Trauer um einen der prägendsten deutschen Charakterdarsteller: Alexander Held, einem Millionen-Publikum aus der ZDF-Krimireihe „München Mord“ vertraut, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Der Schauspieler verstarb bereits am vergangenen Dienstag nach kurzer Krankheit. Das bestätigte sein langjähriger Freund und Wegbegleiter, der TV-Produzent Sven Burgemeister, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Held lebte zuletzt im österreichischen Erl in Tirol. Sein Tod kommt für viele Weggefährten überraschend.
„Ein Mensch, ein Gentleman“ — Burgemeisters bewegender Abschied
Mit eindringlichen Worten würdigte Produzent Sven Burgemeister, der bei mehr als 30 Filmen mit Held zusammengearbeitet hat, den verstorbenen Schauspieler. Held sei ein Künstler voller Überraschungen gewesen — mit unbeirrbarer Haltung, der all seinen Auftritten Tiefe verliehen habe.
„Als Freund und Produzent war Alexander Held ein Geschenk: ein Mensch, ein Gentleman, ein Herr mit Feinsinn, Witz und großer Zuwendung.“
Sven Burgemeister, TV-Produzent und langjähriger Wegbegleiter (laut dpa)
Burgemeister dankte Held für sein Vertrauen, seine enorme Loyalität und die vorbehaltlose Aufmerksamkeit, die er allen geschenkt habe. „Er wird uns allen unglaublich fehlen. Alexander bleibt für immer ein Held für mich“, so der Produzent gegenüber der dpa.

Vom Domspatz zum Charakterdarsteller
Alexander Held wurde am 19. Oktober 1958 in München geboren — als Sohn des Schauspielers José Held. Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung: Von 1968 bis 1970 war Held Solosänger bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen.
Doch nicht nur die Bühne lockte den jungen Münchner. Als Jugendlicher stand er für den Traditionsclub TSV 1860 München im Tor und gewann mit den „Löwen“ fünfmal die Jugendmeisterschaften. Eine Verletzung machte den Traum von der Profikarriere im Fußball jedoch zunichte.
Die wahre Berufung fand Held schließlich auf der Theaterbühne. Nach seiner Ausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule debütierte er 1980 an den Münchner Kammerspielen. Weitere Stationen seiner Theaterlaufbahn waren die Freie Volksbühne Berlin unter Hans Neuenfels, das Staatsschauspiel Hannover und die Salzburger Festspiele.
Internationale Kinorollen und ein Spielberg-Auftritt
Sein Filmdebüt feierte Held 1993 in der Kult-Krimireihe „Derrick“. Es folgte eine bemerkenswerte Karriere mit über 160 Film- und Fernsehproduktionen. Zu den Höhepunkten zählten:
- „Schindlers Liste“ (Steven Spielberg) — eine Nebenrolle in dem mehrfach Oscar-prämierten Holocaust-Drama
- „Der Schuh des Manitu“ — der erfolgreichste deutsche Kinofilm aller Zeiten
- „Der Untergang“ — Oliver Hirschbiegels Hitler-Drama mit Bruno Ganz
- „Napola – Elite für den Führer“ — Dennis Gansels Drama über eine NS-Eliteschule
- „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ — der Oscar-nominierte Film über die Widerstandskämpferin
„München Mord“: Die Rolle seines Lebens
Der breiten Öffentlichkeit wurde Held vor allem durch seine Hauptrolle in der ZDF-Samstagskrimi-Reihe „München Mord“ bekannt. Seit 2014 ermittelte er dort als Hauptkommissar Ludwig Schaller — ein eigenwilliger Kopf, der mit unkonventionellen Methoden zum Erfolg kommt und damit regelmäßig den Dienstweg seines Chefs sprengt. An der Seite von Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier wurde Held zur tragenden Säule des Formats.
Bereits im ersten Jahr der Reihe wurde sein schauspielerisches Können geehrt: 2014 erhielt Held den Bayerischen Fernsehpreis als bester Serien-Darsteller. Auch in der ZDF-Krimireihe „Stralsund“ war er regelmäßig zu sehen.
Stationen einer großen Karriere im Überblick

| Jahr | Station |
|---|---|
| 1958 | Geboren am 19. Oktober in München |
| 1968–1970 | Solosänger bei den Regensburger Domspatzen |
| 1980 | Engagement an den Münchner Kammerspielen |
| 1993 | Film-/TV-Debüt in „Derrick“ |
| 2001 | „Der Schuh des Manitu“ |
| 2004/2005 | „Der Untergang“ & „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ |
| 2014 | Start von „München Mord“ + Bayerischer Fernsehpreis |
| 2026 | Tod am 12. Mai im Alter von 67 Jahren |
Privater Schicksalsschlag und die Liebe seines Lebens
Auch privat war Helds Leben von tiefen Emotionen geprägt. 2005 heiratete er Patricia Fugger, eine gebürtige Gräfin Fugger von Babenhausen. Doch das Glück währte nicht lange: Neun Jahre später, im Jahr 2014, starb seine Frau im Alter von nur 51 Jahren. Mit bewegenden Worten widmete Held ihr nach dem Schicksalsschlag den Bayerischen Fernsehpreis als bester Serien-Darsteller.
Eine Stimme, die fehlen wird
Mit Alexander Held verliert die deutsche Film- und Fernsehlandschaft einen ihrer feinsten Charakterdarsteller — einen Künstler, der mit Tiefgang, Humor und einer leisen Würde wirkte. Seine Rollen, vom Offizier in „Der Untergang“ bis zum eigenwilligen Kommissar Schaller in „München Mord“, werden bleiben.
Wie es mit der ZDF-Krimireihe „München Mord“ weitergeht, ist derzeit offen. Held war dort bis zuletzt fester Bestandteil des Ermittler-Trios an der Seite von Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier.