Jürgen Drews Videos

„Der König von Mallorca.“ Jeder, der auch nur ein Mal in seinem Leben einer Party beiwohnte, die über smoothen Jazz und lauwarmen Cognac hinausging, wird etwas mit dieser Selbstbezeichnung anzufangen wissen. Jürgen Drews ist der Inbegriff des Partyschlagers.


Informationen zu Jürgen Drews

Er zielte schon unter die Gürtellinie, als Mickie Krause noch nicht trinken durfte: Und bis heute verteidigt er seinen angestammten Platz am Ballermann erfolgreich. Jürgen Drews wurde 1945 geboren. Er wuchs in Schleswig auf und fand schon recht früh zur Musik. Bis er aber mit schlüpfrigen, gut gelaunten Texten und wummernden elektronischen Beats, die dem Schlager zeigen sollten, was er alles kann, das altbackene, tendenziell etwas prüde oder bis zur Unkenntlichkeit codiert Anzügliche, aufgeben würde, das etwa ein Heino mit seinen Texten stets hochgehalten hatte, bis dahin sollte noch einige Zeit vergehen. Mit 15 Jahren gewann Jürgen Drews bereits eine Auszeichnung für sein erstklassiges Banjospiel. Ein Banjo, da wird wohl niemand widersprechen, ist so ziemlich das Letzte, womit wir Jürgen Drews heute verbinden würden. Widerspruch ist hier aber durchaus angebracht. Denn bis heute spielt Jürgen Drews Banjo, heute ist er aber als König von Mallorca nicht mehr auf Auszeichnungen aus Schleswig-Holsteinischen Banjo-Wettbewerben angewiesen. Danach folgten die Stationen, die junge Musiker durchlaufen, bevor sie ihre großen Durchbrüche feiern: Jürgen Drews spielte erst in einer Schülerband, wurde dann Sologitarrist und stieg als solcher wieder in einer Band ein. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass sich Jürgen Drews seine Sporen verdient hat und dass der Erfolg, den er heute auf dem sonnenüberfluteten Thron auf Mallorca sein Eigen nennen darf, hart erarbeitet ist. Trotz einiger Achtungserfolge überlebte die Band die 60er nicht, was Jürgen Drews zwang, sich anderweitig musikalisch zu betätigen. Das kostete den talentierten jungen Mann natürlich nicht allzu viel Mühe. Die Les Humphries Singers war die Band, mit der er fortan unterwegs war. Nebenher nahm die Zahl der Schauspielangebote zu und auch solo wurde Jürgen Drews immer populärer. Anfang der Siebziger nahm die ganze Sache langsam Fahrt auf: Der Punkt, an dem die Geschwindigkeit erreicht war, bei der ein Abbremsen sinnlos gewesen wäre, kam immer näher. 1976 war dieser Punkt erreicht. Zwar findet sich schon das eine oder andere Video von Jürgen Drews aus der Zeit davor, doch durchstöbert man bei YouTube, Clipfish und MyVideo, wird einem schnell auffallen, dass die Anzahl der verfügbaren Jürgen-Drews-Videos rasant in die Höhe schnellte. „Ein Bett im Kornfeld“ nennt sich der Song, mit dem Jürgen Drews der Durchbruch gelang. Platz eins der Charts und bis heute sein Markenzeichen, wenn man den König von Mallorca einmal außen vor lässt. „Ein Bett im Kornfeld“ findet sich heute auf jeder guten Schlager-Compilation, denn keine Zusammenstellung wichtiger Schlager des 20. Jahrhunderts kann ernstgenommen werden, wenn sie diesen Song vermissen lässt. Das zugehörige Album „Ein neuer Anfang“ schaffte es natürlich ebenfalls in die Charts. In den Achtzigern dann nahm Jürgen Drews eine Auszeit von Schlager und deutschem Musikmarkt. Wer sich ein Jürgen-Drews-Video aus dieser Zeit ansieht, wird überrascht sein. Er versuchte sich in dieser Zeit in anderen Gefilden, dem New Wave und Progressive Rock, um in den USA an seine deutschen Erfolge anzuknüpfen. Das schaffte er aber nicht. Anfang der 90er finden wir wieder zahlreiche Jürgen-Drews-Musikvideos in deutscher Sprache. Und langsam, aber sicher zeichnet sich ab, dass er das Genre findet, dass ihm am besten steht: den fröhlichen Partyschlager. 1995 etwa nahm er mit Stefan Raab einen Remix von „Ein Bett im Kornfeld“ auf, poppiger, wilder, schneller. Der Song wurde ungemein erfolgreich. 1999 dann „Wieder alles im Griff“ vom gleichnamigen Album. Auch dieser Song ist ein Instant Classic und ganz dem neuen Genre verschrieben, das Jürgen Drews definiert, ja geradezu erfunden hatte: den Partyschlager. Im selben Jahr nannte ihn Thomas Gottschalk dann auch den „König von Mallorca“ – eine Bezeichnung, die er sofort übernahm und seitdem stolz vor sich her trägt. 2001 folgte „Hey! Amigo Charly Brown“, später dann die wunderbaren Megahits „Kornblumen” von 2013 oder „Und wir waren wie Vampire“ von 2014. Bis heute fehlt Jürgen Drews’ Musik auf keiner guten Party. Und auch in Abwesenheit ist er – sind wir einmal ehrlich – der König aller dieser Partys.