Dieter Bohlen und Thomas Anders galten jahrelang als heillos zerstritten. Jetzt sorgt ein Interview des DSDS-Jurors für Aufsehen – und weckt neue Hoffnung bei Millionen Modern-Talking-Fans.
Es ist ein Satz, den viele Fans der Kultband kaum für möglich gehalten hätten. Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung zeigte sich Dieter Bohlen (72) auffallend versöhnlich gegenüber seinem einstigen Bandkollegen Thomas Anders (63). Nach zwei Trennungen und Jahren voller gegenseitiger Vorwürfe schlägt der Pop-Titan plötzlich ganz andere Töne an – und bringt damit ein mögliches Comeback von Modern Talking ins Gespräch.
„Kinderkacke“: Bohlen übt scharfe Selbstkritik am jahrelangen Streit
Modern Talking gehörte in den 1980er-Jahren zur absoluten Weltspitze des Pop und verkaufte als Duo bis zur endgültigen Auflösung 2003 insgesamt rund 120 Millionen Tonträger. Seither wurde vor allem über Zerwürfnisse zwischen den beiden berichtet. Umso überraschender die neuen Worte Bohlens:
„Ich finde es Kinderkacke, wenn man seit vielen Jahren wegen irgendwas, was Thomas mal gemacht hat oder was ich gemacht habe, nicht zumindest mal darüber nachdenkt, unseren gemeinsamen Erfolg noch mal aufleben zu lassen.“
Dieter Bohlen gegenüber „Bild“
Live Nation, Musical und Doku: Diese Angebote lagen auf dem Tisch
Auslöser für Bohlens Umdenken sollen laut eigenen Angaben mehrere konkrete Anfragen gewesen sein. Gleich drei Projekte hätten ihn zum Nachdenken gebracht:
- Der Konzertveranstalter Live Nation soll zehn große Konzerte weltweit vorgeschlagen haben.
- Im Gespräch war zudem ein eigenes Modern-Talking-Musical.
- Auch eine Dokumentation über die Bandgeschichte wurde laut Bohlen angefragt.
„Da habe ich mir überlegt: Warum sagt man bei so was eigentlich immer Nein?“, sagte Bohlen dazu.
„Thomas ist nicht mein Feind“
Auch menschlich schlägt Bohlen ungewohnt milde Töne an. Der jahrelange Groll gegenüber Anders sei längst verflogen, betont der Musikproduzent.
„Thomas ist ja nicht mein Feind. Ich laufe ja nicht mit Hass im Bauch seit Jahren rum. Das ist ja schon lange verflogen.“
Dieter Bohlen gegenüber „Bild“
Bohlen geht sogar so weit, eine mögliche Versöhnung auszumalen: Träfe er Anders zufällig, würde er „Hallo, Thomas“ sagen – und bei einem guten Gespräch könne er sich vorstellen, ihn sogar in den Arm zu nehmen.

Erster Kontakt: Bohlen hat Anders bereits gefragt
Nach eigener Aussage hat Bohlen den Kontakt zu Anders bereits aktiv gesucht. „Nicht ich allein bin Modern Talking. Wir beide sind Modern Talking. Deswegen habe ich Thomas gefragt, ob wir nicht wieder was gemeinsam machen wollen“, erklärte er. Beim Musical-Projekt sieht er beide auf einer Linie, bei gemeinsamen Live-Auftritten seien er und Anders „noch unterschiedlicher Meinung“. Für den deutschsprachigen Raum traut Bohlen der Band trotzdem Stadion-Dimensionen zu: Bei einem Konzert auf Schalke oder im Volksparkstadion rechnet er mit ähnlich vielen Fans wie bei Helene Fischer.
Anders reagierte zuletzt zurückhaltend
Ganz so einfach dürfte die Versöhnung allerdings nicht werden. Auf Anfrage der „Bild“ wollte sich Thomas Anders zu Bohlens Vorstoß nicht äußern. Erst im März 2026 hatte er einer gemeinsamen Tour im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“ eine klare Absage erteilt: „Das schürt viele Hoffnungen bei sehr vielen Menschen. […] Das ist eine romantische Vorstellung von Modern-Talking-Enthusiasten, die sich uns beide zusammen zurück auf die Bühne wünschen. Aber ich glaube, das wird nix.“
Modern Talking im Überblick
| Ereignis | Jahr |
|---|---|
| Gründung des Duos | 1984 |
| Erste Auflösung | 1987 |
| Comeback | 1998 |
| Endgültige Trennung | 2003 |
| Verkaufte Tonträger (weltweit) | rund 120 Millionen |
| Bekannteste Hits | „You’re My Heart, You’re My Soul“, „Cheri, Cheri Lady“, „Brother Louie“ |
Wie geht es jetzt weiter?
Ob es tatsächlich zu einem Modern-Talking-Comeback kommt, bleibt vorerst offen. Klar ist: Die Initiative liegt inzwischen sichtbar bei Dieter Bohlen, der öffentlich um eine Aussöhnung wirbt. „Ich empfinde den Gedanken als super. Thomas weiß das auch. Jetzt liegt der Ball bei ihm. Meine Hand ist ausgestreckt“, brachte Bohlen seine Botschaft an seinen früheren Bandkollegen auf den Punkt. Ob Thomas Anders darauf eingeht, ist nach seinen bisherigen Absagen weiterhin ungewiss.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI