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„Bad Boyfriends“: RTL reagiert nach Femizid-Vorwurf

14.07.2026, 16:51 Uhr

Die RTL+-Show „Bad Boyfriends“ steht seit Tagen im Kreuzfeuer der Kritik – nun hat der Sender reagiert. Grund für den Aufruhr war eine Szene aus der vierten Folge, in der ein Kandidat beiläufig den gewaltsamen Tod einer Frau erwähnte, ohne dass RTL+ das sensible Thema einordnete oder eine Triggerwarnung einblendete.

Darum sorgte „Bad Boyfriends“ für Empörung

Am 30. Juni 2026 startete die neue Realityshow „Bad Boyfriends“ auf RTL+, moderiert von Charlotte Engelhardt und Calvin Kleinen. Im Mittelpunkt der vierten Folge steht ein Beziehungstest von Kandidatin Michelle Mišić und ihrem Partner Mladen „Maki“ Doric: Michelle durchsucht das Handy ihres Freundes und entdeckt dabei Fotos und Videos einer anderen Frau.

Maki erklärt daraufhin, dass die Aufnahmen zwar von dieser Frau stammten, der Kontakt zu ihr aber längst beendet sei – aus einem erschütternden Grund. Wörtlich sagt er:

„Es ist etwas passiert mit dieser Frau. Diese Frau wurde getötet von ihrem Freund.“

Maki Doric in „Bad Boyfriends“, Folge 4

Später erklärt er gegenüber anderen Teilnehmenden zusätzlich, die Frau „existiere“ nicht mehr. Eine weitere Einordnung des mutmaßlichen Femizids erfolgt in der Sendung zunächst nicht, das Gespräch wird schnell beendet. In sozialen Netzwerken hagelte es daraufhin scharfe Kritik: Nutzerinnen und Nutzer warfen RTL+ vor, aus einer tragischen Gewalttat einen beiläufigen TV-Moment zu machen, ohne die Betroffenheit von Angehörigen zu berücksichtigen.

RTL+ reagiert: Das ändert der Sender jetzt

Nach tagelanger Diskussion hat sich RTL+ am 14. Juli 2026 über den offiziellen Instagram-Kanal zu Wort gemeldet. Der Streamingdienst kündigt an, das Feedback der Zuschauer:innen ernst zu nehmen, und reagiert mit konkreten Anpassungen:

„Nach einer erneuten sorgfältigen Prüfung der bereits ausgestrahlten vierten Folge sowie der weiteren Folgen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die Sensibilität der Thematik und der gezeigten Situation nicht ausreichend gekennzeichnet und eingeordnet haben. Das bedauern wir. Deshalb haben wir entschieden, die bereits ausgestrahlte Folge sowie die noch ausstehenden Folgen entsprechend anzupassen.“

RTL+ via Instagram, 14.07.2026

Konkret bedeutet das: Die kritisierte Passage über den Femizid ist in Folge 4 inzwischen nicht mehr auffindbar. Zusätzlich blendet RTL+ vor Beginn der betroffenen Folgen nun einen Hinweis ein, der zu einem respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Thema aufruft und ausdrücklich vor Spekulationen warnt, da hinter jeder Geschichte reale Menschen mit schützenswerter Privatsphäre stehen.

Frage Antwort
Show „Bad Boyfriends“ (RTL+)
Start 30. Juni 2026
Moderation Charlotte Engelhardt, Calvin Kleinen
Kritikpunkt Unkommentierte Erwähnung eines mutmaßlichen Femizids in Folge 4
Reaktion von RTL+ Anpassung von Folge 4 und weiteren Episoden, Einblendung eines Sensibilisierungs-Hinweises
Statement Veröffentlicht am 14. Juli 2026 via Instagram

Fans bleiben trotz Reaktion kritisch

Auch nach dem Statement reißt die Debatte nicht ab. Viele Zuschauer:innen kommentieren, dass die ursprüngliche Fassung der Folge längst von einem großen Publikum gesehen wurde und die nachträgliche Korrektur daher zu spät komme.

  • „An sich die richtige Entscheidung, aber jetzt ergibt es keinen Sinn mehr“, schreibt eine Nutzerin unter dem RTL+-Statement.
  • Andere merken an, die Folge habe „schon jeder gesehen“.
  • Weitere Stimmen fordern, dass eine Einordnung bereits bei der Erstausstrahlung nötig gewesen wäre – nicht erst im Nachhinein.

RTL+ selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob weitere Maßnahmen wie zusätzliche Triggerwarnungen oder ein Statement der Verantwortlichen folgen. Fest steht: Der Sender hat auf den öffentlichen Druck reagiert und greift direkt ins bereits ausgestrahlte Material ein – ein eher seltener Schritt bei einem laufenden Reality-Format.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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