Peter Maffay ist für klare Worte bekannt – doch was der Sänger bei seinem Auftritt auf Schloss Thurn und Taxis in Regensburg sagte, sorgt jetzt für großes mediales Echo. Vor den Augen der Gastgeberin, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, bezog er unmissverständlich Stellung. Wochen später wird publik, wie die Fürstin darauf reagiert hat – und die Antwort sorgt für reichlich Diskussionsstoff.
Der Auftritt bei den Schlossfestspielen Regensburg
Am 16. Juli 2026 stand Peter Maffay im Rahmen der Schlossfestspiele auf Schloss St. Emmeram in Regensburg auf der Bühne. Die traditionsreiche Konzertreihe findet auf dem Anwesen der Familie Thurn und Taxis statt, Hausherrin ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Sie saß während des Konzerts in der ersten Reihe.
Statt sich nur auf seine bekannten Songs zu beschränken, nutzte Maffay die Bühne auch für eine politische Botschaft. Er bezeichnete den Ort als schön, aber „belastet“ von Positionen, die das Publikum so nicht teile – eine kaum zu übersehende Anspielung auf die Nähe der Fürstin zu AfD-Chefin Alice Weidel, die in der Vergangenheit bereits mehrfach als ihr Gast bei den Schlossfestspielen zu sehen war.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Radikale, rassistische, menschenverachtende Positionen lehnen wir ab. Egal, woher sie kommen.“
Peter Maffay bei den Schlossfestspielen Regensburg, 16. Juli 2026
Der Sänger machte deutlich, dass für ihn nur eine Form von Radikalität akzeptabel sei: der Versuch, einander respektvoll und friedlich, auf Augenhöhe und ohne Hass zu begegnen. Das Publikum reagierte laut übereinstimmenden Medienberichten mit kräftigem Applaus. Auf die Frage, warum er trotz der umstrittenen Location überhaupt auftrete, soll Maffay erklärt haben: „Wenn man ein Feuer löschen will, muss man dahin gehen, wo es brennt.“

Die Vorgeschichte: Streit um Alice Weidel
Der Auftritt reiht sich in eine länger schwelende Kontroverse um die Schlossfestspiele ein. Bereits 2025 hatte Schlagerstar Vicky Leandros ihren Auftritt bei der Konzertreihe abgesagt, nachdem bekannt geworden war, dass Alice Weidel als Gast der Fürstin erwartet wurde. Fürstin Gloria reagierte auf den Rückzug wenig zurückhaltend: Leandros habe ihr „einen Gefallen getan“, ließ sie gegenüber dem Portal Nius wissen.
- 2025: Vicky Leandros sagt ihren Auftritt wegen der angekündigten Teilnahme von Alice Weidel ab.
- Reaktion der Fürstin: Gloria von Thurn und Taxis kommentiert den Rückzug öffentlich – und wenig freundlich.
- 16. Juli 2026: Peter Maffay bezieht bei seinem Auftritt unmissverständlich Stellung gegen Extremismus.
- Anfang August 2026: Ein Video der Fürstin sorgt für neue Aufregung.
Gloria von Thurn und Taxis meldet sich zu Wort – mit einer Parodie

Wochen nach dem Konzert wurde publik, wie die Fürstin auf Maffays Auftritt reagiert hatte: mit Spott. Auf dem Instagram-Account ihres Bruders Carl-Alban Graf von Schönburg-Glauchau tauchte ein Video auf, in dem Gloria von Thurn und Taxis den Sänger und seine Ansprache nachahmt.
Darin imitiert sie Maffays Bühnenansage „Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren“ und übertreibt dabei sein charakteristisches, auf seine rumänische Herkunft zurückgehendes rollendes R. Anschließend äfft sie seine Toleranz-Botschaft nach: „Wir sind für Toleranz, wir sind für Diversität … und wir sind für – na, ihr wisst schon“, sagt sie im Video und lacht. Auch im Hintergrund ist Gelächter zu hören.
Reaktionen auf das Video blieben nicht aus: Nach zahlreichen kritischen Kommentaren wurde der Instagram-Account des Bruders in der Folge auf privat gestellt.
Übersicht: Die wichtigsten Fakten zum Streit
| Person | Rolle | Aktion/Aussage |
|---|---|---|
| Peter Maffay | Sänger, Auftritt am 16.07.2026 | Politische Rede gegen Extremismus auf der Bühne |
| Gloria von Thurn und Taxis | Gastgeberin, Hausherrin des Schlosses | Parodie-Video Anfang August 2026 |
| Vicky Leandros | Schlager-Sängerin | Auftrittsabsage 2025 wegen Alice Weidel |
| Alice Weidel | AfD-Bundesvorsitzende | Wiederholt Gast der Fürstin bei den Schlossfestspielen |
Ein Streit mit Nachspiel
Auch abseits der sozialen Medien beschäftigt der Auftritt weiterhin die Region: An der Schlossmauer der Residenz tauchten in den Tagen danach Graffiti auf, die Polizei ermittelt. Ob ein Zusammenhang mit dem Streit zwischen Maffay und der Fürstin besteht, ist bislang nicht bestätigt.
Klar ist: Der kurze Auftritt von Peter Maffay auf dem Schloss der Fürstin ist zu einem der meistdiskutierten Promi-Themen des Sommers geworden – und zeigt einmal mehr, wie unversöhnlich sich Kunst und Politik bei den Schlossfestspielen Regensburg gegenüberstehen.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI