Vanessa Mai, DJ Ötzi und Ronan Keating sollten im Juli in einer Arena im Ruhrgebiet auftreten. Doch aus den geplanten Konzerten wird nichts mehr – die Veranstalter haben die Reißleine gezogen.
Für den Juli waren in der Arena auf Ewald in Herten, nahe Gelsenkirchen, gleich mehrere große Namen aus dem Schlager- und Partygeschäft angekündigt. Am 11. Juli stand eine Mallorcaparty mit unter anderem Mickie Krause, Frenzy und Tim Toupet auf dem Programm, am 13. Juli sollte Ronan Keating auftreten, und am 17. Juli sollte mit der „Schlager-Arena“ ein echtes Highlight folgen: Vanessa Mai, DJ Ötzi und Anna-Maria Zimmermann waren als Stars des Abends angekündigt. Die Veranstalter Dirk Lasarz und Frank Südfeld hatten sich mit der Location auf dem Gelände der Zeche Ewald ambitionierte Ziele gesetzt.
Daraus wird nun nichts. Wie es auf der Homepage der Arena heißt, sind sämtliche Konzerte und Partys ersatzlos gestrichen.
Diese Termine sind betroffen
Bereits in den Tagen zuvor waren einzelne Konzerte abgesagt worden. Mit der Insolvenz fielen nun auch alle verbliebenen Veranstaltungen:
| Datum | Event | Beteiligte Künstler |
|---|---|---|
| 08.07.2026 | Konzert | Loi |
| 11.07.2026 | Mallorcaparty | Mickie Krause, Frenzy, Tim Toupet |
| 12.07.2026 | Konzert | Accept |
| 13.07.2026 | Konzert | Ronan Keating |
| 16.07.2026 | Auftritt (geplant) | Atze Schröder |
| 17.07.2026 | „Schlager-Arena“ | Vanessa Mai, DJ Ötzi, Anna-Maria Zimmermann |
„Zwei Hiobsbotschaften“ erreichten die Veranstalter
Lasarz und Südfeld hatten bereits am Mittwoch Insolvenz beantragen müssen, wollten die Termine an diesem Wochenende aber zunächst retten – auch der Insolvenzverwalter habe das befürwortet. Am Freitagmorgen kam dann das endgültige Aus. In einem auf Instagram veröffentlichten Statement erklärte Lasarz:
„Wir haben leider keine guten Nachrichten. Leider haben uns heute Morgen um acht Uhr zwei Hiobsbotschaften erreicht, die für unsere Veranstaltungen elementar wichtig sind. Deswegen müssen wir jetzt leider alles komplett absagen.“
Dirk Lasarz, Mitveranstalter Arena auf Ewald
Auch Frank Südfeld äußerte sich: „Leider müssen wir aus diesen Gründen die Reißleine ziehen. Wir haben bis auf die letzte Minute probiert zu retten, was zu retten ist.“ Welche konkreten Nachrichten am Freitagmorgen eingetroffen waren, ließen beide offen.

Frühes WM-Aus und schwache Ticketverkäufe als Ursache
Wie regionale Medien wie die Hertener Allgemeine und die Sportschau berichten, hatten die Veranstalter fest mit einem längeren Lauf der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 kalkuliert – mindestens bis ins Achtelfinale. Das frühe Ausscheiden des DFB-Teams sowie deutlich schwächere Ticketverkäufe für die geplanten Konzerte als erwartet setzten die Arena auf Ewald wirtschaftlich zusätzlich unter Druck. Der vom Landgericht Bochum bestellte Insolvenzverwalter Maximilian van Kell hat nun die Geschäfte übernommen.
„Unser Herzensprojekt“
Wie emotional der Rückzug für die Macher ist, machte Lasarz in seinem Statement deutlich:
„Uns fehlen einfach die Worte. Das war unser Herzensprojekt, wir haben zwei Jahre lang alles da rein gehangen, aber es hat am Ende nicht gereicht.“
Dirk Lasarz
Das Projekt Arena auf Ewald sei damit „erledigt“, so Lasarz weiter.

Was passiert jetzt mit den Tickets?
Offen ist bislang, was aus bereits gekauften Tickets wird. Laut Homepage der Arena prüft der Insolvenzverwalter aktuell, ob überhaupt ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wird. Erst danach entscheidet sich, wie das verbliebene Kapital an die Gläubiger verteilt wird – und ob und in welchem Umfang Fans ihr Geld zurückerhalten.
- Ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, ist noch nicht entschieden.
- Über eine Rückerstattung der Ticketkosten entscheidet letztlich der Insolvenzverwalter.
- Ausweichtermine der betroffenen Künstler an anderen Orten sind bislang nicht bestätigt.
Tim Toupet und Atze Schröder melden sich zu Wort
Zur abgesagten Mallorcaparty äußerte sich Tim Toupet in einer Instagram-Story. Es tue ihm „furchtbar leid“, er und seine Kollegen seien genauso betroffen wie die Fans und hätten für das Konzert jederzeit zur Verfügung gestanden, so der Partyschlager-Sänger. Auch Atze Schröder, der eigentlich am 16. Juli hätte auftreten sollen, meldete sich in einer Instagram-Story:
„Atze wäre nicht der Kanzler der Herzen, wenn er nicht schon mit Hochdruck an einer Alternative arbeiten würde.“
Atze Schröder
Anfang der kommenden Woche wollten sich die Beteiligten demnach erneut bei den Fans melden. Bis dahin bleibt vor allem eines ungewiss: ob und wo Vanessa Mai, DJ Ötzi und die anderen angekündigten Stars ihre Auftritte nachholen können.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI