Collien Fernandes erleidet im spanischen Rechtsstreit gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen eine herbe Niederlage — und kündigt dennoch weiteren Widerstand an.
Gericht auf Mallorca lehnt Widerspruch ab
Ein Gericht auf Mallorca hat bestätigt, dass das Ermittlungsverfahren in der Sache Fernandes gegen Ulmen an die deutsche Justiz abgegeben wird. Einen Widerspruch von Fernandes gegen eine gleichlautende frühere Entscheidung wies das Gericht zurück, wie die Anwälte beider Seiten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilten. Für Christian Ulmen gilt bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung.
Warum sieht sich Mallorca nicht zuständig?
Das mallorquinische Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass beide Parteien deutsche Staatsbürger sind, die relevanten Unterlagen auf Deutsch vorliegen und sich die meisten der behaupteten Vorfälle in Deutschland abgespielt haben sollen. Alle drei Faktoren sprechen laut Gericht eindeutig für die Zuständigkeit der deutschen Justiz.
Fernandes gibt nicht auf
Trotz der Niederlage kämpft die Schauspielerin und Moderatorin weiter. Ihr spanischer Rechtsanwalt Jorge Agüero Lafora bestätigte der dpa, dass die nächsthöhere Gerichtsinstanz auf Mallorca die Ablehnungsentscheidung überprüfen soll:
„Rechtsmittel sind eingelegt.“
Jorge Agüero Lafora, spanischer Rechtsanwalt von Collien Fernandes
Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt parallel
Unabhängig vom Ausgang des spanischen Zuständigkeitsstreits ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam bereits parallel zu den spanischen Behörden. Ein laufendes deutsches Verfahren gibt es damit in jedem Fall — egal, was die spanischen Gerichte letztlich entscheiden.
Hintergrund: Die Vorwürfe gegen Christian Ulmen
Collien Fernandes hatte ihren Ex-Mann Christian Ulmen im Dezember 2025 in Palma de Mallorca angezeigt. Über die Vorwürfe, die eine breite gesellschaftliche Debatte über sexualisierte Gewalt auslösten und zu Demonstrationen in mehreren deutschen Städten führten, hatte zunächst der „Spiegel“ berichtet. Fernandes wirft Ulmen vor:
- Körperliche Übergriffe
- Erstellung von Fake-Profilen in ihrem Namen
- Verbreitung pornografischer Darstellungen über diese Profile
| Eckdaten zum Fall | |
|---|---|
| Ehe Fernandes & Ulmen | 2011 – 2025 |
| Anzeige erstattet | Dezember 2025, Palma de Mallorca |
| Erste Berichterstattung | „Der Spiegel“ |
| Ermittlungen in Deutschland | Staatsanwaltschaft Potsdam (parallel) |
| Zuständigkeitsentscheidung | 10. Juni 2026, Mallorca |
Wie geht es weiter?
Mit der Einlegung weiterer Rechtsmittel hat Collien Fernandes deutlich gemacht, dass sie den Kampf um die Zuständigkeit nicht aufgibt. Sollte die nächste spanische Instanz die Abgabe des Falls nach Deutschland ebenfalls bestätigen, würde das Verfahren vollständig in die Hände der deutschen Staatsanwaltschaft übergehen — die ohnehin bereits parallel tätig ist. Für Fernandes wäre das ein weiterer empfindlicher Rückschlag auf ihrem langen Weg durch die Instanzen.