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Melissa Naschenweng: „Ich habe Angst im eigenen Land“

03.06.2026, 14:08 Uhr

Österreichs erfolgreichste Schlagersängerin Melissa Naschenweng (35) hat in einem Interview so offen gesprochen wie selten zuvor. Im krone.tv-Podcast „Message. Macht. Medien“ von Polit-Insider Gerald Fleischmann thematisiert die Kärntnerin einen geheimen Krankenhaus-Aufenthalt, ihre Bühnensucht — und äußert sich besorgt über die Sicherheit von Frauen in österreichischen Städten.

Steckbrief
Vollständiger Name Melissa Naschenweng
Geburtsdatum 6. März 1991
Geburtsort Kötschach-Mauthen, Kärnten
Alter 35 Jahre
Beruf Schlagersängerin, Musikerin
Bekanntester Hit „Lederhosenrock“ (2018)
Heimat Kärnten, Österreich

180 Auftritte im Jahr – der Preis des Ruhms

Was von außen nach Glitzer und Glamour aussieht, hatte für Melissa Naschenweng am Anfang ihrer Karriere einen hohen Tribut. 180 Auftritte pro Jahr, kaum Schlaf, schlechte Ernährung und Dauerstress führten zu einem Zusammenbruch, über den die Sängerin bislang kaum gesprochen hatte. „Irgendwann, wo ich im Krankenhaus war, habe ich gedacht: So geht’s halt nicht“, sagt Naschenweng im Podcast.

Der Moment habe sie wachgerüttelt. Rückblickend findet sie deutliche Worte: „Der Weg war ein Wahnsinn. Teilweise war es die Hölle. Wenn ich daran denke, was wir mitgemacht haben, kriege ich heute noch Schweißausbrüche.“ Danach habe sie gelernt, früher schlafen zu gehen und auf sich selbst zu achten.

„Ich bin so süchtig danach“

Trotz der Schattenseiten kann Melissa Naschenweng nicht ohne die Bühne. Schon nach wenigen freien Tagen werde es ihr eng: „Drei Tage daheim und mir fällt die Decke auf den Kopf.“ Dahinter stecke auch die Angst, vergessen zu werden: „Vielleicht ist es auch die Angst: Interessiert sich keiner mehr? Braucht mich keiner mehr?“ Dann folgt die ehrliche Selbstreflexion: „Ich bin so süchtig danach.“

Den Preis des Ruhms sieht sie klar: „Hinter jeder Bühnenfigur versteckt sich ein Mensch mit Ängsten, mit Zweifeln, mit Einsamkeit teilweise. Man sieht nur das Bühnenlicht und das Glitzer, aber dahinter ist einfach Dauerdruck.“

Klare Haltung zu Gendern und Gabalier

Auch politische Themen kommen im Podcast zur Sprache. Beim Thema Gendern bezieht Naschenweng eine entspannte, aber klare Position: „Ich fühle mich trotzdem gleich viel wert, obwohl ich oft einmal auf das Gendern verzichte, oder eigentlich immer — ich verschleudere mich teilweise selbst und denke mir so: Ich weiß gar nicht mehr, ob das grammatikalisch richtig ist.“

Ähnlich gelassen reagiert sie auf die Diskussion rund um Andreas Gabalier, der die österreichische Bundeshymne ohne die Passage „Heimat großer Töchter“ singt: „Ich habe das nie schlimm gefunden. Dann hat er es halt so gesungen, wie er es gelernt hat. Ich fühle mich deswegen nicht diskriminiert als Frau.“

„Es ist schade, dass man im eigenen Land Angst haben muss“

Der wohl emotionalste Moment des Interviews folgt, als Naschenweng auf die Sicherheit von Frauen in österreichischen Städten angesprochen wird. Ob sie sich nachts in Wien, Graz oder Linz sicher fühle — die Antwort kommt ohne Zögern:

„Ich habe Angst und ich finde, dass es schade ist, dass man im eigenen Land Angst haben muss. Ich fühle mich als Frau allein nicht sicher.“

Melissa Naschenweng im krone.tv-Podcast „Message. Macht. Medien“, Mai 2026

Mit diesen Worten trifft Österreichs bekannteste Schlagersängerin einen Nerv, der weit über die Schlager-Welt hinausreicht. Das Interview zeigt: Hinter der strahlenden Alpenbarbie steht eine Frau, die gesellschaftliche Missstände klar benennt — und sich dabei keine Verklärung erlaubt.

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