Generationen von Kindern sind mit seinen Geschichten groß geworden: Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Der Schöpfer von Tiger, Bär und Tigerente starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa.
Das bestätigte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Laut dpa gab Feil den Tod im Auftrag von Janoschs Ehefrau Ines bekannt.
Janosch ist tot: Abschied von einem Kinderbuch-Giganten
Mit Janosch verliert Deutschland einen seiner bekanntesten Kinderbuchautoren. Seine Figuren – der Kleine Tiger, der Kleine Bär und die gestreifte Tigerente auf Rädern – kennt nahezu jedes Kind. Die Tigerente wurde zu einem regelrechten Kultobjekt: Sie gab sogar der ARD-Kindersendung „Tigerenten Club“ ihren Namen, in der auch Schlagerstars wie Andreas Gabalier zu Gast waren. In Lizenz landeten Janoschs Figuren auf Tassen, Socken, Brotdosen, Schnullern und Fahrrädern.
Insgesamt veröffentlichte Janosch mehr als 150 Bücher, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden und eine Gesamtauflage in Millionenhöhe erreichten.
Seine bekanntesten Werke
- „Oh, wie schön ist Panama“ (1978) – der große Durchbruch
- „Post für den Tiger“
- „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“
- „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ – Roman für Erwachsene über seine Kindheit
- „Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!“ – Sammlung seiner Kolumnen aus dem „Zeit“-Magazin

Eine Kindheit voller Armut und Gewalt
Geboren wurde Janosch am 11. März 1931 als Horst Eckert in Hindenburg in Oberschlesien, dem heutigen Zabrze in Polen. Seine Kindheit war nach dpa-Angaben von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters geprägt. Lange versuchte er, diese Zeit selbst mit Alkohol zu verdrängen. Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er einmal:
„Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person.“
Janosch im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“
1946 zog die Familie nach Oldenburg. Janosch lernte das Schmiedehandwerk, arbeitete in Textilfabriken und studierte kurz an der Kunstakademie in München. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch, „Die Geschichte von Valek dem Pferd“ – noch ohne großen Erfolg. Der Durchbruch kam 1978 mit „Oh, wie schön ist Panama“, wofür er 1979 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt.
Sein Leben auf Teneriffa
Nach seinen Bucherfolgen zog sich Janosch in den 1980er-Jahren auf die Kanareninsel Teneriffa zurück. Dort lebte er mit seiner langjährigen Partnerin Ines, die er 2013 heiratete. Nach eigenen Angaben führte er ein einfaches Leben und lag am liebsten in seiner Hängematte.
Ganz still wurde es um ihn aber nie: Ab 2013 kommentierte sein Alter Ego, Herr Wondrak, im „Zeit“-Magazin das Zeitgeschehen. „Zeit“-Redakteur Tillmann Prüfer brachte Janoschs Werk im Nachwort der Kolumnen-Sammlung so auf den Punkt: „Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet.“
Janosch im Steckbrief
| Merkmal | Info |
|---|---|
| Bürgerlicher Name | Horst Eckert |
| Geboren | 11. März 1931 in Hindenburg (heute Zabrze, Polen) |
| Gestorben | 3. November 2026 auf Teneriffa, im Alter von 95 Jahren |
| Beruf | Kinderbuchautor, Illustrator, Schriftsteller |
| Durchbruch | „Oh, wie schön ist Panama“ (1978) |
| Bekannteste Figuren | Kleiner Tiger, Kleiner Bär, Tigerente |
| Werke | mehr als 150 Bücher |
| Ehefrau | Ines (Heirat 2013) |
Die Unterhaltungswelt muss sich in diesen Wochen von mehreren bekannten Gesichtern verabschieden – erst kürzlich trauerten Fans um Elke Sommer. Und wer Lust auf neue Geschichten für die Kleinsten hat: Auch Otto Waalkes hat jüngst ein Projekt für Kinder gestartet. Janoschs Tiger und Bär aber werden bleiben – als Erinnerung an einen Mann, der aus seiner eigenen schweren Kindheit die schönsten Geschichten für andere Kinder machte.