Eigentlich hält sich Melissa Naschenweng aus gesellschaftlichen Debatten heraus. Im Podcast der „Kronen Zeitung“ sprach die Schlagersängerin nun aber überraschend offen – über Angst in den Städten, das Sicherheitsgefühl von Frauen und ihre Haltung zum Gendern.
Melissa Naschenweng ist gern gesehener Gast in den großen Schlagershows: Ob bei „Die Giovanni Zarrella Show“ oder in den ARD-Abenden von Florian Silbereisen – die selbsternannte „Schlager-Barbie“ sorgt mit ihren Songs für gute Laune. Zu politischen oder gesellschaftlichen Themen äußert sich die 35-Jährige dagegen normalerweise nicht. Im krone.tv-Podcast „Message. Macht. Medien“ mit Gerald Fleischmann machte die Österreicherin nun eine Ausnahme.
Zu Beginn des Gesprächs betonte sie zunächst ihre Zurückhaltung:
„Ich dränge niemandem meine Meinung auf, weil ich bin Musikerin und für Unterhaltung zuständig. Ich glaube, so schwerwiegende Themen, das geht mich nichts an.“
Melissa Naschenweng im Podcast „Message. Macht. Medien“
Doch im Verlauf des Interviews öffnete sich die Sängerin dann doch.
„Ich habe einfach Angst“
Naschenweng räumte ein, sich nicht mehr überall sicher zu fühlen. In ihrem Heimatdorf im Kärntner Lesachtal, wo sie aufgewachsen ist, sei das kein Thema – in Großstädten dagegen schon. Nachts würde sie sich dort nicht alleine auf die Straße trauen.
„Ich habe einfach Angst. Und ich finde es schade, dass man im eigenen Land Angst haben muss. (…) Ich fühle mich alleine als Frau nicht sicher.“
Melissa Naschenweng
Gleichzeitig mahnte sie zur Differenzierung: „Man muss sagen, es gibt überall schwarze Schafe.“ Ihr Wunsch sei, dass die Menschen wieder mehr „zusammenrücken“ – etwas, das sie unter anderem mit ihren Konzerten erreichen wolle.
„Ich gendere nicht“
Auch zum Thema gendergerechte Sprache bezog die Sängerin Position. Sie könne damit wenig anfangen:
„Ich gendere nicht. Da werde ich im Leben nicht mehr fertig. (…) Ist das etwas Schlimmes? Ich weiß es nicht.“
Melissa Naschenweng
Eine Abwertung sehe sie darin ausdrücklich nicht. „Ich fühle mich trotzdem gleich viel wert, obwohl ich oft auf das Gendern verzichte – oder eigentlich immer“, erklärte sie. Beim Sprechen in gegenderter Sprache komme sie zudem ins Stolpern: „Ich verschleudere mich teilweise selbst und denke mir so: Ich weiß gar nicht mehr, ob das grammatikalisch richtig ist.“
Mit ihrer Haltung reiht sich Naschenweng in eine Debatte ein, die in Österreich zuletzt rund um Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier und die Diskussion um eine geschlechtergerechte Bundeshymne geführt wurde.
Wer ist Melissa Naschenweng?
Die Sängerin zählt zu den erfolgreichsten Stimmen des alpenländischen Schlagers. Bekannt ist sie für ihre pinke Harmonika und volkstümliche Pop-Hits – ihr Markenzeichen als „Schlager-Barbie“ pflegt sie bewusst.
| Steckbrief | Melissa Naschenweng |
|---|---|
| Alter | 35 Jahre |
| Herkunft | Lesachtal, Kärnten (Österreich) |
| Genre | Alpen-Schlager / volkstümlicher Pop |
| Bekannt aus | „Die Giovanni Zarrella Show“, ARD-Shows von Florian Silbereisen |
| Markenzeichen | Pinke Harmonika, „Schlager-Barbie“ |
Worüber sie sprach – im Überblick
- Sicherheit: Naschenweng fühlt sich in Großstädten nachts als Frau nicht sicher.
- Heimat: In ihrem Kärntner Heimatdorf habe sie diese Angst nicht.
- Gendern: Sie verzichtet bewusst darauf, sieht darin aber keine Abwertung.
- Zusammenhalt: Ihr Wunsch ist, dass die Menschen wieder „zusammenrücken“.
Verwendete Quellen: krone.tv-Podcast „Message. Macht. Medien“; t-online; Heute.at; Schlager.de.