Matthias Reim bringt an diesem Freitag sein neues Album „Flashback“ heraus – und bedient sich dafür bei seinem eigenen Werk. Den Anstoß dazu gab sein Sohn Julian, dessen erstes Urteil über die alten Bänder allerdings vernichtend ausfiel.
„Flashback“: 15 Songs, die in die eigene Vergangenheit greifen
Am Freitag, dem 18. September 2026, erscheint das neue Studioalbum von Matthias Reim. „Flashback“ umfasst nach Angaben des Labels Hansa (Sony Music) 15 Titel, von denen vier bereits vorab als Single zu hören waren. Der Albumtitel ist dabei Programm: Reim verarbeitet auf der Platte Elemente seiner eigenen größten Erfolge in neuen Kompositionen.
Wiedererkennbare Textzeilen baut der Sänger bewusst neu ein – etwa das Bild „groß wie ein Planet“, das er wegen seiner „plakativen Wirkung“ schätzt. „Ich habe bewusst damit gespielt“, erklärte Reim in einem Interview, das unter anderem t-online veröffentlichte. Auch zu seinem Übererfolg „Verdammt, ich lieb’ dich“ stellt er eine direkte Verbindung her.
Sohn Julian gab den entscheidenden Anstoß
Die Idee zu dem Rückgriff kam nicht von Reim selbst, sondern von seinem Sohn Julian Reim. Der hörte sich alte Demoaufnahmen seines Vaters an – und reagierte zunächst wenig begeistert.
„Papa, das ist furchtbar.“
Julian Reim über die ersten alten Demos seines Vaters
Bei einer Aufnahme kippte die Stimmung dann aber. „Das ist eine geile Nummer. Das ist voll dieses Achtziger-Jahre-Ding mit der Story. Mach die doch noch mal“, soll Julian seinem Vater gesagt haben. Aus diesem Hinweis wuchs das Konzept des gesamten Albums.

Die Tracklist von „Flashback“
Die Titelliste des Albums umfasst 15 Stücke, darunter ein Duett mit Mia Julia:
| Nr. | Titel |
|---|---|
| 1 | Virago (Intro) |
| 2 | Willkommen in meiner Zukunft |
| 3 | Flashback |
| 4 | Ohne Dich |
| 5 | Aus meinem Kopf |
| 6 | Keine Freunde bleiben (feat. Mia Julia) |
| 7 | Gottverdammte Nacht |
| 8 | Die Sterne lügen |
| 9 | Außer Atem |
| 10 | Niemals wieder |
| 11 | Von fernen Sternen |
| 12 | Alarm |
| 13 | Wir waren doch mal Freunde |
| 14 | Keine liebt mich so |
| 15 | Religion |
Die Tracklist wurde vorab unter anderem von Schlagerpuls veröffentlicht.
Diese Songs waren schon vorab zu hören
- „Keine Freunde bleiben“ – das Duett mit Mia Julia erschien bereits im April 2026.
- „Aus meinem Kopf“ – die Single kam im August 2026 samt offiziellem Musikvideo.
- „Willkommen in meiner Zukunft“ – ebenfalls mit offiziellem Video vorab veröffentlicht.
Warum das Album erst jetzt erscheint
Ursprünglich war „Flashback“ für Mitte Juni 2026 angekündigt. Reim verschob die Veröffentlichung selbst und wandte sich per Video an seine Fans: „Hey Freunde, ihr müsst euch noch ein bisschen gedulden: Mein neues Album ‚Flashback‘ kommt etwas später – am 18. September.“ Eine ausführliche Begründung für die Verschiebung nannte er nicht; Vorbestellungen liefen unverändert weiter.
Die Jubiläumstour bindet seine Zeit
Parallel läuft Reims Tournee zum 35. Jahrestag seines Durchbruchs mit „Verdammt, ich lieb’ dich“ aus dem Jahr 1990. Sie sei erfolgreicher als erwartet – und lasse ihm kaum Luft für anderes. „Andere Projekte liegen auf Eis, weil die Zeit fehlt“, sagte der Sänger. Wann endgültig Schluss sein wird, entscheide ohnehin nicht er, sondern „der liebe Gott“.
Reim trennt sich von Villa, Boot und Motorrädern
Privat sortiert der Musiker, der 68 Jahre alt ist und im November 69 wird, gerade kräftig aus. Mehrere Motorräder und sein Boot hat er abgegeben, auch seine Villa am Bodensee steht zum Verkauf: 600 Quadratmeter, 13 Zimmer, zwei Swimmingpools. Künftig wohnt er in einem Neubau mit Wärmepumpe. Wie groß sein Familienleben inzwischen ist, hat Schlagerplanet in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Matthias Reim: So groß ist seine Familie wirklich. Erst kürzlich sprach er außerdem über Baby Nummer acht.
Warum der Rückblick für ihn jetzt möglich ist
Dass Reim ausgerechnet heute in seine eigene Vergangenheit greift, hat einen Grund, der über Nostalgie hinausgeht. „Ich bin ja auch jetzt in dem Alter, wo man sich wirklich gerne erinnert und wo man sich auch erinnern darf“, sagt er.
Denn diese Vergangenheit war nicht nur golden: Nach dem Nummer-eins-Erfolg von 1990 geriet Reim in finanzielle Schwierigkeiten und meldete 2006 Insolvenz an. Ab 2010 gelang ihm das Comeback. Rückblickend überwiegt für ihn trotzdem das Positive – und genau das macht „Flashback“ überhaupt erst möglich.
„Wenn du so vom Glück geküsst bist und dich dann zurückerinnerst, dann denk ich, es war notwendig.“
Matthias Reim über seinen Blick zurück
Das Glücksgefühl, sagt Reim, sei stärker gewesen als die Schulden: „Das war viel, viel stärker in mir.“ „Flashback“ ist damit weniger ein Recycling alter Hits als eine Bilanz – gezogen von einem Musiker, der sich erst jetzt erlaubt, zurückzuschauen.