Klare Worte von Iris Berben – Gender-Debatte bringt Schauspiel-Ikone auf die Palme
Iris Berben spricht Klartext! In einem Interview mit der „Zeit“ macht die Schauspiel-Ikone deutlich, was sie von der Gender-Debatte hält – und warum sie in Kunst und Kultur eine gefährliche Entwicklung sieht.
Iris Berben über das Gendern
Seit Jahrzehnten prägt Iris Berben (74) die deutsche Kulturszene. Umso deutlicher äußert sie sich nun über das Thema Gendern. „Ich arbeite ein Leben lang mit Sprache: Ein solcher Unsinn beleidigt mein Sprachgefühl. Und auch meinen Verstand“, erklärt sie. Anlass war ein Beispiel, das sie selbst erlebt habe: Man habe ihr nahegelegt, anstelle von „Mann“ künftig „Person, die als Mann gelesen werden möchte“ zu sagen. Für Berben sei das „sprachliche Bevormundung“, die Sprache zur Karikatur mache, statt sie lebendig und verständlich zu halten.
Seit Jahrzehnten prägt Iris Berben (74) die deutsche Kulturszene. Umso deutlicher äußert sie sich nun über das Thema Gendern. „Ich arbeite ein Leben lang mit Sprache: Ein solcher Unsinn beleidigt mein Sprachgefühl. Und auch meinen Verstand“, erklärt sie.
Anlass war ein Beispiel, das sie selbst erlebt habe: Man habe ihr nahegelegt, anstelle von „Mann“ künftig „Person, die als Mann gelesen werden möchte“ zu sagen. Für Berben sei das „sprachliche Bevormundung“, die Sprache zur Karikatur mache, statt sie lebendig und verständlich zu halten.
Kritik an Einschränkungen in Film und Theater
Auch die Entwicklungen in Film und Theater beobachtet die Schauspielerin kritisch. Kunst müsse für sie immer ein Raum der Freiheit bleiben, in dem man Fragen stelle, Grenzen überschreite und neue Perspektiven wage. Doch aktuell werde zu oft über Verbote und Regeln gesprochen – etwa bei kultureller Aneignung oder bei der Forderung, Rollen nur noch entsprechend der Identität der Figur zu besetzen. „Schwule sollen nur noch von Schwulen gespielt werden, Juden nur noch von Juden – das empfinde ich als völlig kontraproduktiv“, so Berben. Schauspiel sei für sie das bewusste Eintauchen in fremde Lebenswelten – und damit auch eine Form der Wertschätzung.
Die Diskussion über Cancel Culture sieht Iris Berben als problematisch. „Es heißt auslöschen, das wollen wir doch gerade nicht“, betont sie. Statt auf Regeln und Verbote zu setzen, müsse wieder das Talent im Vordergrund stehen. Mittelmaß sei keine Lösung – vielmehr brauche es künstlerische Freiheit, Mut und Vielfalt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Berben gesellschaftliche Missstände anprangert. Bereits im Juni kritisierte sie im „Stern“ das Frauenbild der jungen Generation: „Ich frage mich schon: Wofür ist unsere Generation eigentlich auf die Straße gegangen? Ein selbstbestimmtes Frauenbild, in eigener Verantwortung.“ Heute erlebe sie oft das Gegenteil: Individualität werde eher bestraft, stattdessen zähle Perfektion und Oberfläche. Ihr Appell an die jungen Frauen ist deshalb deutlich: „Es ist nicht schlecht, wenn man sich auch um das Innere seines Kopfes kümmert und das Hirn trainiert, nicht nur den Hintern.“