigung sei aus Sicht mehrerer Leser gar nicht nötig gewesen.

Die TikTok-Kritiker widersprechen dem deutlich: Für sie zeigt gerade die Spontaneität der Aussage, wie tief rassistische Denkmuster im Alltag verankert seien. Wie sich die Debatte weiterentwickelt, bleibt abzuwarten – das ZDF hat sich bislang nicht zu den Leserreaktionen geäußert.

Quellen: Auswertung der Leserzuschriften an t-online; ZDF-Stellungnahme vom 12.07.2026.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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