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„Tatort“-Star Richy Müller gesteht: „Ich hatte über 200.000 Mark Schulden“

28.05.2026, 12:28 Uhr

Heute kennt ihn ganz Deutschland als Stuttgarter Tatort-Kommissar Thorsten Lannert. Doch der Weg von Richy Müller an die Spitze des deutschen Fernsehens war alles andere als geradlinig. In einem Interview mit SWR4-Moderator Jörg Assenheimer sprach der Schauspieler offen über finanzielle Abgründe – und über eine entscheidende Begegnung, die seine Karriere rettete.

Ein Overnight-Star mit Gewissen

1979 wurde Hans-Jürgen Müller – so sein bürgerlicher Name – mit dem ARD-Dreiteiler „Die große Flatter“ über Nacht zum Star. Rund 22 Millionen Zuschauer verfolgten damals das TV-Event, und aus dem jungen Schauspieler aus Mannheim wurde „Richy“ Müller. Doch der frühe Ruhm schützte ihn nicht vor den Tücken des Geschäfts.

In den Jahren nach seinem Durchbruch ließ Müller ein Angebot nach dem anderen an sich abprallen – aus inhaltlichen Gründen. Rollen, die ihm „im Magen lagen“, lehnte er konsequent ab. Das hatte seinen Preis: Es folgte eine lange Phase mit wenig Arbeit und wachsenden Schulden.

„Geld oder Gewissen“ – die teure Entscheidung

Als im SWR4-Gespräch das Motto „Lieber Miese auf dem Konto, als Miese auf der Seele“ zur Sprache kam, geriet der Schauspieler ins Erzählen. Die Abwägung, die er damals treffen musste, brachte er auf eine knappe Formel: „Geld oder Gewissen.“ Und er entschied sich für das Gewissen – mit massiven finanziellen Folgen.

„Ich hatte Ende der Achtziger fast 200.000 Mark Schulden.“

Richy Müller im SWR4-Gespräch mit Moderator Jörg Assenheimer

Um zumindest die Miete für seine Berliner Wohnung zu bezahlen, nahm Müller Engagements wie das ZDF-„Traumschiff“ (1983) an. Der erhoffte nachhaltige Durchbruch blieb jedoch lange aus. Es sei eine „Phase, wo ich wenig zu arbeiten hatte. Und das, was man mir anbot, nicht ging“, schilderte der Schauspieler rückblickend.

Steckbrief
Bürgerlicher Name Hans-Jürgen Müller
Geburtsort Mannheim
Bekannt als Richy Müller
Durchbruch „Die große Flatter“ (1979, ARD)
Schulden Ende der 80er fast 200.000 Mark
Wendepunkt „Einer meiner ältesten Freunde“ (1995)
Tatort seit 2008, Stuttgart (Kommissar Thorsten Lannert)
Tatort-Partner Felix Klare

Jürgen Vogel als Lebensretter der Karriere

Den entscheidenden Wendepunkt brachten die Neunzigerjahre – und ein Freund: Schauspieler Jürgen Vogel wohnte vorübergehend bei Müller und vermittelte ihn an Regisseur Rainer Kaufmann. Das Ergebnis war der Film „Einer meiner ältesten Freunde“ (1995), in dem Müller als Hauptfigur neben Maria Schrader und Peter Lohmeyer zu sehen war.

Es folgten regelmäßige Rollen in ZDF-Erfolgsserien wie „Der Alte“ und „Derrick“. „Und wenn du dann mal nen paar Folgen machst, dann hast du gleich mal so einen Grundstock“, erinnerte sich Müller. Anfang, Mitte der Neunziger hatte er seine Schulden schließlich getilgt.

Seit 2008 steht Richy Müller als Kommissar Thorsten Lannert im Stuttgarter Tatort vor der Kamera – an der Seite von Felix Klare. Am 18. Januar 2026 lockte die Folge „Ex-It“ mehr als 8,7 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm und bewies einmal mehr, dass der Schauspieler aus Mannheim in der ersten Reihe des deutschen Fernsehens angekommen ist – nach einem langen, steinigen Weg.

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