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Jens Spahn wird Vater: Diese Worte holen ihn nun ein

23.07.2026, 08:38 Uhr

Jens Spahn ist Vater geworden – doch nicht der Weg dorthin allein sorgt gerade für Gesprächsstoff, sondern auch seine eigenen Worte von früher. Der Unionsfraktionschef und sein Ehemann Daniel Funke haben ihren Sohn Georg über eine Leihmutter in den USA bekommen. Was viele gerade erst erfahren: Spahn äußerte sich vor Jahren selbst sehr kritisch zu genau diesem Thema. Und er ist längst nicht der einzige Promi, der auf diesem Weg Eltern wurde – von Kim Kardashian bis Elton John.

Das ist bei Jens Spahn passiert

Spahn und Funke, die seit 2017 verheiratet sind, bestätigten der „Bild“-Zeitung die Geburt ihres Sohnes. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen“, sagte der 46-Jährige. Der Junge kam in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter ausgetragen. Benannt wurde er nach Georg Spahn, dem 2024 verstorbenen Großvater des Politikers. Spahns Büro bestätigte die Angaben auch der Deutschen Presse-Agentur, wollte sich aber nicht weiter äußern.

„Wir sind überglücklich und schockverliebt in den kleinen Mann und freuen uns, wenn Ihr ihn bald selbst kennenlernt. Voller Freude auf ein gemeinsames Leben zu Dritt, die stolzen Papas.“

Jens Spahn und Daniel Funke in einer Nachricht an Freunde und Kollegen

Diese Worte holen Spahn jetzt ein

Brisant wird die Geschichte durch ein altes Zitat. 2015 sagte Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem Magazin „GQ“:

„Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

Jens Spahn, 2015 gegenüber „GQ“

2021 hatte Spahn der „Bunten“ noch gesagt: „Ich denke, wir wären gute Eltern.“ Im November erklärte er in der ntv-Sendung mit Pinar Atalay, der Kinderwunsch habe sich bislang nicht erfüllt: „Jetzt sind die Voraussetzungen bei uns sowieso noch etwas schwieriger, um den zu erfüllen.“ Dass er sich nun doch für eine Leihmutterschaft entschied, wirft bei einigen die Frage auf, wie das mit seinen früheren Aussagen zusammenpasst.

Politischer Wirbel um Spahns Vaterglück

Die CDU lehnt Leihmutterschaft offiziell ab – ein Parteitagsbeschluss vom Februar bekräftigt das Verbot ausdrücklich. Dass ausgerechnet ihr Fraktionschef den Weg über die USA gegangen ist, sorgt entsprechend für Kritik, auch aus den eigenen Reihen:

  • Marion Rosin (Frauen-Union Thüringen) findet deutliche Worte: „Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg.“ Verliere ein Spitzenpolitiker seine Glaubwürdigkeit, „ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz.“
  • Bettina Jarasch, Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, nennt Spahns Verhalten „bigott und heuchlerisch“: „Er nimmt sich quasi Rechte und Privilegien, die Menschen hier nicht haben.“
  • Henning Höne, stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, kritisiert: „Was ich nicht respektieren kann, sind Politiker, die in Deutschland für Gesetze sorgen, die sie dann mit Geld und Kontakten international umgehen.“
  • Janosch Dahmen (Grüne) wirft Spahn Doppelstandards vor: „Wer Regeln politisch propagiert, sollte nachvollziehbar erklären, warum sie für ihn selbst offenbar nicht gelten sollen.“

Aus dem Umfeld Spahns hieß es dazu, er leite „grundsätzlich aus seinem Privatleben keine politischen Forderungen ab“. Auch das Bundesfamilienministerium stellte klar, dass sich an der Rechtslage nichts ändert: „Der Koalitionsvertrag sieht keine Änderung der aktuellen Rechtslage vor.“

Kim Kardashian, Elton John & Co.: Diese Promis setzten schon vorher auf Leihmutterschaft

International ist der Weg über eine Leihmutter unter Prominenten längst keine Seltenheit mehr:

Kim Kardashian beim Formel-1-Grand-Prix in Monaco
Kim Kardashian beim Formel-1-Grand-Prix von Monaco, Monte Carlo, 07.06.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire (Mickael Chavet)
Promi Kinder per Leihmutter
Michael Jackson Sohn Prince Michael II. („Blanket“/„Bigi“)
Elton John & David Furnish Söhne Zachary Jackson Levon und Elijah Joseph Daniel
Kim Kardashian Tochter Chicago, Sohn Psalm
Khloé Kardashian Sohn Tatum
Paris Hilton Sohn Phoenix, Tochter London
Cristiano Ronaldo Sohn Cristiano Jr., laut Medienberichten auch die Zwillinge Eva und Mateo

Bei Elton John und seinem Ehemann David Furnish war eine Leihmutterschaft der Weg zum Familienglück gleich zweimal. Auch bei Kim Kardashian war die Entscheidung für eine Leihmutter kein Zufall: Bei der Geburt von Sohn Saint war es zu gesundheitlichen Komplikationen gekommen, weshalb sie ihre jüngeren Kinder Chicago und Psalm austragen ließ. Ihre Schwester Khloé Kardashian beschrieb den Prozess in der Show „The Kardashians“ später als emotional aufwühlend: „Ich fühlte mich wirklich schuldig, weil diese Frau gerade mein Baby bekommen hatte, und ich nehme das Baby und gehe in ein anderes Zimmer.“

David Furnish und Elton John bei einer Modenschau
David Furnish und Elton John bei der Versace-Modenschau in West Hollywood, 09.03.2023. Foto: IMAGO / Future Image (Dave Bedrosian)

Auch diese deutschen Promis wurden per Leihmutter Eltern

Spahn ist auch hierzulande nicht der erste prominente Fall:

  • Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Großneffe der dänischen Königin Margrethe II., und seine Frau Carina Axelsson bekamen 2023 und ein weiteres Mal Nachwuchs über eine Leihmutter in den USA – bestätigt vom dänischen Königshaus.
  • Sebastian Fischer, Bruder von TV-Moderatorin Cathy Hummels, wurde 2023 gemeinsam mit seinem Ehemann Jakob Beutler über eine Leihmutter in den USA Vater.
  • Hendrik Streeck, Virologe und CDU-Bundestagsabgeordneter, und sein Ehemann Paul Zubeil bestätigten im April ebenfalls eine Elternschaft über eine Leihmutter in den USA.

Warum ist Leihmutterschaft in Deutschland verboten?

In Deutschland ist Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz verboten, auch eine Eizellspende ist nicht erlaubt. Verträge über eine Leihmutterschaft gelten hierzulande als sittenwidrig und damit als wirkungslos – rechtliche Mutter ist immer die Frau, die das Kind geboren hat. Hauptgrund für das Verbot sind ethische Bedenken:

  • die Sorge vor finanzieller und körperlicher Ausbeutung der Leihmutter,
  • die Befürchtung, wirtschaftliche Not könnte Frauen zur Leihmutterschaft drängen,
  • komplizierte rechtliche Verhältnisse zwischen Leihmutter, Kind und Wunscheltern.

Wer den Umweg über das Ausland wählt, muss zahlen: In den USA kostet eine Leihmutterschaft einer Studie zufolge bis zu 200.000 Dollar (rund 175.000 Euro), in der Ukraine gibt es Angebote bereits ab etwa 50.000 Euro. Eine Gesetzesänderung ist in Deutschland trotz der aktuellen Debatte nicht in Sicht.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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