Heino Videos

Wer so eine lange Karriere hinter sich hat, hat auch einiges vorzuweisen. Zumindest wenn diese Karriere derart erfolgreich war wie die des Aushängeschilds des deutschen Volksmusik-Schlagers.


Informationen zu Heino

So lang, so erfolgreich, so zahlreich sind auch die Heino-Videos, die man im Netz findet. Ein ums andere Mal beweist der blonde Barde darin, warum er keine Furcht hat, sich mit Elvis Presley vergleichen zu lassen.

Langweilig wird es Heino nie. Er ist wandelbar und wandelt sich gerne, stets auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine Musik an neue Generationen heranzutragen, mit dem Strom zu schwimmen, Trends aufzugreifen und zu nutzen. So konzentriert sich Heino nicht nur auf Volksmusik, Wanderlieder und Schlager, ebenso beherrscht er den Pop und Rap, denen er natürlich eine Prise würziger Heino-Zutaten verpasst. So entstehen unverwechselbare Songs mit neuen Sounds.

Der Heino-Sound ist immer klar auszumachen. Die Stimme Heinos erkennt jedes Kind, derart präsent ist der Mann in der deutschen Kulturlandschaft. Nicht wegzudenken aus dem Schlager und auch im restlichen Pop-Geschäft, wenigstens als negative Identifikationsfigur nicht wegzudenken. So beeindruckend konsistent nämlich seine Musik in Sachen Qualität ist, so umstritten ist auch die Person Heinos.

Am 13. Dezember 1938 wurde Heino als Heinz Georg Kramm in Düsseldorf geboren. Die Verhältnisse waren wohlsituiert, man pflegte eine gewisse Religiosität innerhalb der Familie, auch wenn die Eltern verschiedenen Konfessionen angehörten. 1955 schloss Heino seine Lehre zum Bäckermeister und Konditor ab. Was erst einmal nebensächlich klingen mag, ist doch, blickt man auf die spätere Biographie des Mannes, ganz essentiell. Heino sollte nämlich später in Bad Münstereifel ein Café eröffnen, das sowohl von seinem Ruhm lebte, diesen aber auch vermehrte und vor allem Heino erlebbar, anfassbar machte. Bad Münstereifel, ein kleiner Kurort bei Köln, hat nämlich eigentlich recht wenig zu bieten. Wäre da eben nicht das „Heino Rathaus Café“ gewesen, das an prominenter Stelle, häufig ausgeschildert, bald zur absoluten Touristenattraktion wurde, weil man fast sicher sein konnte, Heino selbst dort anzutreffen. Für Fans sowie einfach Schaulustige bot ein Besuch des Heino-Cafés also einiges an Potential. 2012 schloss das Café. In Bad Münstereifel findet sich zwar heute noch ein Café, das mit Heinos Namen wirbt, doch wird dieses nicht mehr von ihm selbst betrieben.

Heino war dreimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe entsprang ein Sohn, der heute unter „Heino Junior“ mittelmäßige Erfolge mit seiner eigenen Musik feiert. Seine Tochter, die Ende der Sechziger zur Welt kam, beging 2003 Suizid wie ihre Mutter fünfzehn Jahre zuvor. Zwei schwere Schläge für Heino, dessen Musik doch immer von einer heilen Welt erzählt, in der die Blumen blühen und die frische Luft durch die Berge weht. Heino ist ein Optimist, der das Beste aus dem macht, was er kriegt. Das lässt sich als Konstante in seinem Leben erkennen. Nachdem seine zweite Ehe gescheitert war, heiratete er Ende der Siebziger Hannelore. Hannelore ist bis heute die Frau an der Seite Heinos. Man spricht von Heino und Hannelore, weil auch Heino alles für sie tut. Nachdem sie ernsthaft krank geworden war, zögerte Heino nicht, alle beruflichen Verpflichtungen beiseite zu legen und sich ganz auf die Genesung seiner Frau zu konzentrieren.

Die Siebziger waren es auch, die Heino um seinen Look bereicherten, der unverwechselbar zu ihm gehört, ohne den er vermutlich heute nicht das wäre, was er ist. Wenn auch unfreiwillig trägt Heino nämlich seit den Siebzigern seine Sonnenbrille, die mit seinen hellblonden Haaren und dem bunten Jackett unmissverständlich auf seine Person hindeuten. Eine Krankheit hatte seine Augen hervortreten lassen, was er durch die Sonnenbrille zu kaschieren suchte. Dass sich das als absoluter Marketing-Coup erweisen sollte, dürfte ihm damals noch nicht bewusst gewesen sein. Wer also ein Heino-Video sieht, weiß, um wen es sich handelt.

Sein musikalischer Werdegang verlief relativ geradlinig. Seine erste Band Bäckerskollegen coverte vor allem Freddy-Quinn-Hits. Seine zweite, die OK Singers, waren dagegen schon relativ erfolgreich, nahmen in den Sechzigern sogar eine Platte auf. So richtig erfolgreich wurde er aber erst 1965, als er auf einer Modenschau entdeckt wurde. Sein Entdecker und Gönner sollte ihn die nächsten zwanzig Jahre lang begleiten. Seine erste Single „Jenseits des Tales“ wurde zum Hit, Heino über Nacht zum Schlager-Shooting-Star. Zwei Jahre später folgte dann sein erstes Album, kurz darauf „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Heino ist Optimist und sträubt sich auch nicht dagegen, die Dinge zu beschönigen. Für ihn hat das keinen negativen Beiklang, er konzentriert sich einfach auf das, was schön ist, und kann andere Dinge ausblenden. Letztlich geht es doch genau darum nicht nur im Schlager, sondern in jedem erfüllten Leben.

Es folgten unzählige weitere Alben, wovon vor allem die „Seine großen Erfolge“-Alben am erfolgreichsten wurden. Seine Singles aber sollten in den Siebzigern die Musiklandschaft Deutschlands dominieren und das Bild von Heino zeichnen, das heute wirklich jeder kennt. 1969 kam „Karamba, Karacho ein Whisky“, 1972 „Blau blüht der Enzian“ und 1975 „Die schwarze Barbara“. Zwischendurch kamen Hits wie „Schwarz-Braun ist die Haselnuss“, „Polenmädchen“, „La Montanara (Das Lied der Berge)“ und unzählige weitere Hits. Viele davon hat Heino als Musikvideos herausgebracht. Heino-Videos auf Youtube, Clipfish und My Video findet ihr auch hier in unserem Verzeichnis auf Schlagerplanet.

In die Schlagzeilen geriet Heino auch immer wieder, weil man ihm Gedankengut nachsagte, das zwar nicht unbedingt fremd für das von ihm bediente Musik-Genre ist, aber trotzdem nichts da verloren hat. Wie berechtigt die Vorwürfe sind, muss offen bleiben, doch hat Heino sich stets davon distanziert. So sang Heino etwa Lieder über die nach dem Zweiten Weltkrieg Polen zugesprochene Gebiete oder die Nationalhymne inklusive der verbotenen ersten Strophe, wenn auch aus didaktischen Gründen. Ein Rechtsstreit mit Jan Delay, dessen Song er auch coverte, legten die beiden außergerichtlich bei. Delay hatte Heino einen „Nazi“ genannt, wofür er zwanzigtausend Euro zahlen musste.

Unabhängig von diesen Vorwürfen war und ist Heino aber ein Star in Deutschland. Sein Album „Mit freundlichen Grüßen“ aus 2013 interpretierte zahlreiche moderne Songs der Musik-Zeitgeschichte nach dem Heino-Muster und konnte dem ein oder anderen davon einige qualitative Merkmale abgewinnen, die das Original nicht besessen hatte. Das Album schaffte es auch auf den ersten Platz der Charts – als einziges Heino-Album. Heute finden sich Heino-Videos zu einzelnen Songs, aber auch Videos von Heino, auf denen er die Songs live performt; so etwa mit Rammstein beim Heavy Metal Festival „Wacken“.

Heino scheut sich also nicht, sich kontinuierlich neu zu erfinden, sprang 1989 sogar mit einer neuen Version von „Enzian“ auf den aktuellen Rap-Musik-Zug auf und vermochte es so, weitere, jugendliche Fans für sich zu gewinnen. So ist er ab 2014 auch als Juror bei „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen. Im Jahr 2012 brachte er eine Spielfilm-DVD und Musik-CD-Edition heraus, die weitere Heino-Videos enthält und für Fans einen Blick wert ist. Heino ist das Urgestein der deutschen Volksmusik, des deutschen Schlagers, der „VW der deutschen Schlagerbranche“. Unvorstellbar ist eine deutsche Musiklandschaft ohne seinen beeindruckenden, durchdringen Bariton – zu Recht.