Glitzer, Hitparade, ausverkaufte Hallen: So kennen die Fans Michelle. Doch bevor die Schlagersängerin berühmt wurde, wusste sie oft nicht, wovon sie am nächsten Tag leben sollte. Im Podcast „Ungefiltert On Fire“ hat die 54-Jährige jetzt ein Kapitel ihres Lebens geöffnet, über das sie bislang kaum gesprochen hat.
Die Folge mit Moderator André Kohn erschien am Donnerstag, 8. Oktober 2026, auf dem YouTube-Kanal des Podcasts. Schon vorab war angekündigt, dass es um Ängste, Depressionen und Spiritualität gehen würde – Schlagerplanet berichtete über die Ankündigung. Was Michelle dann über ihre Jugend erzählt, geht aber noch deutlich weiter. Mehrere Medien, darunter t-online, Promiflash und Bunte, haben die Aussagen aufgegriffen.
Michelle über ihre Kindheit: Gewalt und Flucht ins Frauenhaus
Michelle, die bürgerlich Tanja Hewer heißt, wuchs nach eigenen Angaben in einem gewalttätigen Elternhaus auf. Ihren Vater beschreibt sie laut t-online als „sehr brutal“. Promiflash zitiert sie aus dem Podcast noch deutlicher:
„Mein Vater war ein extrem brutaler Mann, der sogar versuchte, meine eigene Mutter in der Familienbadewanne zu ertränken.“
Michelle im Podcast „Ungefiltert On Fire“, zitiert nach Promiflash
Mehrmals hätten ihre Mutter und die Kinder Zuflucht in Frauenhäusern gesucht. Über ihre Mutter sagt Michelle heute, sie sei „einfach zu schwach“ gewesen – betont laut Promiflash aber zugleich, dass diese ihre Kinder stets schützen wollte.
Ganz neu ist das Thema nicht: Bereits im Sommer 2025 hatte Michelle der „Bild“ von ihrer schweren Kindheit erzählt. Damals sagte sie über ihre Mutter: „Heute weiß ich, sie hatte gar keine andere Wahl. Es ging jeden Tag einfach nur ums Überleben.“

„Weil ich auf der Straße gelebt habe …“
Neu ist dagegen, wie offen Michelle jetzt über die Zeit danach spricht. Als Teenager – laut Promiflash mit gerade einmal 17 Jahren – lebte sie zeitweise auf der Straße und wusste oft nicht, wie sie sich ernähren sollte. Aus der Not heraus habe sie damals Lebensmittel gestohlen:
„Weil ich auf der Straße gelebt habe, habe ich Aldi-Ravioli-Dosen gestohlen.“
Michelle im Podcast „Ungefiltert On Fire“
Wie lange diese Phase dauerte, sagt sie in den bisher veröffentlichten Auszügen nicht.
Vom Leben auf der Straße in die ZDF-Hitparade
Wenige Jahre später änderte sich ihr Leben schlagartig. 1993 wurde Michelle mit „Und heut‘ Nacht will ich tanzen“ über die ZDF-Hitparade bundesweit bekannt. Im Podcast erinnert sie sich:
„Und dann habe ich mit meinem ersten Song gewonnen und alles ging so schnell.“
Michelle über ihren Durchbruch
Wie groß der Sprung war, macht eine Zahl deutlich: Für einen Auftritt bekam sie damals 2.000 Mark. „Also waren 2.000 Mark damals wow, das war extrem viel Geld für mich“, sagt Michelle. Gleichzeitig sei rund um sie eine Kunstfigur entstanden: „Natürlich wurde eine Persona konstruiert“, zitieren Promiflash und Bunte die Sängerin.
Die wichtigsten Aussagen aus dem Podcast im Überblick
- Ihr Vater sei „sehr brutal“ gewesen, die Familie floh mehrfach in Frauenhäuser.
- Als Jugendliche lebte sie zeitweise auf der Straße und stahl aus Not Ravioli-Dosen.
- Mit ihrem ersten Song gewann sie die ZDF-Hitparade, danach „ging alles so schnell“.
- 2.000 Mark pro Auftritt waren für sie damals „extrem viel Geld“.
- Im Podcast spricht sie außerdem über Ängste, Depressionen und Spiritualität.

Michelles Weg: Die wichtigsten Stationen
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1972 | Geboren am 15. Februar in Villingen-Schwenningen als Tanja Hewer |
| Kindheit | Gewalt im Elternhaus, mehrfach Zuflucht im Frauenhaus |
| Jugend | Zeitweise obdachlos (laut Promiflash mit 17 Jahren) |
| 1993 | Durchbruch mit „Und heut‘ Nacht will ich tanzen“ in der ZDF-Hitparade |
| 2001 | Eurovision Song Contest mit „Wer Liebe lebt“ (Platz 8) |
| 2026 | Abschiedstour „Zum letzten Mal“ und TV-Abschied beim Schlagerbooom Open Air in Kitzbühel |
| Juni 2026 | Ankündigung, als spirituelle Heilerin unter dem Namen „Wakan“ zu arbeiten |
Neuanfang nach der Bühne – und nach der Trennung
Das Podcast-Gespräch fällt in eine Phase des Umbruchs. Von der großen Bühne hat sich Michelle 2026 verabschiedet, im Juni kündigte sie an, künftig als Heilerin und Medium unter dem Namen „Wakan“ zu arbeiten. Im September verriet sie Schlager.de außerdem ein weiteres neues Projekt: „Was ich sagen kann: Es hat nichts mit Musik zu tun und auch nicht mit meiner Arbeit als Heilerin.“ Privat hatte zuletzt die Trennung von Eric Philippi für Schlagzeilen gesorgt.
Dass Michelle jetzt so offen über ihre Jugend spricht, rückt ihre Karriere in ein neues Licht: Die Frau, die 1993 mit „Und heut‘ Nacht will ich tanzen“ die Hitparade eroberte, hatte nur wenige Jahre zuvor buchstäblich nichts – außer gestohlenen Ravioli-Dosen. Mehr zu ihrem Leben nach dem Karriereende: Michelle nach dem Bühnen-Aus.