Eigentlich sollte nur ein fröhliches „Olé“ ins Mikrofon kommen. Doch bei einem Auftritt von Partysänger Alex Engel im Münchner Kindl am Ballermann brüllte ein Gast stattdessen „Sieg Heil“. Der Sänger reagierte prompt – und bekam dafür lautstarken Applaus vom Publikum.
Mitsing-Moment endet mit Nazi-Parole
Am Freitagabend (2. Oktober) stand Alex Engel im Münchner Kindl an der Playa de Palma auf der Bühne. Der aus Berlin stammende Sänger, der regelmäßig in den Partylokalen auf Mallorca auftritt und sich selbst als „Mallorcas meist gebuchter Schlagersänger“ bezeichnet, spielte an diesem Abend unter anderem diese Songs:
- „Eine Nacht in Spanien“
- „Wir wollen Malle zurück“
- „Am Strand von Maspalomas“
Bei „Am Strand von Maspalomas“ hielt Engel – wie bei seinen Shows üblich – einem Gast das Mikrofon zum Mitsingen hin. Statt des erwarteten „Olé“ schrie der Mann jedoch die verbotene Nazi-Parole „Sieg Heil“ hinein. Das berichten unter anderem t-online und das Mallorca Magazin unter Berufung auf Engels eigene Schilderung in den sozialen Netzwerken.
„Schluss, raus mit ihm und fertig!“
Für einige Sekunden sang Engel zunächst weiter. Den Grund dafür erklärte er später selbst: „Nicht, weil ich es akzeptiere, sondern weil ich im ersten Moment selbst realisieren muss, was gerade passiert ist.“ Dann unterbrach er seinen Auftritt und ließ den Mann vom Team des Münchner Kindl aus dem Lokal bringen.
„Weitere Diskussion? Nein! Schluss, raus mit ihm und fertig!“
Alex Engel in seinem Beitrag zum Vorfall
Das übrige Publikum stellte sich klar hinter den Sänger und applaudierte. Nach der kurzen Unterbrechung setzte Engel seine Show fort. So etwas habe er „in all den Jahren auf der Bühne noch nie erlebt“, schrieb der Sänger anschließend.
Alex Engel zeigt klare Haltung
Engel betont, dass er als Entertainer normalerweise keine politischen Statements auf der Bühne abgibt – er wolle den Menschen eine gute Zeit bereiten. Bei diesem Vorfall sei für ihn aber eine Grenze erreicht gewesen: „Haltung zu zeigen, wenn eine Grenze überschritten wird, gehört für mich dazu.“ Und weiter: „Nazi-Parolen gehören nicht dazu, dürfen niemals dazu gehören.“
Seine Botschaft fasste er unmissverständlich zusammen: „Es gibt keinen Platz für Nazi-Parolen! Nicht einen Millimeter breit.“ Seinen Beitrag dazu teilte Engel auch auf Instagram:
Der Vorfall im Überblick
| Detail | Information |
|---|---|
| Künstler | Alex Engel, Partysänger aus Berlin |
| Ort | Münchner Kindl, Ballermann (Playa de Palma), Mallorca |
| Zeitpunkt | Freitagabend, 2. Oktober 2026 |
| Song | „Am Strand von Maspalomas“ |
| Vorfall | Gast ruft „Sieg Heil“ ins Mikrofon |
| Reaktion | Auftritt unterbrochen, Gast aus dem Lokal gebracht |
| Publikum | Applaus für den Rauswurf |
Nicht der erste Eklat dieser Art am Ballermann
Ganz neu sind solche Szenen an der Playa de Palma leider nicht. Im Juni 2017 sorgte ein Vorfall im Bierkönig für Schlagzeilen: Während eines Auftritts von Mia Julia entrollten rund 15 Neonazis eine Reichskriegsflagge. Die Sängerin unterbrach ihr Konzert, im Publikum wurden „Nazis raus!“-Rufe laut, und die Gruppe wurde von der Security aus dem Lokal gebracht.

In Deutschland ist das Verwenden der Parole „Sieg Heil“ nach § 86a des Strafgesetzbuchs strafbar. Ob der Vorfall im Münchner Kindl über den Rauswurf hinaus Folgen für den Gast hat, ist bislang nicht bekannt.
Applaus für klare Kante
Der Ballermann ist und bleibt ein Ort für ausgelassene Partys – das zeigen auch die Diskussionen rund um den Megapark und die Worte von Tim Toupet über den Ballermann. Alex Engel hat mit seinem schnellen Eingreifen deutlich gemacht, wo für ihn der Spaß aufhört. Die Reaktion des Publikums zeigt: Mit dieser Haltung steht er an der Playa de Palma nicht allein.