Biggi Bardot: „Bei mir vögeln die Wörter“

Porno-Schlager – das ist das Musikgenre, in dem Biggi Bardot tätig ist. Viele böse Vorurteile ranken sich um diese Musikerscheinung. Die Sängerin Biggi Bardot hat uns in der SchlagerPlanet Redaktion einen Besuch abgestattet und redete Klartext.

Biggi Bardot Interview
Biggi Bardot hat uns in der SchlagerPlanet-Redaktion besucht.
©SchlagerPlanet/Nina Farr

Eine hübsche junge Frau kam in die Redaktion und wir waren alle sehr überrascht, was diese für ihren Lebensunterhalt tut. Sie singt Schlager, aber keinen gewöhnlichen, wie wir ihn alle kennen, sondern etwas freizügiger. Das Musikgenre in dem Biggi Bardot tätig ist, heißt Porno-Schlager – was es wohl damit auf sich hat?

„Wie bist Du denn dazu gekommen Porno-Schlager zu singen?“ fragte SchlagerPlanet zunächst nach und Biggi antwortete ganz locker: „Das Wort Porno-Schlager ist eher in den Köpfen meiner Plattenfirma entstanden – ich denke mal einfach, weil meine Songs alle zweideutig angehaucht sind. Ich sage immer: ‚Wer zweideutig denkt hat eindeutig mehr zu lachen im Leben.‘ Die Leute sollen mit meiner Musik Spaß haben – und zwar im Kopf. Die ganze Menschheit vögelt sich eigentlich durchs Leben und warum sollte ich dann nicht auch einfach mal frivole Texte singen?“

Biggi Bardot Tatoo
Biggi Bardot zeigt sich gerne freizügig.
©TELAMO

Der Name Biggi Bardot

Zu dem Künstlernamen Biggi Bardot ist die hübsche Blondine eher durch Zufall gekommen. Biggi ist die Abkürzung ihres eigenen Vornamens Birgit, der schon aus ihrer Kindheit rührt. „Den Namen Bardot hat mir mal eine Redakteurin verpasst. Das war ganz am Anfang meiner Karriere. Sie war der Meinung ich brauche einen Nachnamen.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste Biggi noch nicht einmal, wer Brigitte Bardot war und musste sich erst einmal belesen. Brigitte Bardot war Sexsymbol der 60er Jahre und genau aus diesem Grund fand die Redakteurin den Namen passend: Du bist blond, du bist sexy und du bist jung – Bardot würde super gut zu dir passen. Und dieser Name hat sich dann auch in der Welt der sexy Medien etabliert.

Das Album „Heiß & Feucht“

Das Album erschien am 25. April 2014 und SchlagerPlanet hat einmal nachgefragt, ob der Name auch wirklich Programm ist. „Ich denke mal das ist so eine Geschichte, bei der jeder Mann gleich an viele verschiedene, bunte Dinge im Bett denkt. Ich brauch‘ kein Bett, ich nehm’ auch den Küchentisch.“

Eigentlich hatte sich Biggi einen anderen Titel für das Album ausgesucht. Man soll das nicht glauben, aber ein schwuler Mann hat entschieden, dass das Album ‚Heiß & Feucht‘ heißen muss und ich wollte ihn nicht enttäuschen. Wann hat schon einmal ein Mann, der auf Männer steht, so eine frivole Meinung? Und dann haben wir natürlich auch noch ein sexy Bild dazu ausgewählt. Und jetzt fragen mich die Leute immer, ob da Audio-Porno drauf ist. Finde ich eigentlich recht lustig, ich sage immer: ‚Bei mir vögeln die Wörter!‘ Einfach nur, um die Leute ein bisschen neugieriger zu machen. Es kamen sogar schon fragen, ob ich beim Singen auch Live-Sex mache – nein, ich kann nicht gleichzeitig vögeln und singen, das funktioniert nicht.“

Biggi Bardot und Michael Wendler

Das Album ist in der Zusammenarbeit mit Wendler-Produzent Herman Niesig entstanden. „Die Zusammenarbeit mit Herman Niesig war total toll. Es ist ein Mensch, der wirklich vermitteln kann, was er von einem verlangt und das mit ganz viel Spaß. Wir hatten mega viele lustige Minuten während des Einsingens, da wurde aus dem Wort Sexappeal auch schnell mal Sexapfel – das war wirklich sehr lustig“, so die Sängerin im Interview. Auf die Frage hin, ob es vielleicht dann auch einmal ein Duett zwischen dem Porno-Schlager-Sternchen und dem selbsternannten König des Pop-Schlagers Michael Wendler kommen wird, hatte Biggi eine eindeutige Antwort: „Das wage ich zu bezweifeln – ich glaube, dazu ist er zu prüde. Es ist auch ein Mensch, den möchte ich bitte nicht nackt sehen.

Biggi Bardot privat

Privat läuft bei der Porno-Schlager-Sängerin alles super. Sie ist glücklich verheiratet und hat eine sehr gute Beziehung zu ihrer 16-jährigen Stieftochter. Wenn diese einmal denselben Weg einschlagen würde wie Biggi, würde sie sie dabei unterstützen, aber auch Voraussetzungen stellen.

„Ich selber komme ja eigentlich überhaupt nicht aus dem ‚Porno-Business‘. Es gibt mittlerweile einen Film – meine Fangemeinde hat sich riesig gefreut – vögeln tun da tatsächlich die Anderen, ich quatsche eher mehr. Das ist eben auch das, was mir liegt, ich mag gerne reden, viel reden, ich komme ja eigentlich aus der Fernsehmoderation und habe Erotikshows im Fernsehen moderiert, auch das fand meine Tochter schon total toll. Meine Tochter lernt mittlerweile selber einen Beruf, das gleiche was ich auch gelernt habe - Friseurin. Wenn sie sich irgendwann dazu entscheiden würde, diesen Weg einzuschlagen. Erstens nur mit einer abgeschlossenen Ausbildung, sonst würde ich sie nicht unterstützen und dann würde ich mich natürlich auch darum kümmern, dass sie mit den Leuten in Kontakt kommt, die sie nicht über den Tisch ziehen, die ehrlich und geradeaus sind. Ich habe wirklich viel erlebt in den letzten 15 Jahren und ich möchte nicht, dass meine Tochter dieselben Erfahrungen macht.

Mit ihrem Mann ist Biggi schon neun Jahre glücklich verheiratet. Er geht mit ihrem Beruf locker um, denn wenn er das nicht tun würde, wäre er auch nicht ihr Mann, so die fröhliche Sängerin im Interview mit SchlagerPlanet. Sie geht und ging immer offen mit ihrem Beruf um:

Ich habe nie mit Informationen vorm Berg gehalten über mich, meine Person, oder was ich persönlich tue. Als wir uns kennengelernt haben, war ich bereits drei Jahre lang als sexy Moderatorin für einen Regionalsender in Hamburg tätig und daher kannte er mich auch schon. Wir haben uns in einer Diskothek kennengelernt, er war der Türsteher, ich die Stripperin – wir haben jedes Klischee erfüllt.“ Aber um es klarzustellen: Nein, er fährt keinen Manta und er hat auch keinen Fuchsschwanz am Autospiegel.

„Er hat am Anfang natürlich immer mal wieder Bedenken geäußert, aber er hat wahnsinnig großes Vertrauen zu mir und er begleitet mich auch öfter mal zu Auftritten, übernimmt da die Sicherheit für meine Person. Ich hab ihn da immer gerne als Unterstützung mit dabei.

Die Konkurrenz schläft nicht

Die Porno-Schlager-Branche ist schon seit längerer Zeit im Kommen und natürlich herrscht deshalb auch eine große Konkurrenz am Markt. Mia Julia, besser bekannt als Mia Magma, ist derzeit eine der größten Konkurrentinnen von Biggi. Mia kämpft mit allen Mitteln und hat sogar schon böse Gerüchte, um eine angebliche Alkoholabhängigkheit Biggis, in die Welt gesetzt.

„Mit diesen Gerüchten versuche ich einfach klarzukommen. Sie hat auch behauptet ich würde sie kopieren, was sehr lustig ist, denn mich gibt es schon ein bisschen länger als sie. Ich finde es schade, dass sie so ein großes Konkurrenzdenken an den Tag legt. Das was sie auf der Bühne tut finde ich gut, ich habe nie ein schlechtes Wort darüber verloren, ich habe sie eigentlich auch immer als Menschen gemocht, aber ab dem Tag, an dem rausgekommen ist, was da eigentlich hinter meinem Rücken abläuft, hab ich den Kontakt komplett abgebrochen. Ich mag keine Lügner und ich mag keine unehrlichen Menschen und ich sage immer: ‚So wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es auch heraus.‘“

Biggi wartet einfach ab was passiert, „denn in meiner Branche hab ich schon viele kommen und gehen sehen.“

Biggi Bardot zeigt auf der Bühne was sie zu bieten hat.
©Youtube/Biggi Bardot

Die Urmutter des Nacktsingens, Jasmin Prinz, singt zwar noch, aber nur noch in angezogenem Zustand. Diese würde ihre Krone an die beiden Streithähne abgeben, aber ein Nackt-Battle wird es laut Biggi nicht geben.

„Ich werde mich auf dieses Battle nicht einlassen, weil meine Show sich komplett von der Mia Julia Show unterscheidet. Ich war und bin schon immer so gewesen, dass ich mein Publikum gerne in meine Shows mit einbezogen habe. Ich habe lange Zeit auf einer Stripbühne gearbeitet und kann mit meinem Publikum durchaus flirten und auch umgehen und ich weiß, wie weit ich gehen kann und auch nur gehen sollte.

Es wurden auch Gerüchte in die Welt gesetzt, dass sich Biggi Bardot gerne anfassen ließe. Doch das ist so nicht ganz richtig:

„Ich bin kein Freund von Grabscherei, mich kann man vorher fragen und ich habe nichts dagegen, für ein Bild mal jemand in den Arm zu nehmen, der mir dann seine Hand auf die Brust legt, aber was ich gar nicht mag, das sind Leute, die ungefragt einfach anfassen. So etwas gehört sich nicht, das macht auf der Straße auch keiner und man hat respektvoll miteinander umzugehen, so Biggi im SchlagerPlanet Interview. Die Shows von Biggi Bardot und Mia Magma sind so verschieden, dass sie, laut Biggi, nicht miteinander vergleichbar sind.

Ich bin der Meinung, wir können auch nebeneinander fröhlich unsere Brüste in die Welt halten. Es obliegt ja immer noch dem Zuschauer, welche Brüste er schöner findet. Von daher fragen wir doch lieber die Männerwelt.“

Und die ist von Biggi Bardot recht begeistert - aber auch Frauen schwärmen für das Porno-Schlager-Sternchen.

„Ich hab männliche wie auch weibliche Fans. Ich hatte auch schon Autogrammstunden, da kamen nur Frauen, das war also schon recht lustig. Und die Frauen sind genauso kleine Grabscher wie die Männer. Ich hab das ganz oft, dass wenn Frauen zu einer Autogrammstunde kommen, sind das die Ersten die fragen: ‚Darf ich mal anfassen?‘ Wahrscheinlich aber eher, um zu testen, wie sich Silikonbrüste anfühlen. Dazu kann Biggi nur eines sagen: „Liebe Leute, das Silikon ist unter der Haut und das kann man nicht fühlen, Haut ist Haut.“

Frauen, die sich erotisch in der Öffentlichkeit zeigen, haben oft das Problem begrabscht zu werden. Bei Biggi ist das nicht anders. Der Spruch „anfassen erwünscht“ passt daher nicht wirklich. Prüde ist sie dennoch auf keinen Fall – wer nett fragt, der darf auch mal…

Biggi Bardot vs. Helene Fischer

SchlagerPlanet: Du meintest ja Helene Fischer soll sich warm anziehen, oder besser ganz aus“ – glaubst Du, dass Musik nur mit einer gewissen Erotik erfolgreich sein kann? Biggi Bardot: _„Das hat die Bild-Zeitung geschrieben, das habe ich nie gesagt! Aber wenn es jetzt darum geht, ob wir Helene nackt sehen wollen, ja!“

Auf die Frage hin, ob Biggi Helene als Konkurrenz sieht und dies eine Kampfansage an Helene Fischer war, erwidert diese: „Nein, das ist völliger Quatsch. Das hat sich die Bild tatsächlich aus den Fingern gesogen. Das hat dazu geführt, dass ein anderes Klatsch- und Tratschblatt geschrieben hat, dass ich jetzt ihren Flori haben will. Die haben sich leider nicht richtig informiert. Ich bin sehr glücklich verheiratet – mein Mann hat einen Partnertausch vorgeschlagen“, erzählt Biggi mit einem Lachen.

Gerne würde Biggi Bardot einmal bei einer Silbereisen-Show auftreten, weiß aber auch, dass dies nicht ganz ihrer Zielgruppe entspricht:
„Reinpassen würde ich da wahrscheinlich nicht, auftreten wollen würde ich da auf jeden Fall, alleine nur, um diverse Herzinfarkte zu verursachen. Ich möchte die Gesichter sehen, wenn alle mit heruntergeklappter Kinnlade dasitzen – und zu Hause heimlich die härtesten Pornos im Nachtschrank. Kennen wir alles…“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

Das Sexobjekt Biggi Bardot

Biggi wird häufig auf ihren Körper reduziert, das ist Fluch wie Segen zugleich: „In meinem Job hat mein Aussehen natürlich immer dazu beigetragen, dass ich gut gebucht war. Mein Körper ist mein Kapital und es wäre eine Lüge, wenn ich etwas anderes behaupten würde. Ich nehme aber ganz normal Gesangsunterricht, einfach um die Geschichte mit dem Gesang tatsächlich auch mit Hand und Fuß zu tätigen.“ Das war ihr besonders wichtig, denn die Porno-Schlager-Sängerin möchte, dass all ihre Projekte Hand und Fuß haben und nicht, dass die Leute vor der Bühne stehen und sich die Ohren zuhalten müssen.

Momentan steht wahrscheinlich mein Körper noch im Vordergrund, ab einem gewissen Alter wird er das nicht mehr tun. Da hol‘ ich ihn auch nicht mehr raus, keine Angst. Ich bin Realist und ich weiß, irgendwann ist das Nackedei-Dasein vorbei und bis dahin werde ich natürlich fleißig an meiner gesanglichen Darbietung arbeiten, damit man mich auch anhören mag, wenn ich angezogen bin.“

Biggi Bardot Sexy
Singen und sich dabei entkleiden - das ist Porno-Schlager.
©TELAMO

Um sich selbst und ihren Körper fit zu halten achtet Biggi besonders auf ihre Ernährung. Sport macht sie eher weniger, aber wer weiß, wie anstrengend strippen sein kein, weiß auch, dass man so seinen Körper gut in Form halten kann. Außerdem trinkt sie viel Tee und Wasser und pflegt ihren Körper mit eincremen und gelegentlichen Gesichtsmasken – wie jede andere Frau es eben auch tut.

Biggi im Swingerclub

Im Laufe ihrer Karriere ist Biggi schon öfter in diversen Swingerclubs aufgetreten, vor kurzem auch in München: „Das Cats in München ist eines der größten Swingerclubs, die ich je betreten habe. Dieser Club zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er tolle Spielwiesen hat, sondern er hat auch einen ganz tollen Bar- und Diskothekenbereich. Da kann man auch einfach mal hingehen um sexy und frivol zu feiern, das muss nicht immer gleich mit Sex zu tun haben. Ein Swingerclub ist in meinen Augen nicht unbedingt ein Club um Sex zu haben, sondern man kann da auch einfach mal hingehen, um sich in sexy Wäsche zu zeigen.“

Biggi selbst ist kein Mädchen für eine Nacht: Ich swinge nicht, ich bin meinem Mann sexuell treu!

Lustige Fragerunde mit Biggi Bardot

Um ihre Persönlichkeit besser kennenzulernen und Biggis Spontanität zu testen haben wir sie Sätze vervollständigen lassen. Seht hier das aussagekräftige Ergebnis:

  • Nach dem Aufstehen „brauche ich einen Kaffee“
  • Ich kann nicht schlafen ohne „meine Katzen“
  • Ich kann nicht leben ohne „meine Katzen“
  • Vor dem Auftritt „sterbe ich an einem Herzinfarkt“
  • Mein bester Anmachspruch: „Ich habe gar keine Anmachsprüche, ich lasse mich anmachen.“
  • Was war denn der lustigste Anmachspruch, den du je gehört hast? „Ich sammle Telefonnummern und deine hab‘ ich noch nicht. Der war richtig schlecht, aber ich habe ihn mir gemerkt und das hat schon viel zu bedeuten.“
  • Wenn ich einen Tag ein Mann sein könnte, „dann würde ich Sex haben“
  • Glück bedeutet für mich „meine Familie und meine Katzen“
  • Traurig macht mich, „wenn Menschen lügen“
  • Meinen Urlaub verbringe ich am Liebsten „zuhause“
  • Wenn ich einen Wunsch frei hätte, „dann hätte ich eine eigene Insel ohne Internet und Telefon“

SchlagerPlanet bedankt sich für den Besuch und für das nette Interview. Für die Zukunft wünschen wir der Porno-Schlager-Sängerin alles Gute und viel Erfolg.


Autor(in) SchlagerPlanet:



Dein Kommentar:

  • Klaus Bardot · 05.11.2017 18:48
    Jemand hat dir wohl das Gehirn rausgefickt!