Panik im Osten: Als Udo endlich rüber durfte

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Heute, 0.00 Uhr, rbbeinschalten – zum Dokumentarfilm „Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten“! Der Star kehrt zum Ort seines ersten DDR-Konzertauftritts zurück. Im Film gibt’s Bilder und Begegnungen von vor 25 Jahren und heute.

Udo Lindenberg und seine Ex-DDR-Kollegin Ina Morgan.

„Ey, Honi, ich sing' für wenig Money im Republik-Palast, wenn ihr mich lasst ...“: Mit jeder einzelnen Zeile seines Hits „Sonderzug nach Pankow“ hatte Klartext-Rocker Udo Lindenberg sein Ansinnen schon 1983 klar und unmissverständlich an DDR-Staatschef Erich Honecker adressiert. Der Rest ist Geschichte: Udos Lederjacke und Honis Schalmei als Gegengeschenk. Plus ein Mini-Konzert im Plast der Republik vor einem ausgewählten FDJ-Publikum. Mehr Auftritte waren für Udo Lindenberg nicht drin – dann kam die Wende.

Gleich nach dem Mauerfall: freie Fahrt für Panik-Rock!

Am 6. Januar 1990 war es endlich soweit. Im thüringischen Suhl startete Panik-Udo seine erste DDR-Tournee. Weiter ging's nach Leipzig, Erfurt, Magdeburg, Rostock und Schwerin. Überall rockte er vor tausenden von Fans, leuchteten Meere von Wunderkerzen und Feuerzeugen. Besonders seine Ballade aus den 70ern „Wir wollen doch einfach nur zusammen sein (Mädchen aus Ostberlin)“ sorgte überall für unvergleichliche Emotionen. „Ich war irgendwie da und ich guckte denen in die Augen und es waren nasse Augen, Tränen, die haben geweint“, erinnerte sich Udo Lindenberg später und gab zu: „Die ganze Tour, diese eine Woche, war ein rauschendes Fest, wahrscheinlich die schönste Party meines Lebens“.

Udos DDR-Tournee '90: ein rauschendes Fest

Für den Dokumentarfilm machte sich Panik-Udo genau 25 Jahre später wieder auf den Weg nach Suhl. Er traf Fans, die er damals kennengelernt hatte, und ehemalige Weggefährten. Dabei sorgte er für Furore in der kleinen Stadt: Überall gingen Passanten auf ihn zu, ließen sich ein Küsschen geben oder machten ein Selfie mit ihm. Doch nicht nur um Udo selbst dreht sich der Film: Konzertbesucher und Fans von damals erzählen über ihre Erlebnisse. Und Musiker wie Clueso, Anna Loos, Silbermond oder Sebastian Krumbiegel von den Prinzen berichten darüber, wie sie mit Lindenberg zusammengearbeitet haben oder von ihm gefördert wurden.

Fans und Musiker erinnern sich

Neben diesen Einspielungen und den jüngst aufgenommenen Szenen aus Suhl zeigt der Film Ausschnitte aus seinem 2014er Stadion-Konzert in Leipzig. Außerdem waren die Kameras auch beim Auftritt am Brandenburger Tor am 9. November, dem 25. Jahrestag des Mauerfalls, dabei. In Berlin traf Udo Lindenberg auch erstmals Ina Morgenweck wieder: jene DDR-Rocksängerin, mit der er auf der 1990er-Konzerttournee im Duett das „Mädchen aus Ostberlin“ gesungen hatte. Fazit: Dieser Dokumentarfilm ist nicht nur für Udo-Fans, Zeitgenossen oder Ostalgiker ein Pflichttermin, sondern für alle, die auf deutsche Rockmusik stehen.

  • „Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten“ – heute um 0.00 Uhr im rbb