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Dieter Bohlen äußert sich zur Konzertabsage – sein Statement überrascht

25.03.2026, 05:55 Uhr

Nach den überraschenden Schlagzeilen um abgesagte Auftritte von Dieter Bohlen brodelt die Gerüchteküche. Was steckt hinter dem vermeintlichen Konzert-Chaos?

Plötzlich verschwunden – jetzt spricht Dieter Bohlen selbst

Eigentlich waren für den 20. und 21. November zwei Auftritte von Dieter Bohlen in Litauen angekündigt: erst in Klaipėda, dann in Kaunas. Doch kurz vor dem Wochenende verschwanden beide Termine aus dem Ticketverkauf. Auch auf den Webseiten der Arenen waren die Veranstaltungen nicht mehr zu finden. Das litauische Medium LRT berichtete zudem, dass Ticketanbieter den Stopp bestätigt hätten.

Besonders deutlich äußerte sich ein Vertreter der Žalgirio-Arena in Kaunas. Mantas Vedrickas sagte laut LRT: „Ja, das Konzert in Kaunas ist abgesagt. Wir haben uns mit den Organisatoren beraten und vereinbart, dass eine solche Veranstaltung in unserer Arena nicht stattfinden sollte.“ Damit war der Wirbel perfekt. Doch dann meldete sich Dieter Bohlen selbst zu Wort – und stellte plötzlich alles infrage.

Bohlen widerspricht – und zieht eine klare Linie

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Auf Instagram reagierte Dieter Bohlen inzwischen persönlich auf die Berichte. Dabei räumte er zwar ein, die umstrittenen Aussagen über Russland und Deutschland tatsächlich gemacht zu haben. Zugleich bestritt er aber, dass es überhaupt abgesagte Konzerte gegeben habe. Laut seinem Statement sagte er sinngemäß: „Diese Konzerte hat es nie gegeben.“ Außerdem erklärte er, er habe keinen Vertrag unterschrieben – und deshalb könne auch nichts abgesagt worden sein.

Noch weiter ging Bohlen mit Blick auf die Berichterstattung. Er kündigte an, seinen Anwalt eingeschaltet zu haben und gegen Medien vorzugehen, die die abgesagten Auftritte gemeldet hatten. Damit versucht der Musiker offenbar, die Darstellung komplett umzudrehen: Nicht ein politisch umstrittener Künstler sei ausgeladen worden – sondern es habe nie rechtsverbindliche Konzerte gegeben.

Der mögliche Auslöser sorgt weiter für Wirbel

 IMAGO / STAR-MEDIA
IMAGO / STAR-MEDIA

Trotz Bohlens Widerspruch hält sich die Diskussion um einen möglichen politischen Hintergrund hartnäckig. LRT brachte frühere Aussagen des Musikers ins Spiel, die er im November 2025 in einem YouTube-Gespräch mit Unternehmer Dominik Kettner gemacht hatte. Darin sagte Bohlen über Deutschland und Russland: „Russland und Deutschland – das war eigentlich ein Dreamteam, weil wir billig die Energie gekriegt haben, uns ging es super gut. Rein ökonomisch betrachtet war es so: Der eine hat das, der andere das.“

Ob genau diese Aussage tatsächlich zum Verschwinden der Termine geführt hat, ist öffentlich nicht belegt. Aber sie wurde von mehreren Berichten als möglicher Hintergrund genannt. Gerade in Litauen, wo Russland-Fragen besonders sensibel wahrgenommen werden, bekommen solche Sätze ein deutlich größeres Gewicht als vielleicht anderswo.

Warum das Thema in Litauen so heikel ist

Image: AI
Image: AI

Die besondere Empfindlichkeit in Litauen kommt nicht von ungefähr. Das Land grenzt an Belarus und an die russische Exklave Kaliningrad und gilt sicherheitspolitisch als wichtiger Staat an der NATO-Ostflanke. Zudem ist dort inzwischen eine deutsche Bundeswehrbrigade stationiert. Diese Lage prägt den politischen Blick des Landes auf Russland sehr stark.

Hinzu kommt: Litauen hat seine wirtschaftliche und energetische Abhängigkeit von Russland seit Jahren bewusst reduziert. Genau deshalb stoßen Aussagen, die an frühere deutsch-russische Energiepartnerschaften positiv erinnern, dort auf besonders viel Kritik. Vor diesem Hintergrund erscheint es zumindest nachvollziehbar, warum um Bohlens mögliche Auftritte schnell eine politische Debatte entstand – auch wenn er selbst jede eigentliche Absage zurückweist.

Nicht nur Bohlen – auch ein anderer Star geriet ins Visier

 IMAGO / Panama Pictures
IMAGO / Panama Pictures

Interessant ist, dass Dieter Bohlen nicht der einzige Künstler ist, bei dem Litauen zuletzt sensibel reagierte. Auch der kroatische Cellist Hauser verlor einen geplanten Auftritt in Vilnius. LRT berichtete, dass die Absage wohl im Zusammenhang mit einem Social-Media-Video stand, in dem Russland namentlich und farblich prominent inszeniert wurde, während Hauser das russische Volkslied „Kalinka“ spielte.

Vertreter der Konzertagentur erklärten laut LRT, dass Hausers Auftritte in den baltischen Staaten abgesagt worden seien. Das zeigt: In Litauen geht es derzeit nicht nur um Bohlen, sondern ganz grundsätzlich um die Frage, welche Russland-Bezüge in Kultur und Unterhaltung noch akzeptiert werden. Genau dadurch bekommt der Fall um den ehemaligen Modern-Talking-Star noch mehr Brisanz.

Am Ende bleiben vor allem offene Fragen

 IMAGO / APress
IMAGO / APress

Stand jetzt stehen zwei Versionen gegeneinander. Auf der einen Seite berichten litauische Medien und Arena-Vertreter, dass die Konzerte nicht stattfinden. Auf der anderen Seite sagt Dieter Bohlen, es habe nie unterschriebene Verträge gegeben – also auch keine echten Konzerte, die man hätte absagen können. Beides gleichzeitig lässt sich nur schwer zusammenbringen.

Klar ist aber: Der Fall hat längst eine politische Note bekommen. Bohlens Russland-Aussagen stehen erneut im Fokus, Litauen zeigt sich in solchen Fragen extrem konsequent, und der Musiker geht nun juristisch gegen die Darstellung vor. Damit ist die eigentliche Geschichte wohl noch nicht zu Ende. Denn selbst wenn es die Konzerte nach Bohlens Lesart nie wirklich gab, hat der Wirbel darum seinen Namen in Litauen bereits zum Politikum gemacht.

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