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CSD Hamburg: Nach Terror in Berlin fällt diese Entscheidung

28.07.2026, 08:24 Uhr

Nach dem tödlichen Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin wächst in ganz Deutschland die Sorge vor weiteren Attacken auf Pride-Veranstaltungen. Auch beim CSD in Hamburg, zu dem an diesem Wochenende rund 250.000 Teilnehmer erwartet werden, war deshalb bis zuletzt eine drängende Frage offen: Kann und soll die Demonstration überhaupt stattfinden?

Was beim CSD in Berlin geschah

Der Anschlag ereignete sich am Samstagabend gegen 22 Uhr während der Abschlusskundgebung des Berliner CSD im Tiergarten: Ein Kleintransporter fuhr in eine Menschenmenge, der mutmaßliche Täter soll zudem mit einer Machete auf Passanten losgegangen sein. Eine Frau aus Polen, die mit ihrer Tochter in Berlin war, kam dabei ums Leben, nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 29 weitere Menschen verletzt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem islamistischen Terroranschlag. Der Tatverdächtige, ein 21-jähriger deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau erschossen.

CSD Parade in Hamburg mit tausenden Teilnehmern
Christopher Street Day (CSD) Parade in Hamburg, 02.08.2025. Foto: IMAGO / BREUEL-BILD (CNTVfoto)

Seit der Tat wächst bundesweit eine dreifache Sorge:

  • Weitere Islamisten könnten ähnliche Anschläge planen.
  • Nachahmungstäter könnten sich durch die Tat von Berlin ermutigt fühlen.
  • Große Veranstaltungen wie der CSD in Hamburg könnten zum nächsten Ziel werden.

Hamburg sagt Nein zur Absage — aber rüstet auf

Die Antwort von Politik und Polizei fällt eindeutig aus: Der CSD in Hamburg soll am kommenden Samstag wie geplant stattfinden. Die Sicherheitsmaßnahmen werden allerdings deutlich verstärkt. Zu der Demonstration in der Hansestadt werden nach Polizeiangaben rund 250.000 Teilnehmer erwartet, die Zahl der Einsatzkräfte wird nach dem Anschlag in Berlin nochmals erhöht.

„Ob vor, während oder nach der Demo, wir werden für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr präsent und ansprechbar sein.“

Ein Sprecher der Hamburger Polizei

Der Polizeisprecher betont zudem: „Die Polizei steht fest an der Seite der queeren Community und leistet ihren Beitrag dafür, dass der CSD und alle Veranstaltungen der Pride Week sicher stattfinden können.“ Aktuell lägen den Sicherheitsbehörden keine konkreten Gefährdungshinweise für Hamburg vor. Die Polizei setzt auf ihr bewährtes Sicherheitskonzept mit verstärktem Streckenschutz und technischen Sperren gegen mögliche Fahrzeug-Angriffe.

Polizeigewerkschaft: „Käme einer Kapitulation gleich“

Auch Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), spricht sich klar gegen eine Absage aus. Der Bild-Zeitung sagte er: „Selbstverständlich kann und soll der CSD stattfinden. Alles andere käme einer Kapitulation gegenüber dem Terrorismus gleich.“

Auch andere Städte ziehen nach

Nicht nur Hamburg reagiert auf den Anschlag von Berlin. Weitere Regionen und Städte kündigen zusätzliche Schutzmaßnahmen für anstehende Veranstaltungen an:

Stadt / Region Maßnahme
Hamburg Mehr Einsatzkräfte, verstärkter Streckenschutz, technische Sperren gegen Fahrzeug-Angriffe
Schleswig-Holstein Innenministerin Magdalena Finke (CDU) kündigt erhöhte Schutzmaßnahmen für kommende Veranstaltungen an
Bonn Prüft zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen
Aachen Prüft zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen
Hannover „Queer Wednesday“ beim Maschseefest wird durch zusätzliche Straßensperren geschützt

Für die Community bedeutet das: Der CSD in Hamburg findet trotz der Schreckensnachricht aus Berlin statt — mit spürbar mehr Polizei am Streckenrand, aber ohne konkrete Gefährdungslage für die Hansestadt. Die Botschaft von Polizei und Politik ist damit klar: Sichtbarkeit und Zusammenhalt der queeren Community sollen sich vom Terror nicht einschüchtern lassen.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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