Seit 2003 hat „Deutschland sucht den Superstar“ 22 Staffeln und ebenso viele Sieger hervorgebracht – vom gefeierten Musicalstar über die Schlagerkönigin bis zum Kandidaten, der heute im Vertriebsinnendienst arbeitet. Ein Blick auf alle DSDS-Gewinner zeigt, wie unterschiedlich die Wege nach dem großen Titel verlaufen. Und einer von ihnen sorgte 2026 für das wohl überraschendste Finale der Show-Geschichte.
Die Anfänge: Als DSDS noch Chartstürmer produzierte
Den Auftakt machte 2003 Alexander Klaws, der mit „Take Me Tonight“ den allerersten DSDS-Titel holte und sich später zu einem gefeierten Musicaldarsteller entwickelte, unter anderem in „Ghost – Nachricht von Sam“. Auf ihn folgte 2004 Elli Erl, die nach ihrer Musikkarriere in den Lehrerberuf wechselte.
2006 setzte sich Tobias Regner mit „I Still Burn“ durch, 2007 landete Mark Medlock an der Seite von Dieter Bohlen mehrere große Hits, bevor er sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurückzog. Thomas Godoj (2008), Daniel Schuhmacher (2009) und Mehrzad Marashi (2010) blieben der Musik auf unterschiedliche Weise treu – Marashi arbeitet heute als musikalischer Leiter und betreibt ein Tonstudio in Hamburg.
Die großen Namen des DSDS-Jahrzehnts
In den 2010er-Jahren brachte die Show einige ihrer bekanntesten Gesichter hervor. Pietro Lombardi (2011) wurde zu einem der prägendsten DSDS-Namen und ist bis heute als Sänger und TV-Persönlichkeit präsent. Luca Hänni (2012) feierte vor allem in der Schweiz Erfolge und trat 2019 sogar beim Eurovision Song Contest an.
Die wohl größte Karriere abseits des Pop schlug Beatrice Egli (2013) ein: Mit dem Siegersong „Mein Herz“ wechselte sie ins Schlagerfach und etablierte sich als Star und Moderatorin. Nicht alle Wege verliefen so geradlinig – Severino Seeger (2015) etwa sagte nach einer Betrugsverurteilung eine geplante Tour ab. Prince Damien (2016) wiederum blieb der Bühne treu, arbeitet als Tänzer und Tanzlehrer und wurde 2020 zum Dschungelkönig gekrönt.
Alle DSDS-Sieger im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt die Gewinnerinnen und Gewinner von der ersten Staffel bis 2024 – und was aus ihnen wurde:
| Jahr | Gewinner:in | Was aus ihm/ihr wurde |
|---|---|---|
| 2003 | Alexander Klaws | Gewann mit „Take Me Tonight“; heute gefeierter Musicaldarsteller |
| 2004 | Elli Erl | Nach der Musikkarriere als Lehrerin tätig |
| 2006 | Tobias Regner | Weiterhin musikalisch aktiv |
| 2007 | Mark Medlock | Nach großen Hits mit Dieter Bohlen weitgehend zurückgezogen |
| 2008 | Thomas Godoj | Weiterhin als Musiker unterwegs |
| 2009 | Daniel Schuhmacher | Solo und im Duo aktiv |
| 2010 | Mehrzad Marashi | Musikalischer Leiter, betreibt ein Tonstudio in Hamburg |
| 2011 | Pietro Lombardi | Einer der bekanntesten DSDS-Namen, Sänger und TV-Gesicht |
| 2012 | Luca Hänni | Vor allem in der Schweiz erfolgreich, ESC-Teilnehmer 2019 |
| 2013 | Beatrice Egli | Etablierte sich als Schlagerstar und Moderatorin |
| 2014 | Aneta Sablik | Weiterhin als Sängerin aktiv |
| 2015 | Severino Seeger | Sagte nach einer Betrugsverurteilung eine geplante Tour ab |
| 2016 | Prince Damien | Musik, Tänzer und Tanzlehrer; 2020 Dschungelkönig |
| 2017 | Alphonso Williams | Damals ältester Sieger, starb 2019 an einer Krebserkrankung |
| 2018 | Marie Wegener | Jüngste Siegerin, u. a. im Musical „Die Schöne und das Biest“ |
| 2019 | Davin Herbrüggen | Erreichte mit „The River“ nur Platz 34 der Charts |
| 2020 | Ramon Roselly | Weiterhin als Sänger aktiv, tanzte bei „Let’s Dance“ |
| 2021 | Jan-Marten Block | Hatte zuvor bereits bei „X Factor“ teilgenommen |
| 2022 | Harry Laffontien | Gründete mit seinem Bruder die Laffontien Brothers |
| 2023 | Sem Eisinger | Steht auf der Bühne und arbeitet im Vertriebsinnendienst |
| 2024 | Christian Jährig | Versuchte sein Glück in den USA und trat bei „America’s Got Talent“ an |
Zwischen Schlagerruhm und Rückzug
So verschieden die Sieger sind, so unterschiedlich fielen auch ihre Karrieren aus. Besonders auffällig sind diese Wege:
- Beatrice Egli gelang als Einzige der Sprung zum flächendeckenden Schlagerstar mit eigenen Fernsehshows.
- Alphonso Williams war 2017 mit 55 Jahren der bis dahin älteste Sieger und starb nur wenige Jahre später an einer Krebserkrankung.
- Davin Herbrüggen hält mit Platz 34 die niedrigste Chartplatzierung, die ein DSDS-Gewinner je mit seinem Siegersong erreichte.
- Christian Jährig suchte sein Glück nach dem Titel 2024 in den USA und stand dort bei „America’s Got Talent“ auf der Bühne.
Der Coup 2026: Ein alter Bekannter schlägt zurück
Für die größte Überraschung sorgte ausgerechnet die jüngste Staffel. Gewinner der 22. Ausgabe wurde Menowin Fröhlich – ein Name, den DSDS-Fans seit Langem kennen. Der heute 38-jährige Würzburger hatte bereits 2005 und 2010 an der Show teilgenommen und war 2010 nur knapp am Titel vorbeigeschrammt, als er hinter Mehrzad Marashi Vizemeister wurde.
2026 kehrte er auf ungewöhnlichem Weg zurück: Eigentlich begleitete er seine Tochter zum Casting – und stand am Ende selbst im Finale. Am 9. Mai 2026 setzte sich Fröhlich in den Kölner MMC-Studios mit Michael Jacksons „Billie Jean“ und 56,52 Prozent der Zuschauerstimmen klar durch, deutlich vor Constance Dizendorf mit 30,30 Prozent. Als Sieger erhielt er 100.000 Euro und einen Plattenvertrag; sein Siegersong trägt den Titel „Mercy On Me“.
„Vom Vizemeister von 2010 zum Superstar von 2026: Menowin Fröhlichs Sieg im dritten Anlauf ist einer der ungewöhnlichsten Titelgewinne in 22 Staffeln DSDS.“
Rückblick auf das DSDS-Finale 2026
Damit reiht sich ein weiterer, ganz eigener Karriereweg in die lange Liste der DSDS-Sieger ein. Von Alexander Klaws bis Menowin Fröhlich zeigt die Show nach über zwei Jahrzehnten, dass sie noch immer für Geschichten gut ist, die niemand kommen sieht.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI