Jay Khan: „Sei ehrlich zu dir selbst“

Das ehemalige Mitglied einer Boyband sprach im Interview mit SchlagerPlanet offen über seine Karriere, sein Projekt Großstadt Freunde und über die Liebe. Was er uns alles über sich verraten hat, erfahrt Ihr hier im exklusiven Interview.

Jay Khan SchlagerPlanet
Jay Khan zu Gast bei SchlagerPlanet.
©SchlagerPlanet/Nina Farr

Jay Khan – eine Person des öffentlichen Lebens, die wahrlich polarisiert. Er nahm auf der SchlagerPlanet-Couch platz, um uns Rede und Antwort zu stehen und wir haben einen verblüffend entspannten und ehrlichen Sänger erlebt.

Das Projekt Großstadt Freunde

Dieses musikalische Projekt liegt Jay Khan besonders am Herzen. Am 11. April erscheint das Debütalbum der Großstadt Freunde „Wir sind hier“ und die Songs darauf können sich wahrlich hören lassen.

Die Entstehungsgeschichte dieser Kombo ist so skurril, wie einfach – denn als sie anfingen die ersten TV-Auftritte zu absolvieren, hat man die sechs Jungs nur mit einer Maske über dem Gesicht gesehen. Schwein, Katze, Fuchs – alle möglichen Tierarten waren vertreten, eben wie die Berliner Stadtmusikanten.

„Das war eine wirklich spontane, verrückte Idee. Wir waren nach den Proben noch einen Kaffee trinken und dann war da so ein Maskengeschäft nebenan und da haben wir diese Masken gesehen. Inspiriert von den Bremer Stadtmusikanten dachten wir, das wäre doch eine interessante Maßnahme,“ so der Frontmann der Gruppe Jay Khan.

Jay war es schon im Vorfeld klar, dass es schwer werden würde mit seinem Namen, der aus der Boulevard-Presse als Ex-Mitglied einer Boyband bekannt ist, unvoreingenommen auf musikalischer Ebene Akzeptanz zu finden. „Da habe ich dann überlegt, wie man einen Weg finden könnte dies zu umgehen, was auch eine gewisse Neutralität mit sich bringt, dass die Leute erst einmal Vordergründig die Musik beurteilen.“ Im Nachhinein gesehen war dies ein gelungener Schachzug, denn die Musik kam super an und als herauskam, wer sich hinter den Masken verbirgt, war die Resonanz durchaus positiv. Demnach war die Aktion nur Mittel zum Zweck, dem Zuhörer eine möglichst neutrale und unvoreingenommene Plattform zu bieten.“ So Jay Khan im Interview mit SchlagerPlanet.

Auf die Frage, was uns denn mit dem Debütalbum der Großstadt Freunde „Wir sind hier“ erwarten wird, gab Jay eine knappe, passende Antwort: Tolle, ehrliche, eingängige, handgemachte, deutsche Pop-Musik. Und dem sei nichts hinzuzufügen.

Khan kanns

Seit Jay denken kann ist Musik Teil seines Lebens. „Das prägendste Ereignis war, als meine Mutter mit dem Album „Thriller“ von Michael Jackson nach Hause kam, da war ich gerade mal drei Jahre alt, und da war für mich klar, was meine Berufung ist.“

Selbst die standardgemäßen Fragen im Kindergarten, was er denn mal werden wolle, hat Jay schon damals mit „Michael Jackson“ beantwortet. Damit war natürlich gemeint, als Sänger auf der Bühne zu stehen. Dennoch war eine fundierte Ausbildung ein Muss: „Meine Eltern haben sich darum bemüht, dass ich eine gute schulische Ausbildung genieße. Nach dem Abitur habe ich noch drei Semester in London Journalismus studiert und danach wurde es halt schon so konkret mit der Musik, auf einer professionellen Ebene, dass man sagen konnte: ‚OK, jetzt Alles oder Nichts!‘

Und das hat Jay dann auch durchgezogen und lebt nun seinen Lebenstraum. „Ich kann mir mein Leben ohne Musik überhaupt nicht mehr vorstellen,“ so der Sänger im Interview.

Das Kapitel Boyband ist abgeschlossen

Als Mitglied der Boyband US5 wurde Jay Khan international bekannt. Den Boyband-Stempel lässt er sich aber ohne zu zögern gerne aufdrücken, denn er bereut es in keiner Weise ein Teil einer Boyband gewesen zu sein. Im Gegenteil: „ Hammer, tolle Zeit! Ich liebe Boybands, immer noch.“

Bei dem musikalischen Projekt der Großstadt Freunde ist die Bezeichnung Boyband allerdings auf jeden Fall falsch. Jay Khan ist zwar sozusagen der Frontmann, „aber es ist an sich einfach ein musikalisches Projekt, was auch, wie der Name schon aussagt, sich nicht nur auf eine festgelegte Konstellation bezieht. Wir haben schon einen Grundkern der Band, das sind die Musiker, die wirklich schon seit der ersten Stunde mit dabei sind, aber es ist gut möglich, dass bei einer anderen Nummer noch beispielsweise eine Sängerin dazukommt, ein anderer Sänger, andere Musiker – vielleicht ähnlich zu vergleichen mit den Söhnen Mannheims. Ich bin klar der Frontmann - es ist ja auch meine Erschaffung, meine Idee, meine Musik, die ich schreibe und produziere - aber das ist auf alle Fälle ein musikalisches Bandprojekt und keine Boyband – das habe ich alles schon hinter mir.“

Die oberflächliche Medienbranche

Der Musiker sagt selbst, dass dir Medienbranche ein hartumkämpftes Pflaster ist und weiß auch, dass man als Person des öffentlichen Lebens sehr vorsichtig sein muss. Doch da er in dieser Branche nicht erst seit gestern dabei ist, kann Jay sehr gut damit umgehen.

„Ich bin relativ kontaktfreudig, habe keine Berührungsängste. Mein Freundeskreis ist auch eher überschaubar und ich finde das ist ein gutes Zeichen für jemanden aus meiner Branche. Mein Tipp: Einfach nicht zu nahe an dich ran lassen und immer wissen wo du herkommst, wer auch wirklich da war, als es dir nicht so gut ging. Sei einfach immer ehrlich zu dir selbst.

Checker Khan

In der Liebe lässt der gutaussehende Gigolo nichts anbrennen. „Ich bin zurzeit Single, was ja Liebschaften nicht ausschließt. Ich treffe mich gerne mit Frauen und gehe auch gerne mit Frauen aus. Ich finde das ist auch absolut legitim, wenn du Single bist, dich auch mit mehreren Leuten zu treffen, eine gute Zeit zu haben, Spaß zu haben.

Doch eigentlich ist Jay, auch wenn man das nicht so ganz glauben möchte, doch eher ein Beziehungsmensch. „Wenn ich dann in einer Beziehung bin, geht es immer schnell mit dem Zusammenziehen, wahrscheinlich etwas unüberlegt, aber ich merke jetzt auch, mit meinem fortgeschrittenen Alter, dass die Ansprüche da schon etwas mehr gestiegen sind. Jede Beziehung ist ja auch immer eine Investition, man investiert viel Arbeit, Zeit, Mühe, Kompromissfähigkeit und man wünscht sich schon, dass man irgendwann mal diejenige trifft, mit der man dann auch den Sack zumachen kann. Ich will nicht mit 42 irgendwann mal aufwachen und immer noch so ein George Clooney Junggeselle sein, der im Club mit 20-Jährigen abhängt. Wobei, klingt auch nett,“ so der Singlemann schmunzelnd.

Also Ladies, Ihr könnt noch hoffen!

Jay Khan SchlagerPlanet Redaktion
Der Khan im Korb.
©SchlagerPlanet/Nina Farr

Jay, der aus dem Dschungel kam

Jay Khan, für fleißige Zuschauer des Dschungelcamps besser bekannt als „Tarzkhan“, war im Jahr 2011 Teilnehmer der legendären Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Diese Teilnahme hat polarisiert, doch Jay bereut nichts und spricht offen über die Zeit im Camp.

„Die Leute sind auch meistens sehr verblüfft, wie locker und offen ich darüber spreche, auch gerade in meinem Fall, weil da schon relativ viele Kontroverse mit behaftet sind. Aber das ist ganz klar eine Episode meines Lebens und die wird sie auch immer bleiben.

Er ist freiwillig in das Camp gezogen, ohne Finanzamt oder einen dubiosen Manager im Nacken zu haben.

„Ich habe eine Plattform gesucht, die innerhalb kürzester Zeit eine möglichst große Wahrnehmung erzeugen kann, wo ich mich einer Vielschicht an Menschen unterschiedlicher Generationen präsentieren kann.“

Der Bekanntheitsgrad der Dschungelcamp-Teilnehmer steigt unglaublich. Wichtig ist nur, was man damit macht. Manche Leute bleiben irgendwo stehen und werden nach drei Jahren immer noch als „Nervnatter“, wie Jay Khans Campkollegin Sarah Knappik unschön betitelt wird, und manch andere werden als Musiker bekannter und wahrgenommen.

Früher stand bei mir im Untertitel ‚Tarzkhan‘ oder dergleichen und jetzt immer nur noch ‚Musiker‘. Für andere Leute wird das vielleicht belanglos klingen, aber für mich war das enorm wichtig und zeigt mir, dass ich auch auf dem richtigen Weg bin. Polarisieren werde ich immer, aber das ist bei Personen des öffentlichen Lebens ja meist der Fall.“

Zukunftspläne des Musikers

Derzeit stehen die Großstadt Freunde ganz oben auf der Prioritätenliste.

Es ist mein musikalisches Projekt, es ist das, wo ich jetzt auch musikalisch stehe. Ich habe das Projekt die ersten eineinhalb Jahre komplett alleine in die Hand genommen, selbst finanziert, bis ich glücklicherweise einen Plattenvertrag mit einer sehr großen und guten Plattenfirma bekommen habe.“

Nebenher führt Jay Khan seit mittlerweile acht Jahren die Produktionsfirma Nexxus Music in Berlin, bei der er zahlreiche andere Acts produziert und für sie schreibt, auch im Werbebereich und in der Filmmusik. Wichtig ist für Jay aber besonders eines: „Ich will die Musik nach vorne bringen, um möglichst viele Menschen damit zu erreichen.“

Liebe Worte an die Fans

Zum Abschluss hatte Jay Khan noch nette Worte an seine Fans und die Fans von SchlagerPlanet: „Ich wünsche Euch ein tolles Jahr, einen wunderschönen Sommer und, bei Lust und Laune, eine tolle Zeit mit dem Album.“

Es lohnt sich auf jeden Fall!

SchlagerPlanet bedankt sich für das nette und offene Interview und wünscht Jay Khan und den Großstadt Freunden für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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