Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger erschüttert Bayern. Der Chef der Freien Wähler wurde am Mittwochabend mit nur 55 Jahren tot in einem Berliner Hotelzimmer gefunden. Zurück bleiben zwei Söhne – und eine Frau, die fast zwei Jahrzehnte an seiner Seite stand, die Öffentlichkeit aber lange kaum zu sehen bekam.
Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotel gefunden
Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in Bayern, wurde am Mittwoch, 4. November 2026, am frühen Abend leblos in seinem Hotelzimmer nahe dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte entdeckt. Das bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft, wie t-online unter Berufung auf die dpa berichtet.
Am Nachmittag hätte Aiwanger eigentlich bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros der Freien Wähler sprechen sollen. Er hatte jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgesagt und sich vertreten lassen. Danach war er nicht mehr erreichbar.
Die Todesursache ist bislang unklar. Staatsanwaltschaft und Polizei führen ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, die Mordkommission des LKA Berlin ist eingeschaltet, um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass es sich nicht um ein strafrechtliches Verfahren handelt. Zu den näheren Umständen schweigen die Ermittler:
„Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden.“
Staatsanwaltschaft Berlin, zitiert nach t-online
Am Donnerstag sollte die Leiche in Berlin obduziert werden. Ob ein Ergebnis noch am selben Tag vorliegt, war laut Staatsanwaltschaft zunächst offen.
Söder: „Eine absolute Tragödie“
Die Nachricht löste über Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus. Ministerpräsident Markus Söder (CSU), mit dem Aiwanger seit 2018 in einer Koalition regierte, schrieb auf Instagram: „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie.“ Söder ordnete Trauerbeflaggung an staatlichen Gebäuden an. Ab Freitag liegt im Münchner Prinz-Carl-Palais ein Kondolenzbuch aus, wie die Abendzeitung berichtet.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) richtete den Blick auf die Hinterbliebenen: „Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie.“

Kennengelernt vor der Landtagswahl 2008
Die Frau an Aiwangers Seite ist selbst Politikerin: Tanja Schweiger, ebenfalls Freie Wähler, seit 2014 Landrätin des Landkreises Regensburg. Kennengelernt haben sich die beiden schon vor der bayerischen Landtagswahl 2008, bei der beide für die Freien Wähler ins Maximilianeum einzogen.
Ihre Beziehung hielten sie lange aus den Schlagzeilen. Erst im April 2012 machte das Paar sie öffentlich, im selben Jahr kam der erste gemeinsame Sohn zur Welt. In einem Interview mit der Abendzeitung erinnerte sich Aiwanger 2020 nüchtern: „Wir haben uns schon vor der Landtagswahl 2008 kennengelernt.“ Warum die Liebe so lange privat blieb? „Das hat sich einfach so ergeben – politisch und privat.“
Das Paar im Überblick
| Hubert Aiwanger | Tanja Schweiger | |
|---|---|---|
| Partei | Freie Wähler (Landes- und Bundesvorsitzender) | Freie Wähler |
| Im Landtag | ab 2008 | 2008 bis 2014 |
| Amt zuletzt | Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister (seit 2018) | Landrätin Landkreis Regensburg (seit 2014) |
| Beziehung öffentlich | seit April 2012 | |
| Kinder | zwei Söhne: Laurenz und Adrian | |
| Verheiratet | nein | |
Warum Aiwanger und Schweiger nie geheiratet haben
Vor den Traualtar traten die beiden nie. Aiwanger machte daraus kein Geheimnis und erklärte 2020 gegenüber der Abendzeitung:
„Ich nehme die Dinge pragmatisch. Mit dem Heiraten kann das jeder halten, wie er will.“
Hubert Aiwanger in der Abendzeitung (2020)
Seine Partnerin sehe das genauso, so Aiwanger damals – sie sei „durch ihren Beruf als Landrätin auch sehr viel unterwegs“. Auf die Frage nach einem Heiratsantrag antwortete er trocken: „Nein, das wäre mir zu albern. Ich bin eher nicht so übertrieben romantisch.“
Schweiger wiederum betonte in einem Interview mit der Bunte, das t-online zitiert, wie sehr beide das politische Leben des anderen kennen: „Wir haben auf jeden Fall viel Verständnis für die Aufgabe des anderen.“

Seltene gemeinsame Auftritte
Als Paar zeigten sich Aiwanger und Schweiger nur selten in der Öffentlichkeit. Zu den wenigen Ausnahmen zählen laut t-online:
- Februar 2023: der gemeinsame Auftritt bei der TV-Sendung „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim – beide kostümiert als Wandergesellen
- September 2026: ein gemeinsamer Besuch bei einer Veranstaltung in Regensburg, nur wenige Wochen vor Aiwangers Tod
Ansonsten trennten die beiden Beruf und Familie konsequent. Über ihre Söhne Laurenz und Adrian drang kaum etwas nach außen.
Ihr Satz vier Tage vor seinem Tod
Umso mehr berührt nun ein Instagram-Post, den Tanja Schweiger am 31. Oktober veröffentlichte – zu Allerheiligen und Allerseelen, den Tagen des Totengedenkens. Vier Tage später war Aiwanger tot. Ihre Worte von damals:
„Das Leben endet, die Liebe nicht.“
Tanja Schweiger auf Instagram, 31. Oktober 2026
Eine öffentliche Stellungnahme von Tanja Schweiger zum Tod ihres Lebensgefährten lag zunächst nicht vor. Aiwanger hinterlässt neben ihr die beiden gemeinsamen Söhne.
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