Sie sang mit zehn Jahren ein Lied, das Millionen bewegte: 1971 stand Anita Hegerland neben Roy Black vor dem Mikrofon und nahm das Duett „Schön ist es auf der Welt zu sein“ auf. Über 50 Jahre später ist die norwegische Sängerin noch immer aktiv – und pflegt eine tiefe Verbindung zu ihrer Vergangenheit.
Das Kinderstar aus Norwegen
Anita Hegerland wurde 1961 in Norwegen geboren und begann bereits als Kind eine Karriere in der skandinavischen Musikszene. Ihre natürliche Begabung und ihr charakteristischer Charme öffneten ihr schnell die Türen zur großen Bühne – auch im deutschsprachigen Raum. Kaum Deutsch sprechend, meisterte sie trotzdem die Zusammenarbeit mit dem Augsburger Schlagersänger Roy Black. Ihr leichter norwegischer Akzent wurde dabei nicht zum Hindernis, sondern zum Erkennungsmerkmal – und zum Teil des Zaubers, der dieses Duett so besonders machte.
Das unvergessliche Duett mit Roy Black
1971 nahmen Anita Hegerland – damals gerade zehn Jahre alt – und Roy Black das Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“ auf. Es wurde ein großer Erfolg und verankerte sich fest im kollektiven Schlager-Gedächtnis. Noch heute wird der Titel bei Nostalgie-Sendungen gespielt und von Generationen gesummt.
Gemeinsam standen die beiden auch vor der Kamera: Im Film „Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut“ (1971) spielten sie ebenfalls zusammen. Insgesamt verkaufte Anita Hegerland im Laufe ihrer Karriere weltweit über sieben Millionen Tonträger – eine bemerkenswerte Zahl für eine Sängerin, die international weniger bekannt ist, als ihre Plattenverkäufe vermuten lassen.
„Schön ist es auf der Welt zu sein, schön ist es, ein Kind zu sein…“
Refrain aus dem Duett von Roy Black und Anita Hegerland (1971)
Privatleben: Liebe zu Mike Oldfield und Familie
Abseits der großen Bühne führte Anita Hegerland ein bewegtes Privatleben. Von 1987 bis 1991 war sie mit dem britischen Rockmusiker Mike Oldfield – bekannt durch das Kultalbum „Tubular Bells“ – liiert. Aus der Beziehung gingen zwei gemeinsame Kinder hervor. Nach der Trennung zog sie sich schrittweise aus dem Rampenlicht zurück. Heute lebt die Sängerin südlich von Oslo, eingebettet in die ruhige Natur Norwegens.
Steckbrief: Anita Hegerland
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Geburtsname | Anita Hegerland |
| Geburtsjahr | 1961 |
| Herkunft | Norwegen |
| Beruf | Sängerin, Malerin |
| Bekanntester Hit | „Schön ist es auf der Welt zu sein“ (mit Roy Black, 1971) |
| Partner (ehem.) | Mike Oldfield (1987–1991) |
| Kinder | 2 (mit Mike Oldfield) |
| Wohnort | Südlich von Oslo, Norwegen |
| Plattenverkäufe | Über 7 Millionen weltweit |
Was macht Anita Hegerland heute?
Trotz ihres zurückgezogenen Lebens in Norwegen ist Anita Hegerland nicht ganz von der Bühne verschwunden. Sie tritt bei ausgewählten Veranstaltungen auf und zeigt, dass ihre Stimme nichts von ihrem Charme verloren hat.
- 2023 ging sie gemeinsam mit Heino auf eine Kirchentour durch Deutschland und Österreich.
- Im März 2026 erschien sie bei der Premiere der RTL+ Dokuserie „Heino – Karamba, Karacho, Kult!“ im Filmtheater Kitzbühel.
- Neben der Musik widmet sie sich der bildenden Kunst – ihre Gemälde zeigt sie bevorzugt in privatem Rahmen.
Roy Black: Ein früher und tragischer Abschied
Roy Black, bürgerlich Gerhard Höllerich, zählte zu den größten Stars des deutschen Schlagers. Geboren am 25. Januar 1943 in Bobingen-Straßberg bei Augsburg, stieg er in den 1960er Jahren zum Idol einer ganzen Generation auf. Sein Image als braver Schlagersänger entsprach aber nie wirklich seiner Seele – seine musikalischen Wurzeln lagen im Rock’n’Roll. Mit sinkendem Erfolg nahmen persönliche Probleme und gesundheitliche Beschwerden zu.
Am 9. Oktober 1991 wurde Roy Black tot in seiner Fischerhütte in Heldenstein (Oberbayern) aufgefunden – er war gerade 48 Jahre alt. Die offizielle Todesursache war Herzversagen. Sein früher Tod belastet Anita Hegerland bis heute, wie sie in Interviews immer wieder betont.
Eine Stimme, die bleibt
Anita Hegerland hat den Weg vieler Kinderstars nicht genommen. Statt Karriere um jeden Preis wählte sie ein Leben in Würde – ohne das Rampenlicht ganz aufzugeben. Ihr Duett mit Roy Black ist Zeitgeschichte, und die Frau dahinter ist weit mehr als eine Nostalgie-Figur: Sie ist eine Künstlerin, die ihren eigenen Weg gefunden hat.