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Achim Petry wollte nie wie sein Vater Wolfgang werden

10.07.2026, 15:04 Uhr

Als Sohn eines der größten deutschen Schlagerstars aufzuwachsen, klingt nach einem leichten Start ins Leben. Für Achim Petry war lange das Gegenteil der Fall. Der 51-Jährige hat sich jahrelang daran abgearbeitet, aus dem Schatten seines Vaters Wolfgang Petry (74) herauszutreten – mit Umwegen über Heavy Metal und eine Boygroup. Bei „Volle Kanne“ im ZDF erzählte er jetzt, was schließlich den Ausschlag für seine Kehrtwende gab.

Vom Duo 2 Young zur Boygroup Trademark

Nach einer Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann versuchte sich Achim Petry, der bürgerlich Achim Remling heißt, zunächst außerhalb des Schlagers. Zwischen 1996 und 1998 veröffentlichte er mit der Sängerin Marani als Duo 2 Young mehrere Singles, darunter „Crimson and Clover“. Später schloss er sich der Boygroup Trademark an und begleitete seinen Vater 1999 sogar als Vorgruppe auf dessen letzter großer Stadientournee.

Der Vergleich, dem er nicht entkam

Ganz gleich, welches Genre er ausprobierte: Der Name Petry ließ Achim nie wirklich los.

„Wenn ich Heavy Metal oder Boygroup gemacht habe: Ich wurde immer mit meinem Vater verglichen.“

Achim Petry bei „Volle Kanne“, ZDF

Vor rund 20 Jahren zog er daraus schließlich einen Schluss, der sein Leben verändern sollte. Statt sich weiter vom berühmten Namen abzugrenzen, entschied er sich, ihn anzunehmen – und mit ihm auch die Musik seines Vaters.

„Irgendwann kam der Punkt vor 20 Jahren, wo ich gesagt habe: Dann kann ich den Namen auch annehmen. Dann kann ich auch die Musik machen. Ich werde sowieso mit ihm verglichen. Dann kann ich’s mir direkt auch auf die Stirn schreiben.“

Achim Petry bei „Volle Kanne“, ZDF

Ein Vater, der ein normales Leben vorlebte

Wolfgang Petry posiert mit der Auszeichnung Goldene Stimmgabel.
Wolfgang Petry mit der Goldenen Stimmgabel, Ludwigshafen, 21.09.2002. Foto: IMAGO / United Archives (Frank W. Hempel)

Mit dem Schatten seines berühmten Vaters habe er inzwischen „kein Problem mehr“, sagte der gebürtige Bonner: „Ich bin da sehr gelassen.“ Seine Eltern hätten ihm trotz des Erfolgs immer „ein relativ normales Leben vorgelebt“ – ein Prinzip, das er an seine eigenen Söhne weitergegeben hat. Sie erfuhren erst spät, wie erfolgreich ihr Großvater tatsächlich war, wie Petry erklärte: „Ich habe das bei meinen Jungs auch gemacht. Die wussten erst sehr, sehr spät, wie erfolgreich der Opa war. Weil ich vermeiden wollte, dass irgendjemand abhebt.“

Steckbrief Wolfgang Petry Achim Petry
Geboren 22.09.1951 in Köln 24.08.1974 in Bonn
Bekannte Hits „Wahnsinn“, „Bronze, Silber und Gold“ „Dschungel Wahnsinn“, „Tinte“
Karrierestart 1975 (erster Plattenvertrag) 1996 (Duo 2 Young)
Aktuell seit 2006 ohne große Live-Auftritte aktiv als Solo-Künstler und Podcaster

Vom Rettungssanitäter zur Bühne

Wie bodenständig er ist, machte Achim Petry mit einer beruflichen Anekdote deutlich. Vor vielen Jahren engagierte er sich bei der Feuerwehr und ließ sich in diesem Zug zum Rettungssanitäter ausbilden.

„Das hat mich so gefesselt, dass ich noch ein bisschen geblieben bin. Ich finde, das ist ein ehrbarer Job. Der hat mich unglaublich viel gelehrt für mein Leben.“

Achim Petry bei „Volle Kanne“, ZDF

Kids Club: Drei Schlager-Kinder, ein Podcast

Lucas Cordalis, Joelina Drews und Achim Petry beim Schlagermove in Hamburg.
Lucas Cordalis, Joelina Drews und Achim Petry beim Schlagermove in Hamburg, 04.07.2026. Foto: IMAGO / Future Image

Wie es sich anfühlt, mit einem Schlagerstar als Vater aufzuwachsen, ist inzwischen auch Thema seines eigenen Podcasts. Das Format „Kids Club“ betreibt Achim Petry gemeinsam mit Lucas Cordalis (58), Sohn von Costa Cordalis, und Joelina Drews (30), Tochter von Jürgen Drews. Zu dritt sprechen die Schlager-Kinder offen über das Aufwachsen im Rampenlicht ihrer berühmten Eltern – ein Thema, das für alle drei sehr persönlich ist.

Aus Sicht der Branche zeigt der Fall Petry, wie unterschiedlich Künstlerkinder mit dem Erbe ihrer Eltern umgehen können. Zu seiner musikalischen Entwicklung zählen unter anderem:

  • 2007: Debütalbum „So wie ich!“ und Solotournee „Der Wahnsinn geht weiter“
  • 2008: „Dschungel Wahnsinn“ – Coverversion von Vaters Hit „Wahnsinn“ als Titellied von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“
  • 2014: Duett „Rettungsboot“ mit Wolfgang Petry
  • 2016: Duett „Tinte“ mit Anna-Maria Zimmermann
  • 2019: „Wir sind hier“ mit Rapper Finch

Heute genieße er seine Rolle im Schlager-Geschäft, ohne sich weiter über Vergleiche zu ärgern. Der Name Petry, mit dem er so lange gehadert hatte, ist längst sein eigener geworden.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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