Kaum ist der stimmungsvolle Scheinwerferglanz des Advents verklungen, da flackert eine hitzige Debatte auf: Das festliche Adventskonzert von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, moderiert von Schlager-Superstar Florian Silbereisen, hat den Steuerzahler enorm viel Geld gekostet – und das sorgt mitten im Wahljahr für Empörung.
Premiere mit Promi-Glanz

Am 15. Dezember 2025 lud Markus Söder (CSU) zu seinem ersten Adventskonzert. Schauplatz war die Bayerische Staatskanzlei – mit prominenter Unterstützung: Florian Silbereisen führte durch den Abend.
Neben dem Nürnberger Christkind standen die Regensburger Domspatzen, Haindling, Claudia Koreck und die Staatsphilharmonie Nürnberg auf der Bühne. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Sport nahmen teil.
Doch statt besinnlicher Nachklänge sorgt das Event nun für politischen Gegenwind.
130.000 Euro aus Steuermitteln
Wie aus einer Mitteilung der Staatskanzlei hervorgeht, soll die Veranstaltung rund 130.000 Euro gekostet haben – finanziert aus Steuergeldern.
Die Summe rief Kritik hervor, insbesondere von der Opposition. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Claudia Köhler sprach von „Showpolitik“.
Sie bemängelte, dass im Haushaltsentwurf 2026 im Vergleich zu 2025 rund 1,2 Millionen Euro für Musikschulen fehlen, während für das Konzert sechsstellige Beträge bereitgestellt wurden.
Streit um Transparenz

Nach Angaben Köhlers habe sich die Staatskanzlei zunächst geweigert, die Kosten offenzulegen. Erst nach mehreren parlamentarischen Anfragen sei die Summe genannt worden.
Beteiligt gewesen seien dabei auch Florian Herrmann und Ilse Aigner.
Die Grünen werfen Söder vor, sich als Förderer von Musik und Ehrenamt inszenieren zu wollen.
Unklare Künstlerhonorare

Welche Gagen die auftretenden Künstler erhielten, bleibt offen. Aus der Staatskanzlei heißt es, es handele sich um „vertragsrechtlich geschützte Geschäftsgeheimnisse“.
Auch ob und in welcher Höhe Florian Silbereisen honoriert wurde, ist nicht bekannt. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Gesamtkosten gebe es daher nicht.
Gerade diese fehlende Transparenz heizt die Debatte weiter an.
Söder und Silbereisen – keine Premiere

Es war nicht das erste öffentliche Zusammentreffen von Söder und Silbereisen. Bereits 2023 erhielt der Moderator den Bayerischen Verdienstorden vom Ministerpräsidenten.
Auch bei kulturellen Großereignissen wie den Bayreuther Festspielen zeigte sich Silbereisen in der Vergangenheit politiknah – unter anderem mit Selfies mit Angela Merkel, Julia Klöckner, Dorothee Bär oder Reiner Haseloff.
Kultur oder Kalkül?

Während Befürworter das Adventskonzert als festlichen Beitrag zur Kultur loben, sehen Kritiker darin ein kostspieliges PR-Event.
130.000 Euro – für die einen ein vertretbarer Betrag für eine repräsentative Veranstaltung, für die anderen ein falsches Signal angesichts knapper Haushaltsmittel.
Die Diskussion zeigt einmal mehr, wie schnell Kulturveranstaltungen politisch aufgeladen werden können – besonders wenn sie aus öffentlichen Mitteln finanziert sind.