Schauspielerin und Schlagersängerin Heidi Stroh ist tot. Sie starb bereits am 18. April 2026 im Alter von 85 Jahren in ihrer Wahlheimat Ligurien in Italien – die traurige Nachricht wurde jedoch erst jetzt, Monate später, öffentlich bekannt.
Bekannt gemacht wurde ihr Tod von ihrem langjährigen Freund, dem Sänger Mark Lorenz, über ihre offizielle Internetseite und sein Label MaLo Music. Mit Heidi Stroh verliert die deutsche Kulturlandschaft eine Künstlerin, deren Name untrennbar mit dem Neuen Deutschen Film verbunden bleibt, die aber auch im deutschen Schlager bleibende Spuren hinterlassen hat.
Von der Zahnarztassistentin zum gefeierten Filmstar
Heidi Stroh wurde am 10. Februar 1941 in Jena geboren. Ihre Eltern Harry und Margaretha Stroh führten eine Schule für Gesellschaftstanz, weshalb sie schon als Kind Ballettunterricht erhielt. Zunächst schlug sie auf Wunsch der Eltern einen bürgerlichen Weg ein und absolvierte eine Ausbildung zur Zahnarztassistentin. Ihre Leidenschaft gehörte jedoch der Bühne.
Anfang der 1960er Jahre zog es sie nach Rom, wo sie Gesang studierte und 1962 sowie 1963 als Soubrette auf den Bühnen des berühmten Teatro Sistina und des Teatro delle Muse stand. 1965 gab sie ihr Filmdebüt in Italien an der Seite von Vittorio Gassman, im selben Jahr erschien ihre erste Schlager-Single, „Warum lässt du mich so lang warten?“.
Der Durchbruch mit „Mahlzeiten“
Der endgültige Durchbruch gelang ihr 1967 mit Edgar Reitz’ Film „Mahlzeiten“, der beim Filmfestival von Venedig einen Sonderpreis erhielt und Stroh über Nacht zu einem der bekanntesten Gesichter des Jungen Deutschen Films machte. Zeitweise galt sie sogar als Anwärterin auf den Goldenen Löwen. Es folgten Hauptrollen in Produktionen wie „Lena Christ“, „Der blaue Engel“, dem Tatort „Kressin und die Frau des Malers“, der französischen Serie „Au plaisir de Dieu“ sowie später „Die zweite Heimat“ und „Sekt oder Selters“.

Zu krank für James Bond, zu spät für Fellini
Der ganz große internationale Durchbruch blieb ihr dennoch zweimal verwehrt. Für den James-Bond-Film „Feuerball“ mit Sean Connery war sie bereits für eine Rolle vorgesehen, musste diese jedoch krankheitsbedingt absagen. Wenige Jahre später wollte auch Regie-Legende Federico Fellini sie für einen seiner Filme verpflichten – wegen einer bereits vereinbarten Konzertreihe im Münchner Hilton-Hotel kam die Zusammenarbeit jedoch nicht zustande. Fellini selbst bedauerte dies ausdrücklich in einem persönlichen Brief an die Schauspielerin.
Zweite Leidenschaft Musik: Vom Schlager zur Tina-Turner-Coverversion
Neben der Schauspielerei war die Musik Heidi Strohs zweite große Leidenschaft. Mit Singles wie „Schimpf nicht auf die Welt“ (1969) und „Liebe will frei sein“ (1971) etablierte sie sich als Interpretin anspruchsvoller deutschsprachiger Unterhaltungsmusik. Mitte der 1970er wechselte sie zum Label United Artists, wo unter anderem die Songs „Er hat mich geliebt“ und „Was hab ich mit der Liebe gemacht“ entstanden. 1975 erschien ihr Album „Mal so – mal so“, 1976 die deutsche Version von Peter Sarstedts „Where Do You Go To My Lovely“ unter dem Titel „Meine Freunde, die sehn nur mein Lachen“.
1982 folgte mit „Wenn es noch Liebe wär“ eine Single zur Textdichterin Irma Holder, später sang Stroh mit „Keinen Helden, keinen Hero“ sogar eine deutsche Version von Tina Turners Welthit „We Don’t Need Another Hero“. Große Chartplatzierungen blieben zwar aus, doch ihre Aufnahmen genießen bis heute unter Schlagerfans und Sammlern einen ausgezeichneten Ruf.
| Steckbrief | Angaben |
|---|---|
| Geboren | 10. Februar 1941 in Jena |
| Gestorben | 18. April 2026 in Ligurien (Italien) |
| Alter | 85 Jahre |
| Berufe | Schauspielerin, Schlagersängerin |
| Bekannteste Filme | „Mahlzeiten“ (1967), „Die zweite Heimat“, Tatort „Kressin und die Frau des Malers“ |
| Bekannteste Titel | „Liebe will frei sein“, „Meine Freunde, die sehn nur mein Lachen“, „Keinen Helden, keinen Hero“ |
Engagement für den Tierschutz und ein letztes Herzensprojekt
Auch abseits der Bühne zeigte Heidi Stroh Haltung: Mit großem Engagement setzte sie sich für den Tierschutz ein und kämpfte gegen das Robbenschlachten, wofür sie eigens ein Kampagnen-Logo gestaltete. In ihren letzten Jahren widmete sie sich intensiv der Gesundheitsvorsorge und der Bedeutung von Vitaminen – aus ihren Studien entstand ein Buch, dessen Veröffentlichung ihr besonders am Herzen lag.
- 1965: Filmdebüt in Italien an der Seite von Vittorio Gassman
- 1967: Durchbruch mit „Mahlzeiten“ (Sonderpreis Filmfestival Venedig)
- 1972: Tatort „Kressin und die Frau des Malers“
- 1975: Album „Mal so – mal so“
- 1988–1992: „Die zweite Heimat. Chronik einer Jugend in 13 Filmen“
Warum die Nachricht erst jetzt bekannt wurde
Heidi Stroh war bereits am 18. April 2026 gestorben, ihre Familie und engsten Freunde entschieden sich zunächst gegen eine öffentliche Bekanntgabe. Erst Monate später machte ihr langjähriger Freund Mark Lorenz die traurige Nachricht öffentlich – über die gemeinsam betriebene Gedenkseite heidistroh.de und sein Label MaLo Music widmete er ihr auch ein persönliches Video-Andenken.
„Liebe Heidi, dieses Video ist eine Erinnerung an unsere jahrzehntelange Freundschaft, an die vielen schönen Begegnungen, die lustigen Geschichten und die gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbringen durften. Ich möchte, dass diese Erinnerungen niemals in Vergessenheit geraten. Mach’s gut, Heidi.“
Mark Lorenz auf der Gedenkseite heidistroh.de
Auf der Gedenkseite heißt es: „Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von der Schauspielerin und Sängerin Heidi Stroh.“ Mit ihr verliert die deutsche Unterhaltungsbranche eine Künstlerin, die sich nie auf ein einziges Metier beschränken ließ. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freunden und allen, die ihr beruflich wie privat verbunden waren.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI