Die Puhdys: „Wir freuen uns seit 25 Jahren“

Für die Puhdys stehen 2014 gleich zwei wichtige Jubiläen an. Das Quintett aus dem Osten feiert 25 Jahre Mauerfall und 45 Jahre Bühnenjubiläum. Im SchlagerPlanet-Interview hat Peter Meyer über diese Ereignisse gesprochen.

Mauerfall die Puhdys
Die Puhdys durften bereits vor der Wende in Westdeutschland auftreten.
©Känguruh Production

Die Nacht vom 9. November 1989 schrieb den wohl bedeutendsten Teil der gesamtdeutschen Geschichte und zog die Blicke der Welt auf sich! Was 1961 für vier Jahrzehnte getrennt wurde, fiel sich in dieser Nacht in die Arme. Heute feiert Deutschland 25 Jahre Mauerfall und damit 25 Jahre Wiedervereinigung. SchlagerPlanet hat mit Peter „Eingehängt“ Meyer, dem Keyboarder der Ostkultband die Puhdys gesprochen, um die 25 Jahre Mauerfall auch musikalisch Revue passieren zu lassen.

Erfolgreich in Ost und West

Die Puhdys sind mit 45 Jahren Bandgeschichte in allen Himmelsrichtungen erfolgreich – als „DDR-Band“ haben sie auch noch heute einen besonderen Status. Immer wiederkehrend ist da die Frage – wo warst Du als die Mauer fiel? „Bei mir war es völlig unspektakulär. Ich habe nämlich abends ferngesehen und dann kam der Spruch von Schabowski, den ich natürlich nicht ernst genommen habe. Dann bin ich eingeschlafen und früh, als ich wach wurde, war alles vorbei“. Von den Puhdys fuhr niemand sofort über die Grenze. „Wir waren ja seit 20 Jahren im Westen regelmäßig aufgetreten.“

Die Puhdys sind eine von wenigen Ostbands, die in der BRD auftreten durften. Auch vor der Öffnung der Grenze gaben sie regelmäßig Konzerte in deutschen Städten. „Erstaunlicherweise war die Euphorie im Westen ungeheuer groß, weil natürlich die Leute zu uns gekommen sind, die auch die Ostsender und das Ostfernsehen verfolgt haben – die kannten uns und haben sofort alles mitgesungen.“ Zwischen westdeutschem und ostdeutschem Publikum konnte die Band bereits früh Unterschiede feststellen. Mitsingen gab es im Osten noch gar nicht so. Teilweise mussten die Zuschauer alle auf Stühlen sitzen. Im Westen war es irre“.

Dennoch war das erste Konzert nach der Wende für die Puhdys ein besonderes Erlebnis: „Wir hatten Probleme über die Grenze zu kommen, weil da so viele Warttrupps und Trabanten standen. Sonst ging es ja relativ schnell an der Grenze - da mussten wir dann aber Umwege nehmen.“ Erst einmal auf der Bühne angekommen, erfreuten sich die Puhdys auch nach dem Mauerfall großer Beliebtheit. Heute bemerken wir kaum einen Unterschied in unserer Popularität, verrät Peter Meyer. „In Ostdeutschland kennt uns wirklich jeder, im Westen gibt es noch kleine schwarze Löcher“, fügt er lachend hinzu.

Mit dem Osten verbunden

Doch auch 25 Jahre nach der Wende sind die Puhdys noch nicht genervt davon ständig auf ihre Ost-Herkunft angesprochen zu werden. „Wir sind es gewohnt – wir machen das seit 45 Jahren und es gehört dazu.“ Im Gegenteil - die Band nimmt gerne dazu Stellung und betont ihre Herkunft auch bewusst. „Wir freuen uns seit 25 Jahren mit den anderen, dass das jetzt zusammenwächst. Wir sind ja momentan mit City und Karat unterwegs – das nennt sich ‚Rocklegenden‘ und funktioniert fantastisch. Auf dieser Tour covern wir auch unsere Songs gegenseitig.“ Für die genannte Show mit drei der bekanntesten ostdeutschen Bands, Karat, City und den Puhdys, sind noch bis Dezember Termine angekündigt.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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